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USA: Nach Mord an schwarzem Jogger – Angeklagte wegen Hassverbrechen verurteilt

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Von: Helena Gries

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Ein Aktivist trägt während einer Versammlung vor dem Gerichtsgebäude von Glynn County in Brunswick, Georgia, USA eine „Justice for Ahmaud“-Gesichtsmaske.
Ein Aktivist trägt während einer Versammlung vor dem Gerichtsgebäude von Glynn County in Brunswick, Georgia, USA eine „Justice for Ahmaud“-Gesichtsmaske. © Richard Ellis/Imago

Nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery werden drei weiße Männer wegen Hassverbrechen verurteilt.

Brunswick – Zwei Jahre nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery sind die drei angeklagten Männer wegen eines rassistisch motivierten Hassverbrechens in den USA* für schuldig befunden worden. Eine Jury sah es am Dienstag (22.02.2022) im Prozess vor einem US-Bundesgericht im Bundesstaat Georgia als erwiesen an, dass die drei weißen Männer Arbery wegen seiner Hautfarbe gejagt hatten. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Den Angeklagten droht lebenslange Haft.

Die Anklage legte den drei Männern konkret einen Angriff auf Arberys Bürgerrechte und eine versuchte Entführung zur Last. Die Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert. Das Urteil sei nun „volle Gerechtigkeit“ für den 25-Jährigen, sagte der Anwalt von Arberys Vater, Ben Crump, vor dem Gerichtsgebäude. „Wir dürfen diesen Moment feiern.“

Nach Mord an Ahmaud Arbery in den USA: Männer bereits zu lebenslanger Haft verurteilt

Eine Geschworenenjury hatte die drei Männer bereits in einem Verfahren des Bundesstaates Georgia für schuldig befunden und im Januar zu lebenslanger Haft* verurteilt. Der Schütze Travis M. war damals von den Geschworenen des Mordes für schuldig befunden worden. Die beiden Mitangeklagten, Travis M.s Vater Gregory M. und der Nachbar William B., wurden unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten für schuldig befunden.

Der 25-jährige Arbery war im Februar 2020 nahe der Stadt Brunswick in Georgia beim Joggen erschossen worden. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall im Frühjahr durch ein verstörendes Handy-Video von der Tat national und internationale Aufmerksamkeit erlangte. Wenig später - am 25. Mai 2020 - wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA*. Arbery wurde – zusammen mit von Polizisten getöteten Schwarzen wie George Floyd und Breonna Taylor – zu einer Symbolfigur der Black Lives Matter-Proteste gegen Rassismus* in den USA.

Video: Lebenslange Haft für Mord an schwarzem Jogger Ahmaud Arbery

Während des Prozesses vor dem Bundesgericht zeigte die Staatsanwalt, dass die Angeklagten in der Vergangenheit etwa rassistische Textnachrichten schrieben oder sich rassistisch äußerten. Die Verteidigung argumentierte, dass Arbery nicht aus rassistischen Motiven gejagt worden sei, sondern weil die Männer ihn eines Verbrechens verdächtigten. „Es war ein langer und stressiger Kampf“, sagte Arberys Mutter, Wanda Cooper-Jones, nach der Verkündung des Urteils. (Helena Gries mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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