1. Startseite
  2. Politik

Ein US-Demokrat sammelt Millionen – und fordert Marjorie Taylor Greene heraus

Erstellt:

Von: Christian Stör

Kommentare

Marcus Flowers kämpft in Georgia um einen Sitz im US-Kongress.
Marcus Flowers kämpft in Georgia um einen Sitz im US-Kongress. © Robin Rayne/Imago Images

Für die Demokraten ist Marjorie Taylor Greene ein rotes Tuch. Nun träumen sie davon, die Republikanerin bei den Midterms 2022 in den USA zu besiegen.

Rome, Georgia – Marjorie Taylor Greene gilt als unbesiegbar. Die Kongressabgeordnete aus Georgia ist viel zu populär bei den Rechten in den USA, um sich bei den Midterms 2022 Sorgen um ihren Sitz im Repräsentantenhaus machen zu müssen. Bei den Vorwahlen der Republikaner am 24. Mai muss Marjorie Taylor Greene jedenfalls keine Niederlage fürchten.

Donald Trump dürfte das freuen. Kaum eine zweite Politikerin steht so uneingeschränkt hinter dem früheren US-Präsidenten wie Greene, die nach der US-Wahl 2020 Joe Biden die Bestätigung als Gewinner verweigerte. Das ist nur einer der vielen Gründe, warum Marjorie Taylor Greene für die Demokraten ein rotes Tuch ist. Noch schlimmer ist, dass die Verfechterin der QAnon-Verschwörungserzählungen früher auch schon mal Mordgelüste gegen demokratische Parteimitglieder unterstützt hat. Die Demokraten zuletzt als „Partei der Pädophilen“ zu bezeichnen, wirkt da fast schon harmlos.

Midterms 2022: Demokraten kämpfen in Georgia gegen Marjorie Taylor Greene

Es ist also durchaus verständlich, dass die Demokraten davon träumen, in Georgia den Sitz im 14. Kongressbezirk in ihre Hand zu bekommen. Doch wie soll das gehen? Immerhin vertritt Marjorie Taylor Greene einen Bezirk, in denen der Trumpismus wohl mit am deutlichsten ausgeprägt ist. Das Ergebnis der Wahl 2020 spricht Bände. Damals erhielt Greene 75 Prozent der Stimmen.

NameMarjorie Taylor Greene
PositionAbgeordnete im Repräsentantenhaus
ParteiRepublikaner
Geboren27. Mai 1974
HeimatstaatGeorgia

Andra Gillespie hält eine Abwahl Greenes denn auch für unmöglich. „Dieser Bezirk ist durch und durch republikanisch“, sagt die Professorin für Politikwissenschaft an der Emory University im Gespräch mit der Washington Post. Die Demokraten sollten nicht darauf hoffen, Marjorie Taylor Greene stürzen zu können.

Einer sieht das allerdings ganz anders. Der Demokrat Marcus Flowers glaubt fest an seine Chance. „Ich hör es jeden Tag: ‚Du kannst nicht gewinnen.‘ Das bedeutet mir nichts.“ Die Ermordung von George Floyd im Mai 2020 und der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 haben den 46-jährigen Armeeveteranen politisch sensibilisiert. Nun versucht er, Greenes „Amtszeit des Terrors“ zu beenden.

Midterms 2022: Demokrat sammelt Millionen für Wahlkampf in Georgia

Am Geld wird die Kampagne von Marcus Flowers nicht scheitern. Bis Anfang Mai hat er laut seinem jüngstem Finanzbericht schon mehr als 8,1 Millionen US-Dollar sammeln können – mehr als alle anderen Kandidaten für den Kongress im Land. Zu seinen Spendern gehören laut Washington Post Patricia Arquette, Felicity Huffman, Kyra Sedgwick und auch jede Menge Liberale, die keine berühmten Schauspielerinnen sind.

Flowers weiß, wie man Aufmerksamkeit erregt. Schon bevor er überhaupt für den Sitz im Repräsentantenhaus kandidierte, twitterte er ein Video von sich selbst, wie er sich mit einer Rasierklinge an einem Aufkleber mit der Flagge der Konföderierten zu schaffen machte. „Ich bin Marcus Flowers, und ich bin hier, um zu sagen: ‚Es ist genug‘.“ Sagte es und zerknüllte den Aufkleber.

Später besuchte er sogar eine „America First“-Veranstaltung von Marjorie Taylor Greene, wurde dort aber rausgeworfen. „Sie denken, ich sei eine Bedrohung“, sagt Flowers dazu in einem Facebook-Video. Dann rief er wieder zum Spenden auf: „Lassen Sie uns diesen nationalen Alptraum beenden.“ Ein Sieg von Marcus Flowers bei den Midterms 2022 gegen Marjorie Taylor Greene wäre allerdings eine Sensation. (cs)

Auch interessant

Kommentare