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Statue von Martin Luther King löst hitzige Debatte aus

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Von: Johanna Soll

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Martin Luther King ist eine Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung. Ein Denkmal zu seinen Ehren wird von einem Familienmitglied als „masturbatorisch“ bezeichnet.

Boston – Am dritten Montag im Januar wird in den USA seit 1986 der Martin Luther King Day begangen, ein Feier- und Gedenktag für den 1968 ermordeten, berühmten US-Bürgerrechtsaktivisten. In Boston wurde eine Statue mit dem Titel „The Embrace“ (Die Umarmung) zu Ehren von Dr. Martin Luther King Jr. und seiner Frau Coretta Scott King enthüllt – und sorgte für Kritik und Spott.

Das Werk des schwarzen Konzeptkünstlers Hank Willis Thomas in Bostons ältestem Stadtpark, Boston Common ist aus Bronze, sechs Meter hoch und zwölf Meter breit. Die Statue steht an der Stelle, an der Martin Luther King am 23. April 1965 eine Rede hielt. Sie zeigt den Moment, in dem er seine Frau umarmte, nachdem er 1964 den Friedensnobelpreis erhalten hatte. Allerdings sind nur Arme beziehungsweise Armstümpfe, nicht aber die Gesichter der beiden Gegenstand des Werks.

Bronzeskulptur „The Embrace“ (Die Umarmung) in Boston zu Ehren von Dr. Martin Luther King Jr. und seiner Ehefrau Coretta Scott King
Bronzeskulptur „The Embrace“ (Die Umarmung) in Boston zu Ehren von Dr. Martin Luther King Jr. und seiner Ehefrau Coretta Scott King © Steven Senne/dpa

Auf Instagram schreib der Künstler: „Dieses Werk ist eine Erinnerung daran, dass jeder von uns die Fähigkeit in sich trägt, entweder eine dieser beiden Personen zu sein oder tatsächlich etwas, das von ihnen inspiriert und einflussreicher ist.“ Doch bei vielen Betrachter:innen löst die Statue andere Assoziationen aus. Seneca Scott, der Cousin der 2006 verstorbenen Coretta Scott King, gehört zu denjenigen, die mit dem Werk von Thomas nichts anfangen können.

Verwandter von Kings Ehefrau: Zehn Millionen Dollar verschwendet

Der New York Post sagte der 43-Jährige: „Als sie enthüllt wurde, sagte ein kleiner Junge ‚Das ist ein Penis‘ und alle sagten: ‚Yo, das ist ein großer alter Schwanz“. „Hätte man diese Statue jemandem in der ‚Hood‘ gezeigt, hätten sie gesagt: ‚Nein, absolut nicht‘“, so Scott. „Zehn Millionen Dollar sind verschwendet worden, um eine masturbatorische Metall-Hommage an meine legendären Familienmitglieder zu schaffen – eine der größten amerikanischen Familien aller Zeiten.“

Auch in den sozialen Medien fällt die Kritik vieler Nutzer:innen ähnlich aus, wie die von Seneca Scott. Allerdings sagte Martin Luther King III, der älteste Sohn der Bürgerrechtsikone, er sei dankbar, eine Statue zu sehen, die die Liebesgeschichte seiner Eltern und ihre Partnerschaft darstellt. Gegenüber CNN sagte er, während einige Leute eine negative Meinung über das Denkmal hätten, gefalle es ihm.

Die Statue wurde teils mit öffentlichen, teils mit privaten Mitteln finanziert und von der Kunstkommission sowie der Wahrzeichenkommission der Stadt Boston genehmigt. (Johanna Soll)

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