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Attorneys Mark and Patricia McCloskey who aimed guns at Black Lives Matter protesters in St. Louis on Sunday, June 28, 2
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Erschreckende Bilder, die um die Welt gingen: Das Ehepaar McCloskey bedroht in St. Louis in den USA Protestierende mit Schusswaffen. (Archivbild)

Mit scharfen Waffen auf friedliche Demo gezielt

USA: Gouverneur von Missouri begnadigt Waffen-Ehepaar McCloskey

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Die Eheleute McCloskey aus St. Louis spalten die politischen Lager der USA, seit sie mit Waffen auf „Black-Lives-Matter“-Protestierende zielten.

St. Louis – Die erschreckenden Bilder gingen um die Welt: Ein Ehepaar, dass vor ihrem Haus in der US-amerikanischen Großstadt St. Louis im Bundesstaat Missouri Demonstrierende mit einer Pistole und einem Sturmgewehr bedrohte*. Die Rede ist von Patricia und Mark McCloskey, die mit ihrem irren Auftreten nicht bloß die politischen Lager in der USA* spalteten. Von vielen Republikanern, darunter der ehemalige Präsident Donald Trump*, gefeiert, kritisierten die Demokraten das selbstjustizielle Vorgehen scharf. Nun kommt erneut Bewegung in die Kontroverse um die umstrittenen Eheleute.

Hintergrund der irren Tat im Juni 2020 waren die Protestbewegungen in den USA, bei denen Menschen im ganzen Land im Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gingen. Auslöser der „Black Lives Matter“-Bewegung war der Tod des Afroamerikaners George Floyd*, der am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis getötet wurde. In St. Louis nutzten Demonstrant:innen eine private Straße vor dem Anwesen der McCloskeys in einem Luxusviertel von St. Louis für ihren Protestmarsch. Ziel des Marsches war das Haus des Bürgermeisters der Stadt, der ebenfalls in dem Viertel wohnt. Das Ehepaar bewaffnete sich daraufhin und drohte auf die Protestierenden zu schießen.

Waffen-Ehepaar McCloskey: Auch Donald Trump teilte das Video auf Twitter

Die US-amerikanische Justiz nahm daraufhin die Ermittlungen auf. In der Anklageschrift lautete es, dass Patricia McCloskey mit einer halbautomatischen Pistole herumwedelte und ihr Ehemann Mark das Haus mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 verließ und Demonstrant:innen bedrohte. Auch wenn keine Schüsse abgefeuert und keine Personen verletzt wurden, verbreiteten sich Handyvideos und Fotos der schwer bewaffneten McCloskeys auf den sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Auch Donald Trump teilte das Video des bewaffneten Ehepaares auf Twitter.

Mit dem Fall McCloskey wurde Sonderstaatsanwalt Richard Callahan vertraut, der im Zuge seiner Ermittlungen zunächst feststellte dass die Protestaktion in St. Louis friedlich vonstatten gegangen sei, wie The Guardian berichtet. „Es gab keine Beweise, dass einer von ihnen eine Waffe hatte. Auch niemand, den ich interviewte, hatte sich auf das Privatgrundstück gewagt“, so Callahan in einer Erklärung.

Nach Anklage: Kaum Konsequenten für das Waffen-Ehepaar McCloskey

Im Oktober 2020 sahen sich Mark und Patricia McCloskey einer Anklage wegen rechtswidrigen Gebrauchs einer Schusswaffe sowie Beweismanipulation einer Grand Jury gegenüber. Sonderstaatsanwalt Callahan änderte jedoch wenig später die Anklagepunkte, um den Geschworenen die Alternative der Verurteilung wegen Vergehens der Belästigung anstelle der Waffenanklage zu geben. Daraufhin bekannten sich die McCloskeys schuldig und wurden dazu verpflichtet, ihre Waffen abzugeben. Ebenfalls wurde eine milde Geldstrafe in geringer Höhe verhängt.

Da es sich bei den Anklagepunkten schließlich nur um Vergehen handelte, liefen die McCloskeys nicht Gefahr, ihre jeweilige Lizenz als Rechtsanwalt oder ihr Recht auf den Besitz von Schusswaffen in den USA zu verlieren.

Waffen-Ehepaar in den USA begnadigt: Mark McCloskey will für den Senat kandidieren

Am vergangenen Freitag (30.07.2021) begnadigte schließlich der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Missouri, Michael L. Parson, das Ehepaar McCloskey. Das teilte das Büro des Gouverneurs am Dienstag (03.08.2021) mit. Eine Verurteilung ist somit hinfällig. „Ich würde es wieder tun“, sagte Mark McCloskey vor den Stufen des Gerichtsgebäudes in Downtown St. Louis. „Jedes Mal, wenn der Mob auf mich zukommt, werde ich alles tun, was in meiner Macht steht, um sie in unmittelbare Gefahr körperlicher Verletzungen zu bringen. Denn das hat sie davon abgehalten, mein und meine Familie zu zerstören“, so McCloskey. Eine Entschuldigung für das irrwitzige Auftreten der McCloskeys bei dem Protest gegen Rassismus, Ungleichheit und Polizeigewalt in St. Louis blieb aus.

Mark McCloskey hat angekündigt, sich zukünftig um ein politisches Amt zu bemühen. Gegenüber dem US-Nachrichtensender Fox News kündigte er im vergangenen Mai an, im Jahr 2022 für einen Senatssitz im US-Bundesstaat Missouri kandidieren zu wollen. „Wenn wir jetzt nicht aufstehen und uns dieses Land zurückholen, geht es dahin“, sagte McCloskey damals. (yw) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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