Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Assanges Unterstützer demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude während die Anhörung zur Auslieferung beginnt. Eine Frau hält ein Schild hoch: Journalismus ist kein Verbrechen.
+
Assanges Unterstützer demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude während die Anhörung zur Auslieferung beginnt.

London

Assange erneut vor Gericht: USA drängen weiter auf Auslieferung von Wikileaks-Gründer

  • VonNadja Austel
    schließen

Julian Assange, Gründer von Wikileaks, ist seit mehr als zwei Jahren in London inhaftiert. Die USA fordern weiterhin seine Auslieferung. Nun beginnt eine neue Anhörung.

London - Julian Assange wird persönlich zur Anhörung vor einem Gericht in London erwartet: Der 50-jährige Australier ist bereits seit über zwei Jahren in Großbritannien inhaftiert. Die USA hatten Einspruch gegen ein früheres Urteil eingelegt und drängen weiterhin auf die Auslieferung des Wikileaks-Gründers.

Die Begründung der Justiz in den USA: Assange habe das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. In Zusammenarbeit mit Chelsea Manning, einer weiteren Whistleblowerin, habe er geheimes Material von Militäreinsätzen in Irak und Afghanistan gestohlen und anschließend veröffentlicht. Bei Auslieferung in die USA drohen ihm bei einer Verurteilung daher bis zu 175 Jahre Haft.

Unterstützer Assanges in aller Welt fordern hingegen seine Freilassung. Aus ihrer Sicht ist Assange ein investigativer Journalist, der Kriegsverbrechen aufdeckte.

USA gegen Wikileaks-Gründer Assange: Auslieferung in London zunächst abgelehnt

Im Januar war durch das Strafgericht Old Bailey in London ein US-Auslieferungsantrag zunächst abgelehnt worden. Die Begründung des Gerichtes waren sowohl die schlechte psychische Verfassung von Assange, als auch die ihn erwartenden Haftbedingungen in den USA. Eine Freilassung erfolgte jedoch nicht, da die Vereinigten Staaten Berufung einlegten. Das Gericht ließ diese zu, akzeptierte jedoch nicht alle der von den USA dargelegten Gründe.

Die Vereinigten Staaten versuchen nun, in den übrigen Punkten Recht zu bekommen. Assanges körperliche und psychische Verfassung steht dabei im Zentrum: Die Richterin hatte diese als schlecht eingeschätzt. Beobachter sehen in der Entscheidung über diese Frage einen wegweisenden Aspekt des weiteren Prozesses.

USA gegen Wikileaks-Gründer: Reporter ohne Grenzen sehen „keinen Grund, Assange einzusperren“

Die Unterstützer Assanges fordern US-Präsident Joe Biden unterdessen auf, das Verfahren aufzuhalten. „Es ist absolut klar, dass die US-Regierung die Vorwürfe fallen lassen sollte. Die Biden-Regierung kann nicht die Pressefreiheit verteidigen und gleichzeitig diesen Fall weiterführen“, so Stella Moris, Partnerin von Assange, gegenüber der britischen Nachrichtenagentur PA.

Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Am Ende ist das auch für die Glaubwürdigkeit der USA entscheidend.“ Diese hätten schließlich angekündigt, auf die Weltbühne zurückzukehren. „Aus unserer Sicht gibt es kein Grund, ihn einzusperren“, so Mihr.

Free Assange: Unterstützer fordern Freilassung des Wikileaks-Gründers

Unterstützer von Assange und Reporter ohne Grenzen verlangen seine sofortige Freilassung. Denn Beobachter gehen davon aus, dass sich das Verfahren sonst noch über weitere Instanzen und damit über Monate oder Jahre hinziehen könnte. Der Londoner High Court lehnte einen entsprechenden Antrag im Januar jedoch ab.

Assange lebte zuvor jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft in London. 2019 entzog ihm das südamerikanische Land jedoch den Schutz und übergab ihn den britischen Behörden. Auch die Staatsbürgerschaft Ecuadors verlor Assange mittlerweile. (Nadja Austel mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare