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McCarthy-Chaos-Wahl im Repräsentantenhaus ist auch Zeichen für Trumps Schwäche

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Von: Johanna Soll

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Nicht nur Kevin McCarthy ist nach der Wahl-Blamage angeschlagen. Auch Donald Trump büßt an Einfluss in der Partei ein und immer mehr Wähler:innen wenden sich von ihm ab.

Washington, D.C. – Das Speaker-Wahl-Debakel in den USA lässt nicht nur Kevin McCarthy, den neuen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, schwach aussehen, auch ein anderer prominenter Republikaner hat bei dem Kampf um den Speaker-Posten Federn gelassen: Ex-US-Präsident der USA, Donald Trump. Auf seiner rechten Social-Media-Plattform Truth Social schrieb er, dass er McCarthy sehr geholfen habe, das Amt als Vorsitzender zu bekommen. Er endete mit: „Danke, ich habe unserem Land einen großen Gefallen getan!“ In der Gunst der Wähler:innen rutscht Trump indes weiter ab und auch sein Einfluss in seiner Partei geht zurück.

Zwar hat seine Stimme noch immer einiges Gewicht innerhalb der Republikanischen Partei, doch seine dritte Präsidentschaftskandidatur ist ihm längst nicht mehr sicher. Von Anfang an unterstützte er die Kandidatur McCarthys für den Speaker-Posten, dennoch wurde sie zur Hängepartie, die sich über vier Tage und 15 Wahlgänge erstreckte. Zum ersten Mal seit 100 Jahren war mehr als eine Abstimmung nötig, bis feststand, wer der neue Vorsitzende im Repräsentantenhaus ist. Fast alle der innerparteilichen Rebell:innen, die McCarthy die Gefolgschaft verweigerten, sind Trump-Loyalist:innen.

Ex-US-Präsident Donald Trump (l.) und der neue Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy (im April 2020)
Ex-US-Präsident Donald Trump (l.) und der neue Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy (im April 2020) © AFP

Trotz Trumps Unterstützung für McCarthy scherten ausgerechnet einige MAGA-Republikaner aus. Diese, so scheint es, fürchten Trump nicht mehr so sehr wie früher. Dessen jüngsten Umfrageergebnisse könnten ein Grund dafür sein. In einer Fox-News-Umfrage im Dezember war Trump bei 43 Prozent der republikanischen Wähler:innen sehr beliebt. Ron DeSantis, der republikanische Gouverneur von Florida, und ebenso wie Trump ein rechter Hardliner, dem Präsidentschaftsambitionen nachgesagt werden, ist inzwischen bei 40 Prozent der rechten Wähler:innen sehr beliebt.

Rechte Republikaner-Wähler favorisieren inzwischen DeSantis

In der Befragung von Fox News Ende Oktober 2020, vor der letzten US-Präsidentschaftswahl, war Trump noch bei 68 Prozent der republikanischen Wählerschaft sehr beliebt. Seitdem hat er 25 Prozentpunkte eingebüßt.

Anfang 2022 und Ende 2022 ergab eine Umfrage von CNN, dass Trump als Präsidentschaftskandidat auch bei sehr rechten republikanischen Wähler:innen nicht mehr allzu hoch im Kurs steht. Dieser Wählergruppe stehen die rechtsextremen Republikaner nah, die McCarthys Wahl zum House Speaker zunächst torpedierten. Anfang 2022 wollten noch 65 Prozent der sehr rechten Republikaner-Wähler:innen, dass Trump 2024 ihr Präsidentschaftskandidat wird. Bei der republikanischen Wählerschaft insgesamt waren es 50 Prozent.

Ende 2022 wollten nur noch 42 Prozent der sehr rechten republikanischen Wähler:innen Trump als Kandidaten. Damit haben diese sich an die republikanische Wählerschaft insgesamt angeglichen, von der sich 38 Prozent Trump als Kandidaten wünschen. Eine Umfrage der Monmouth University vom Dezember ergab, dass sehr rechte Republikaner DeSantis gegenüber Trump für die US-Wahl 2024 bevorzugen. (Johanna Soll)

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