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US-Präsident Joe Biden wird 2022 80 Jahre alt. Er will wohl erneut kandidieren.
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US-Präsident Joe Biden wird im Jahr 2022 80 Jahre alt. Er will wohl erneut kandidieren.

Altersstruktur

Greisen der Politik: Alte Menschen dominieren US-Politik

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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In den USA arbeiten viele Politiker:innen bis weit über das übliche Rentenalter hinaus. Doch was hat das für Auswirkungen?

Washington D.C. – Donald Trump war 74, als er die Präsidentschaft in den USA an Joe Biden abtreten musste. Der ist aktuell 79 Jahre alt. Und sein jüngster Gesundheitscheck liest sich aktuell wenig schmeichelhaft. Darin wird ausführlich der „steife Gang“ des US-Präsidenten thematisiert. Von allgemeinem „Verschleiß“ ist die Rede und davon, dass orthopädische Einlagen für ihn ratsam seien.

Joe Biden, der am 20. November 2022 seinen 80. Geburtstag feiert, zog als bislang ältester Präsident ins Weiße Haus ein. Mit seinem fortgeschrittenen Alter ist Biden in der US-Politik jedoch nicht allein. Die Nummer drei im Staat, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist 81. Und in beiden Kammern des Kongresses ist das Durchschnittsalter derzeit so hoch wie nie zuvor.

USA: Ältestes Senatsmitglied ist 88 Jahre alt

Der Republikaner Don Young ist derzeit der älteste und dienstälteste Abgeordnete im Repräsentantenhaus, mit 88 Jahren. Er sitzt seit dem Jahr 1973 in der Kammer – und denkt nicht ans Aufhören. Bei der Kongresswahl 2022 will er erneut antreten.

Im Senat ist Dianne Feinstein das älteste Mitglied. Auch die Demokratin ist 88, für sie steht eine mögliche Wiederwahl erst 2024 an. Ob sie dann noch mal antreten wird, ist unklar. Die nötigen Unterlagen dafür hat sie vorsichtshalber schon mal eingereicht. Feinsteins Senatskollege Chuck Grassley, das zweitälteste Mitglied in der Kammer, hat jüngst schon seine erneute Kandidatur bei der Wahl im kommenden Jahr angekündigt. Der Republikaner ist ebenfalls 88, nur drei Monate jünger als Feinstein. Er zog 1981 in den Senat ein. Der Altersdurchschnitt dort lag Anfang 2021 bei 64,3 Jahren. Zum Vergleich: Im Bundestag beträgt das Durchschnittsalter 47,3 Jahre.

USA: Viele Ü-80-jährige Kongress-Mitglieder

In den beiden Kammern des US-Kongresses gibt es diverse andere, die weit über das übliche Rentenalter hinaus sind: zum Beispiel die Senatoren Richard Shelby (87), James Inhofe (87), Patrick Leahy (81) und Bernie Sanders (80), der sich vor den US-Wahlen 2016 und 2020 im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten Hillary Clinton und Joe Biden geschlagen geben musste. Auch die Abgeordneten Bernice Johnson (86), Grace Napolitano (85), Bill Pascrell (84) und Hal Rogers (83) sind schon jenseits der 80. Die Liste ließe sich fortsetzen. Und manche der älteren Riege sind Gegenstand von Geraune.

Ein Beispiel: Bei einer Anhörung im Justizausschuss des Senats im November 2020 mit dem damaligen Twitter-Chef Jack Dorsey erlebte Feinstein einen peinlichen Moment. Sie stellte Dorsey eine Frage zu einem Warnhinweis, mit dem das Unternehmen einen Tweet des früheren Präsidenten Donald Trump versehen hatte. Dorsey antwortete, doch nur etwa eine Minute später stellte Feinstein exakt die gleiche Frage noch einmal – ohne es zu merken.

Mindestalter für Senator:innen in den USA - aber kein Höchstalter

In den USA gibt es ein Mindestalter für Senator:innen und Abgeordnete – nicht aber ein Höchstalter. Ein Präsident darf nur zwei Amtszeiten im Weißen Haus bleiben, für Kongressmitglieder dagegen gibt es keine Begrenzung. Der Republikaner Strom Thurmond aus South Carolina schied 2003 sogar erst im Alter von 100 Jahren aus dem Senat aus – nach fast 48 Jahren in der Kammer. Seinerzeit schrieb die Washington Post, es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass Thurmonds Mitarbeiter in dessen letzter Legislaturperiode bis auf die eigentlichen Abstimmungen alle Aufgaben hätten übernehmen müssen.

Robert Byrd ging als dienstältester Senator in die US-Geschichte ein: Der demokratische Senator aus West Virginia verbrachte 51 Jahre, 5 Monate und 26 Tage in der Kammer – bis zu seinem Tod im Jahr 2010, im Alter von 92 Jahren. Er galt als Institution im Senat. Bei Redeauftritten in seinen letzten Jahren aber sprach er extrem langsam, nicht immer ganz verständlich, gestikulierte mit zitternden Händen, nutzte Redemanuskripte in extra großer Schrift.

Vorstöße, die Mandatszeiten im US-Kongress zu begrenzen, blieben bislang erfolglos. Schon Harry Truman – US-Präsident von 1945 bis 1953 – plädierte dafür, eine Beschränkung der Amtszeit auch für Senator:innen und Abgeordnete einzuführen. Er mahnte: „Wir würden dazu beitragen, Senilität und Überalterung zu heilen – beides schreckliche Krankheiten der Gesetzgebung.“ (ktho/dpa)

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