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USA

Nach Pipeline-Sabotage: Schlägerei an Tankstelle wegen Benzinknappheit

In Teilen der USA ist das Benzin nicht nur teurer, sondern vor allem knapp geworden. Hintergrund ist die Hacker-Sabotage einer wichtigen Pipeline.

Washington - Nachdem auf die größte Benzin-Pipeline in den USA ein Hackerangriff verübt wurde, ist es im Südosten des Landes zu Engpässen an Tankstellen gekommen. Der Experte Patrick De Haan von der Marktanalysefirma Gasbuddy teilte am Mittwochabend (Ortszeit) auf Twitter mit, an 70 Prozent der Tankstellen im Bundesstaat North Carolina sei kein Benzin mehr erhältlich. In Virginia seien es 53 Prozent der Tankstelle, in South Carolina und in Georgia sei jeweils knapp jede zweite betroffen. Auch in anderen Bundesstaaten im Südosten der Vereinigten Staaten gab es demnach Engpässe.

„No Gas“: Tankstellen in den USA haben kein Benzin mehr.

USA: Benzin in Plastiktüten wegen Knappheit

An manchen Zapfsäulen horten Autofahrer Sprit, sodass es teils zu chaotischen Szenen kam. US-Medien veröffentlichten ein Instagram-Video von einer Schlägerei an einer Tankstelle in North Carolina, wo sich eine Fahrerin offenbar in der Schlange an einer Zapfsäule vordrängeln wollte. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC sah sich am Mittwoch (12.05.2021) dazu gezwungen, auf Twitter davor zu warnen, Benzin in Plastiktüten zu füllen. Auch in der Washington-Region - in der nach De Haans Daten jede fünfte Tankstelle ausfiel - berichteten Autofahrer:innen von langen Schlangen an den Zapfsäulen.

Experte De Haan geht trotz der schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebs der Pipeline mit einer möglichen Verschärfung der Benzin-Knappheit im Südosten der USA aus. Die Lage könne sich am kommenden Freitag (14.05.2021) entspannen. Die Engpässe haben die Spritpreise in den USA auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2014 getrieben. Die US-Regierung um Joe Biden hatte die Bürger dazu aufgerufen, keinen Kraftstoff zu horten. „Wir haben Benzin, wir müssen es nur zu den richtigen Orten bringen“, sagte Energieministerin Jennifer Granholm am Dienstag.

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USA: Benzin-Pipelin nimmt Betrieb schrittweise wieder auf

Am Mittwoch teilte die Betreibergesellschaft Colonial mit, die Pipeline habe den Betrieb schrittweise wieder aufgenommen. Es dürfte aber mehrere Tage dauern, bis die Anlage wieder normal laufe, so Colonial. Ende der vergangenen Woche hatte die Firma bestimmte Systeme nach einer Cyberattacke vom Netz genommen, um die Bedrohung einzudämmen. Dadurch kam der Betrieb der Pipeline komplett zum Erliegen. Die Colonial Pipeline ist für die Versorgung des Landes von großer Bedeutung, sie transportiert etwa 45 Prozent aller an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffe.

Hintergründe des Pipeline-Cyberangriffs sind weiterhin unklar. Etwa ist unbekannt, wie viel Geld die Hackergruppe DarkSide, die als verantwortlich für die Attacke gilt, von Colonial erpressen wollte. Auch hielt sich das Unternehmen bislang bedeckt, ob überhaupt Lösegeld gezahlt wurde. Eine stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin hatte am Montag im Weißen Haus erklärt, die Regierung habe dazu auch keine Informationen. Es sei aber von einem „kriminellen Akt“ auszugehen. Alle Hinweise würden geprüft, auch mit Blick auf eine mögliche Verwicklung staatlicher Akteure.

Biden kündigt nach Cyberangriff auf pipeline stärkeren Schutz an

Die US-Regierung will als Reaktion auf die jüngsten Cyberangriffe den Schutz vor Hackern verbessern. US-Präsident Joe Biden unterzeichnete am Mittwoch eine entsprechende Verfügung, wie das Weiße Haus mitteilte. Unter anderem sollten IT-Dienstleister verpflichtet werden, Informationen über ein Eindringen in ihre Netzwerke mit den Behörden zu teilen. Standards für stärkere Cyber-Schutzmaßnahmen in der Bundesregierung sollten modernisiert werden.

Bei der Entwicklung von Software für die Bundesregierung sollen künftig ebenso höhere Sicherheitsmaßstäbe gelten, wie das Weiße Haus weiter mitteilte. Für die Reaktion der Behörden auf Cyberangriffe soll ein Drehbuch entworfen werden. Die Verfügung sieht die Einrichtung eines Gremiums mit Vertretern der Regierung und der Privatwirtschaft vor, das nach Cyberangriffen konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen geben soll. (ktho/dpa)

Rubriklistenbild: © Can Merey /dpa

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