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Nach Sturm aufs Kapitol: In Pelosis Büro posierender Trump-Fan schuldig gesprochen

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Von: Johanna Soll

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Beim Sturm auf das US-Kapitol traten einige Personen besonders hervor, einer von ihnen ist Richard Barnett. Er wurde nun verurteilt.

Washington, D.C. – In der juristischen Aufarbeitung des Sturms auf das US-Kapitol vor zwei Jahren ist nun auch der Eindringling schuldig gesprochen worden, der am Schreibtisch von Nancy Pelosi posierte, der ehemaligen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses. Die Geschworenenjury in der US-Hauptstadt Washington sprach Richard Barnett in acht Anklagepunkten schuldig. In einem separaten Prozess wurden zudem vier Mitglieder der rechtsextremen US-Miliz Oath Keepers der „aufrührerischen Verschwörung“ schuldig befunden.

Barnett wurde unter anderem wegen Behinderung eines offiziellen Vorgangs und wegen Eindringens in ein offizielles Gebäude mit einer gefährlichen oder tödlichen Waffe schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am 3. Mai verkündet werden. Dem Mann aus Gravette im US-Bundesstaat Arkansas droht eine lange Gefängnisstrafe, die Staatsanwaltschaft sprach von bis zu 47 Jahren Haft. Der Richter ordnete an, Barnett unter Auflagen bis zur Strafmaßverkündung auf freiem Fuß zu lassen.

Richard B. aus Arkansas ist wegen mehrerer Straftaten am 6. Januar 2021 angeklagt
Richard Barnett aus Arkansas wurde wegen mehrerer Straftaten im US-Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt © Saul Loeb/AFP

Barnett hatte zusammen mit hunderten Anhängern des abgewählten Präsidenten Donald Trump am 6. Januar 2021 das Kapitol gestürmt, als dort der Wahlsieg des heutigen Präsidenten Joe Biden endgültig bestätigt werden sollte. Barnett drang außerdem in Pelosis Büro ein. Fotos zeigen den Mann, der es sich auf dem Bürostuhl der Demokratin bequem gemacht und seinen Fuß auf ihren Schreibtisch gelegt hatte. Zwei Tage darauf wurde Barnett in Arkansas festgenommen.

Richard Barnett hinterließ vulgäre Notiz auf Pelosis Schreibtisch

Im Kapitol hatte der Mann mit dem Spitznamen Bigo zu Journalisten gesagt, er habe Pelosi einen Zettel mit der Botschaft „Nancy, Bigo war hier, du Schlampe“ hinterlassen. Er war mit einem Spazierstock mit Elektroschocker bewaffnet. Die Kapitol-Erstürmung mit fünf Todesopfern hatte die USA tief erschüttert und international für Entsetzen gesorgt. Die Polizei nahm seither mehr als 950 Verdächtige fest, die juristische Aufarbeitung läuft.

Gegen Trump, der seine Anhänger:innen zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen hatte, war wegen der Kapitol-Erstürmung ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden, das aber im Senat an den Gegenstimmen der Republikaner scheiterte. Im vergangenen November ernannte US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler, der unter anderem Trumps Rolle bei dem Geschehen unter die Lupe nimmt.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss empfahl dem Justizministerium im Dezember, ein Strafverfahren gegen den Ex-Präsidenten einzuleiten. Es geht unter anderem um den Vorwurf der Anstiftung oder Beihilfe zum Aufstand, Behinderung eines offiziellen Vorgangs und Verschwörung gegen die US-Regierung. (jso/AFP)

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