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OPEC drosselt Öl-Förderung - USA sieht klare Verbindungen zu Russland

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Von: Moritz Serif

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Es sei offensichtlich, dass die OPEC mit Russland zusammenarbeite, sagt das Weiße Haus. Die USA kündigen Reaktionen an.

Washington D.C. - Karine Jean-Pierre, Pressesprecherin des Weißen Hauses, hat der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vorgeworfen, die Ölförderung zu drosseln, um Russland zu helfen. Es sei „klar“, dass diese Strategie mit dem Kreml verbunden sei, so Jean-Pierre gegenüber Reporter:innen. Das Zurückfahren der Ölproduktion sei „fehlgeleitet“.

„Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem die Weltwirtschaft auf Putins Krieg reagiert. Die Entscheidung von OPEC hat Auswirkungen auf kleinere und mittlere Staaten“, so Karine Jean-Pierre. Auch Mark Sobel, ehemaliger hochrangige Beamte des Finanzministeriums, fürchtet steigende Preise durch die Kürzung der Ölförderung der OPEC.

OPEC drosselt Ölforderung: USA fürchten Wirtschaftsschäden

„Dadurch drohen die Ölpreise zu steigen, was zur finanziellen Instabilität der globalen Wirtschaft führen könnte“, sagte er gegenüber der Washington Post. Die Weltwirtschaft drohe zu überhitzen. US-Präsident Joe Biden und der Kongress wollen darüber beraten, wie die Kontrolle der OPEC über die Energiepreise verringert werden könnte. Auch eine eigene Förderung von Öl steht daher im Raum.

Zuvor hatte die OPEC eine deutliche Förderkürzung von Öl angekündigt. Wie die rund 20 Länder am Mittwoch (5. Oktober) bekannt gaben, soll die Tagesproduktion ab November um zwei Millionen Barrel verringert werden. Unter dem Strich werde die Kürzung allerdings nur etwa halb so hoch ausfallen, da mehrere Opec-Länder seit längerem weniger als die vereinbarte Förderung produzierten, sagte der Energieminister Saudi-Arabiens.

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes („Pferdekopf“) gefördert
Die OPEC+ reduziert die Ölförderung deutlich. Das könnte die Spritpreise in die Höhe treiben. © Sebastian Widmann/dpa

Nach OPEC-Drosselung: Ölpreise steigen wieder

Lizz Truss, Premierministerin Großbritanniens forderte die westlichen Staaten auf, die gemeinsame Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu beenden. „Wir müssen sicherstellen, dass Putin verliert“, schrieb die Premierministerin über den Kreml-Präsidenten, dem wohl die Munition ausgeht. Die Ölpreise haben am Donnerstag (6. Oktober) ihre deutlichen Aufschläge vom Vortag halten können. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 93,43 Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg ebenfalls geringfügig auf 87,81 Dollar. In den vergangenen Tagen haben sich die Preise etwas von ihrer schwachen Tendenz in den Wochen zuvor erholt. (mse mit dpa)

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