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Fetterman gewinnt in Pennsylvania: Wie der Demokrat im Senat landete

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Von: Johanna Soll

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Der linke Demokrat John Fetterman kommt bei der Wählerschaft im US-Bundesstaat Pennsylvania an. Insbesondere eine Wählergruppe verhalf ihm zum Wahlsieg.

Braddock – Der nächste Senator des bei den Midterm-Wahlen hart umkämpften Swing States Pennsylvania, John Fetterman, ist ein besonderer Demokrat. Der über zwei Meter große, tätowierte 53-Jährige trägt am liebsten Kapuzenpullover, Shorts und Sneakers. Außerdem trat mit einer linken Agenda an und einem deutlichen Handicap: Im Mai erlitt John Fetterman einen beinahe tödlichen Schlaganfall. Das war wenige Tage vor der demokratischen Vorwahl, bei der er den Kandidaten des Demokraten-Establishments mit 32 Prozentpunkten Vorsprung vernichtend schlug.

Der linke Demokrat John Fetterman wird der nächste Senator von Pennsylvania
Der linke Demokrat John Fetterman wird der nächste Senator von Pennsylvania © Angela Weiss/AFP

Obwohl Fetterman angeschlagen war, konnte er dennoch seinen Kontrahenten aufseiten der Republikaner, den von Ex-US-Präsident Donald Trump unterstützten TV-Arzt Mehmet Oz schlagen und den Senatssitz, der derzeit in republikanischer Hand ist, für die Demokraten zurückerobern. Die Auszählung der Stimmen läuft noch und das aktuelle Zwischenergebnis liegt bei 50,8 zu 46,8 Prozent für John Fetterman. Dem Progressiven ist es gelungen, Wahlkreise in Pennsylvania zu gewinnen, die 2016 an Donald Trump gingen. 2020 gewann US-Präsident Joe Biden den Bundesstaat im „Rostgürtel“ der USA. In den Wahlkreisen, die Biden gewann, schnitt Fetterman noch stärker ab.

John Fetterman konnte bei jungen Wähler:innen punkten

Zwar war Fettermans Auftritt beim TV-Duell vor der Wahl gegen Mehmet Oz nicht gut aufgrund der Folgen seines Schlaganfalls, von denen er behauptet, sich vollständig erholen zu werden. Doch in der New York Times gibt eine Wählerin an, Fetterman habe Mut gezeigt: „Ich fand es inspirierend. Ich habe es bewundert, dass er tatsächlich an dem Duell teilgenommen hat.“

Wie Demokraten überall im Land, hat auch John Fetterman seinen Wahlsieg unter anderem jungen Menschen zu verdanken. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen stimmten in Pennsylvania rund 70 Prozent der Wähler:innen für Fetterman und nur 28 Prozent für seinen republikanischen Gegner Mehmet Oz. Eine 27-jährige Wählerin sagte der New York Times: „Die Demokraten neigen dazu, eher gemäßigte Demokraten aufzustellen und theoretisch würde das eine größere Wählerschaft ansprechen, aber es schließt die Arbeiterklasse aus. Diese fühlt sich von Demokraten und Republikanern entfremdet.“ Ferner gab sie an, sie könne sich mit John Fetterman identifizieren.

Republikaner in Pennsylvania: „Offenbar hatten wir die falschen Kandidaten“

Ein ehemaliger Vorsitzender der Republikanischen Partei von Pennsylvania, Rob Gleason, räumte nach Fettermans Wahlsieg ein, er habe die wahlentscheidenden Faktoren falsch identifiziert: „Kandidaten sind wichtig.“ Es gehe mehr um Kandidat:innen als um Wahlkampfthemen, meint Gleason. „Offenbar hatten wir die falschen Kandidaten.“

Derzeit sind nur die beiden Senatsrennen in Arizona und Nevada noch unentschieden. Im Georgia kommt es Anfang Dezember zu einer Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber Raphael Warnock und dem Trump-Republikaner Herschel Walker, weil keiner der beiden über 50 Prozent der Stimmen erhielt. (Johanna Soll)

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