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US-Senatorin Sinema bekommt 2024 demokratischen Herausforderer

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Von: Johanna Soll

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Der demokratische Abgeordnete Ruben Gallego kandidiert bei der US-Wahl 2024 in Arizona für den US-Senat
Der demokratische Abgeordnete Ruben Gallego kandidiert bei der US-Wahl 2024 in Arizona für den US-Senat © Michael Brochstein/Imago

Kyrsten Sinema aus Arizona hat ein Problem, sollte sie bei der US-Wahl 2024 erneut kandidieren: Sie ist unpopulär und hat mit Ruben Gallego nun einen Herausforderer.

Phoenix – Wenige im US-Senat sind so unbeliebt wie Kyrsten Sinema, die Senatorin aus dem Bundesstaat Arizona. Innerhalb weniger Jahre im Kongress entwickelte sich die linke Antikriegsaktivistin und Mitglied der Arizona Green Party zu einer neoliberalen Klientelpolitikerin. Zuletzt machte die 46-Jährige damit Schlagzeilen, dass sie im Dezember aus der Demokratischen Partei austrat und nun Independent ist, also parteilos. Dieses politische Manöver diente laut Expert:innen dazu, einer demokratischen Vorwahl zu entgehen, bei der ihre Siegchancen schlecht gewesen wären. Doch jetzt hat sich ein Demokrat gegen Sinema in Stellung gebracht, der linke Abgeordnete Ruben Gallego.

Schon seit Monaten wurde spekuliert, dass Gallego bei der US-Wahl 2024 gegen Sinema antreten wolle, immer wieder hatte er Gerüchte darüber angeheizt. Zuletzt war bekannt geworden, dass er nach den Midterm-Wahlen bereits ein neues Wahlkampfteam angeheuert hat. Am Montag (23. Januar) hat er seine Kandidatur nun offiziell gemacht: Er will aufseiten der Demokraten in Arizona für den Senatssitz 2024 kandidieren – gegen Kyrsten Sinema. Der Veteran der US-Marine ist seit 2015 Abgeordneter im Repräsentantenhaus und will im nächsten Jahr den Sprung in den Senat schaffen.

In Arizona kommt es 2024 wohl zu einem Drei-Personen-Rennen

In Gallegos Team befinden sich progressive Strateg:innen, die bereits dem linken Senator John Fetterman in Pennsylvania zu seinem Wahlsieg bei den Midterms verhalfen. Sollte Gallego die Wahl gewinnen, wäre der Politiker mit mexikanischen und kolumbianischen Wurzeln der erste Latino, der Arizona im Senat vertritt. Bisher hat Kyrsten Sinema sich nicht dazu geäußert, ob sie 2024 für eine zweite sechsjährige Amtszeit im Senat kandidiert.

Kyrsten Sinema sitzt seit 2019 für den US-Bundesstaat Arizona im US-Senat
Kyrsten Sinema sitzt seit 2019 für den US-Bundesstaat Arizona im US-Senat © Anna Moneymaker/AFP

Sollte sie erneut antreten, wird es um den Senatssitz in Arizona wohl ein Rennen mit drei Kandidat:innen geben: Sinema als Parteilose, für die Demokraten möglicherweise Gallego und eine Person aufseiten der Republikaner. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Demokraten und Republikaner Vorwahlen abhalten, sollten mehrere Personen kandidieren. Als mögliche Aspirant:innen bei den Republikanern werden die Trump-Loyalist:innen Kari Lake und Blake Masters gehandelt. Beide unterlagen bei den Midterms demokratischen Kandidat:innen. Aktuell klagt Lake wegen angeblichen Wahlbetrugs bei von ihr verlorenen Gouverneurswahl.

Kyrsten Sinema ist möglicherweise bei der Arizona-Wahl irrelevant

Bei Arizona handelt es sich um einen Swing State, der derzeit nur knapp zu den Demokraten tendiert. US-Präsident Joe Biden konnte den Bundesstaat 2020 mit lediglich 0,3 Prozentpunkten Vorsprung vor Donald Trump gewinnen. Daher fürchten manche Establishment-Demokraten, Arizona könnte 2024 an die Republikaner gehen, sollten Sinema und Gallego die Stimmen der Wähler:innen, die zu den Demokraten tendieren, aufteilen. Doch eine Umfrage, die Gallego kürzlich in Auftrag gegeben hatte, zeigt, dass bei einem Rennen zwischen ihm, Lake und Sinema, Gallego und Lake praktisch gleichauf liegen und Sinema weit abgeschlagen dahinter.

In den letzten zehn Jahren hat Sinema mindestens 1,5 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden aus dem Private-Equity-Sektor, von Hedge-Fonds-Manager:innen und Risikokapitalgeber:innen erhalten und laut Progressiven habe dies ihr Abstimmungsverhalten maßgeblich beeinflusst. „Kyrsten Sinema hat seit Jahren keine politische Veranstaltung mehr in Arizona abgehalten“, schreib Gallego auf Twitter. „Stattdessen fliegt sie in die Schweiz für eine Veranstaltung mit den Reichen und Mächtigen.“ (Johanna Soll)

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