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Harris ist zurück – ihre politische Zukunft bleibt ungewiss

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Von: Johanna Soll

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US-Vizepräsidentin Kamala Harris einwöchige Auslandsreise führte sie nach Asien. Wohin ihre politische Reise geht, ist unklar – derzeit ist sie an Joe Biden gebunden.

Washington, D.C. – US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat ihren Vorgesetzten, US-Präsident Joe Biden, beim Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) vertreten, um Stärke gegenüber China zu zeigen. Die Politikerin bereiste die Region eine Woche lang und schien darauf bedacht, sich keine Ausrutscher zu leisten, wie CNN berichtet. Joe Biden will sich mit seiner Familie beraten und Anfang nächstes Jahr verkünden, ob er 2024 erneut aufseiten der Demokraten für die Präsidentschaft kandidieren will.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei einem Apec-Meeting Thailands Hauptstadt Bangkok
US-Vizepräsidentin Kamala Harris bei einem Apec-Meeting Thailands Hauptstadt Bangkok © Sean Kilpatrick/Imago

Daher war rund um Kamala Harris insbesondere eine Frage von Interesse: Wie steht es um ihre politische Zukunft? „Der Präsident hat gesagt, dass er beabsichtigt zu kandidieren, und wenn er es tut, werde ich mit ihm kandidieren“, sagte Harris am Dienstag (22. November) gegenüber CNN. Es ist das erste Mal, dass sie nach ihren Plänen gefragt wurde, nachdem Ex-US-Präsident Donald Trump kürzlich seine erneute Kandidatur für die US-Wahl 2024 verkündet hatte. Sie sprach zu einer Gruppe von Journalist:innen an Bord eines Schiffes der philippinischen Küstenwache, das im Südchinesischen Meeres stationiert ist.

Bestand das Ziel von Harris’ Reise darin, nichts falsch zu machen, habe sie dies laut CNN erreicht. Die Republikaner wirkten auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal bemüht, vermeintlich peinliche Momente ihrer Reise zu finden. Doch substanzielle Kritik gab es von der Opposition, wie sonst üblich, nicht. Allerdings hielt sich Harris auch weitgehend von der Presse fern und beantwortete auf der einwöchigen Reise nur zweimal politische Fragen der aus Washington, D.C. mitreisenden Journalistinnen – es war eine reine Frauengruppe.

Kamala Harris: Probleme mit Personal und Beliebtheit

Kamala Harris hat es seit Beginn ihrer Vizepräsidentschaft nicht geschafft, ihr Profil zu schärfen und einen festen Platz in der Biden-Regierung einzunehmen. Wenn überhaupt über sie berichtet wurde, dann selten positiv: Es waren anonyme Quellen, die von einem schwierigen Verhältnis zwischen Präsident und Vize berichteten oder auch davon, dass Harris sich von Biden beiseitegeschoben fühle. Außerdem sorgte Harris für Schlagzeilen, weil es in ihrem Team zu häufigen Personalwechseln kam, es war auch von einer toxischen Arbeitsatmosphäre die Rede.

Auch um die Beliebtheit der ersten schwarzen US-Vizepräsidentin ist es nicht gut bestellt. Die Nachrichten-Website FiveThirtyEight, bekannt für politische Umfragen und Prognosen, erzeugt einen Mittelwert aus vielen Umfragen. Die Beliebtheit von Joe Biden und Kamala Harris wird in den USA regelmäßig in Umfragen ermittelt. Nach ihrem Amtsantritt im Frühling 2021 waren 55 Prozent der Befragten mit Kamala Harris zufrieden, 32 Prozent waren unzufrieden. Inzwischen haben nur noch 53 Prozent ein positives Bild von ihr, wohingegen knapp 40 Prozent nicht viel von ihr halten. (Johanna Soll)

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