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Wirbel um Biden: US-Präsident sagt mitten im Satz „Prostituierte“

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Von: Andreas Schmid

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Joe Bidens Versprecher nehmen zu. Nun hat er ohne Zusammenhang von „Prostituierten“ sinniert.

Washington, D.C. - US-Präsident Joe Biden* hat eine etwas seltsame Pressekonferenz gegeben. Im Rosengarten des Weißen Hauses sprach Biden über strengere Waffengesetze – und nahm plötzlich kontextlos das Wort Prostituierte in den Mund.

Zunächst suchte Biden einen Vergleich zwischen der Waffen- und Tabakindustrie. „Stellen Sie sich vor, die Tabakindustrie wäre immun dagegen, dass Prostituierte verklagt werden“, sagte Biden inmitten seines Statements. Der 79-Jährige wollte aber wohl über fehlende juristische Grenzen sprechen. Er verwechselte offenbar das Wort Strafverfolgung (prosecution) mit Prostituierte.

Joe Biden: „Kognitiv beeinträchtigter Biden wird zum Gespött“

Das offizielle Video des Weißen Hauses zeigt, dass Biden diese Worte tatsächlich gesagt hat. Interessant: Im offiziellen Transkript von Bidens Rede wird der Versprecher etwas korrigiert, das Wort „Prostituierte“ nicht ausgeschrieben: „Stellen Sie sich vor, die Tabakindustrie wäre immun gegen Prost- verklagt zu werden.“

Bidens Versprecher erreichte in sozialen Medien schnell große Aufmerksamkeit. Vielfach diskutierten Internetnutzer über die Gründe seines Schnitzers. Der Fernsehsender Sky News Australia veröffentlichte auf Youtube einen Ausschnitt von Bidens Rede und betitelte es mit den Worten „kognitiv beeinträchtigter Biden wird nach Tabakindustrie-Fauxpass zum Gespött“. Das Video hat nach einem Tag schon 1,5 Millionen Aufrufe. Auch etliche konservative Medien griffen die Geschichte auf.

Im Rosengarten lief auch fernab des Versprechers nicht alles glatt. Biden* machte ungenaue Angaben zu Waffengesetzen und verwechselte das Bureau of Alcohol, Tobacco, and Firearms mit der American Federation of Teachers. Eine dem Justizministerium untergliederte Behörde mit einer Gewerkschaft. Das republikanernahe Portal Miami Standard schrieb: „Bidens Äußerungen ließen einige Amerikaner den Kopf schütteln, die sich Sorgen über die kognitiven Fähigkeiten des Präsidenten machen.“

Joe Biden: Immer wieder Schnitzer - bittere Umfrage

Biden sorgt derzeit immer wieder für Aussetzer bei Pressestatements. Zuletzt erzählte der 79-Jährige, dass er bald seinen „58. Geburtstag“ feiern werde. Er vergaß den Namen des australischen Premierministers und nannte ihn nur den „Kerl aus Down Under“. Und: Er sorgte mit seiner „Eskalation der Worte“, wie Emmanuel Macron meinte, für eine nicht gerade glückliche Krisendiplomatie*. Biden sagte „gottverdammt“, Wladimir Putin dürfe „nicht mehr Präsident sein“. Auch bezeichnete er ihn als „Schlächter“. Die Irritationen waren laut. Will Biden Putin absetzen? Das Weiße Haus musste zumindest öffentlich zurückrudern.

US-Präsident Biden auf einer Pressekonferenz
US-Präsident Joe Bidens Pressekonferenz sorgte für Irritationen. © Carolyn Kaster/picture alliance (Archivfoto)

Im Ukraine-Krieg* wirken derartige sprachliche Mängel deutlich schwerwiegender als ein vergleichsweise amüsanter „Prostituierten“-Versprecher. Jedes Wort kann Folgen haben. Biden etwa sagte in Richtung US-Soldaten, sie würden „das Rückgrat“ der Ukraine „sehen, wenn ihr dort seid.“ Auch das kann man durchaus als Einmischen in den Krieg interpretieren*. Auch hier ruderte Biden schließlich zurück.

Alles halb so wild? Der Eindruck eines „senilen Mannes“, wie Donald Trump* den 79-Jährigen stets diskreditiert hat, bleibt dann doch irgendwie – auch in der US-Bevölkerung. Laut einer aktuellen Umfrage der Washington Post und dem US-Sender ABC News glauben 54 Prozent der Befragten nicht, dass Biden „die Geistesschärfe besitzt, die für eine wirkungsvolle Ausübung des Präsidentschaftsamtes nötig ist“. (as)

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