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USA: Polizei erschießt mehr Menschen als jemals zuvor

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Von: Delia Friess

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Seit 2015 steigt die Zahl der Menschen, die durch Kugeln der US-Polizei ihr Leben verlieren. Auch im Jahr 2021 erreicht sie einen traurigen Rekord.

Washington - Einem Bericht zufolge stieg in den USA auch im Jahr 2021 die Zahl durch von der Polizei erschossenen Personen an. Demnach seien im Jahr 2021 insgesamt 1055 Menschen durch Polizist:innen erschossen worden. Wie die Washington Post berichtet, ist dies der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen.

USA: Bericht zeigt deutlich, dass die Zahl der von der Polizei erschossenen Menschen steigt

Seit 2015 steigt demnach die Zahl konstant: Im Jahr 2020 sind es nach den Daten der US-Zeitung rund 1021 Menschen gewesen und 2019 nur etwa 999 Menschen, die durch Schüsse der US-Polizei ihr Leben verloren haben. Im Gegensatz zu den Daten des FBI in den USA selbst gelten die Zahlen der Washington Post als gesichert. Viele Tote infolge eines Schusses der US-Polizei werden demnach gar nicht erst oder unzulänglich gemeldet.

Die Zahl der Toten infolge von Schüssen aus Pistolen der US-Polizei steigt seit 2015.
Die Zahl der Toten infolge von Schüssen aus Pistolen der US-Polizei steigt seit 2015. © KEREM YUCEL /afp

USA: Durch Kugeln der US-Polizei getötete Menschen nur in 85 der Fälle bewaffnet

Noch eins zeigt die Statistik: In nur 85 Prozent der Fälle sind die erschossenen Personen bewaffnet, und in 94 Prozent der Fälle handelt es sich um Männer. Bei einem Prozent der Fälle waren Minderjährige die Opfer. Wie viele Fälle aus dem Bericht der US-Zeitung auf rassistische Polizeigewalt zurückzuführen sind, wurde bisher nicht genannt.

In den USA gibt es im Vergleich zu Deutschland relativ lasche Waffengesetze. 2020 hatte es einen Aufschrei in den USA und der Welt wegen des Mordes an George Floyd gegeben. Der US-Amerikaner war von einem Polizisten so stark zu Boden gedrückt worden, dass er keine Luft mehr bekam und erstickte. Währenddessen flehte Floyd, von ihm abzulassen und sagte, dass er nicht atmen könne. Der weiße Polizist Derek Chauvin sitzt mittlerweile hinter Gittern.

Die Zahl der Toten infolge von Schüssen aus Pistolen der US-Polizei steigt seit 2015.
Die Zahl der Toten infolge von Schüssen aus Pistolen der US-Polizei steigt seit 2015. © KEREM YUCEL

Georg Floyd: Auch nach seinem Tod steigt Zahl der Todesfälle durch Waffengebrauch der US-Polizei

In den USA und weltweit sind in der Folge Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus, Polizeigewalt und für die Rechte von Schwarzen und PoC zu demonstrieren. Der damalige US-Präsident Donald Trump versuchte, Demonstrationen der Bewegung Black Lives Matter mit Gewalt zu beenden. US-Präsident Joe Biden hatte vor seiner Wahl zum US-Präsidenten versprochen, sich stärker gegen Rassismus und Polizeigewalt einzusetzen. Eine Reform der Demokraten scheiterte jedoch im Senat an der Blockade der Republikaner.

USA: Tote nach Waffengebrauch der US-Polizei steigt weiter an

Erst in der vergangenen Woche sorgte ein weiterer Fall in Minneapolis für Bestürzung: Die Polizei hatte einen 22-jährigen Schwarzen im Schlaf erschossen. Bei einer Hausdurchsuchung stürmten mehrere Beamten in die Wohnung und fanden den Verdächtigen schlafend vor. Als dieser aufwachte und zurückschreckte, eröffneten die schwerbewaffneten und vermummten Beamten sofort das Feuer und erschossen den 22-Jährigen. Ob dieser selbst eine Waffe bei sich hatte, blieb unklar. Ein Verdacht, der junge Mann sei in einen Mordfall verwickelt gewesen, blieb unbestätigt. Die Familie warf der Polizei im Anschluss vor, ihren Sohn im Schlaf hingerichtet zu haben. (df)

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