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Nach Tod zweier Babys in den USA: Biden lässt US-Militär Babynahrung über Ramstein einfliegen

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Von: Sandra Kathe

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Wegen Produktionsengpässen nach einem Rückruf ist seit Wochen in den USA kaum Babynahrung zu bekommen. Nun schaltet Präsident Biden das Militär ein.

Washington D.C. – Die Einsatzkräfte der US-Militärbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz haben in den vergangenen Tagen 32 Tonnen Babynahrung auf ein Transportflugzeug verladen und Richtung USA geschickt, wo sie in Krankenhäusern zum Einsatz kommen soll. Anlass für die ungewöhnliche Hilfsaktion sind Produktionsengpässe, die auf die Schließung eines Großproduzenten im US-Bundesstaat Michigan zurückgehen.

Der Betrieb des Werks von US-Marktführer Abbott war im Februar eingestellt worden, nachdem, womöglich aufgrund bakterieller Verunreinigungen bei der Herstellung der Babynahrung, vier Babys in den USA erkrankt und zwei gestorben waren. Seitdem hat sich die Versorgungslage bei medizinischer Spezial-Babynahrung in den USA stetig verschärft. Diese ist etwa für Säuglinge und Kinder wichtig, die Milch oder andere reguläre Nahrungsmittel nicht vertragen.

Rund 32 Tonnen Milchpulver für Babys wurden am Wochenende auf der Militärbasis Ramstein verladen und in die USA geschickt.
Rund 32 Tonnen Milchpulver für Babys wurden am Wochenende auf der Militärbasis Ramstein verladen und in die USA geschickt. © US AIRFORCE/ALEXCIA GIVEN/AFP

Mangel an Babynahrung in den USA: US-Militär kümmert sich um ersten Warentransport

Nun hat US-Präsident Joe Biden das Problem zur Chefsache erklärt und nicht nur das Militär angewiesen, Ersatzlieferungen über Europa zu beschaffen, sondern auch ein für Kriegszeiten gedachtes Gesetz reaktiviert, um die Produktion in den USA wieder anzukurbeln.

Biden hatte darüber hinaus vergangene Woche die „Operation Fly Formula“ angekündigt, einen Sondereinsatz, durch den die Versorgung mit Babynahrung sichergestellt werden soll. Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte am Freitag Flüge dazu angeordnet. Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, wegen der Dringlichkeit würden dafür zunächst Militärflugzeuge aus Ramstein eingesetzt, weil am Wochenende keine kommerziellen Flüge verfügbar gewesen seien. Künftig würden die meisten Lieferungen aber mit kommerziellen Fliegern abgewickelt.

Babynahrung knapp: USA fliegt nach Rückruf und Werksschließung Ersatzprodukte aus Europa ein

Auch Abbott-Chef Robert Ford hat angekündigt, schnellstmöglich Maßnahmen gegen die Engpässe in den USA einzuleiten. Der Herstellung von Spezialnahrung werde die höchste Priorität eingeräumt, außerdem sei nun ein anderes Abbott-Werk, das sonst Produkte für Erwachsene herstelle, auf Babynahrung umgestellt worden. Zusätzlich werde Babynahrung von einer Fabrik in Irland eingeflogen. Man gehe davon aus, das Werk in Michigan in der ersten Juniwoche wieder öffnen zu können. Abbott investiere außerdem in Maßnahmen, damit es nicht wieder zu solchen Engpässen komme.

US-Präsident Biden schrieb während seiner Asien-Reise auf Twitter, an Bord der ersten Militärmaschine seien mehr als 70.000 Pfund Säuglingsmilchnahrung und kündigte an, mehr folgen zu lassen. „Unser Team arbeitet rund um die Uhr, um allen, die sie benötigen, sichere Babynahrung zukommen zu lassen.“ (ska mit dpa)

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