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Beuch bei Biden und Harris

Merkel in den USA: Harris empfängt Kanzlerin

Es ist wohl ihr letzter offizieller Besuch in den USA: Kanzlerin Merkel trifft US-Präsident Joe Biden und Vize Kamala Harris.

Update, 15.45 Uhr: Angela Merkel hat den offiziellen Teil ihres Besuches in Washington begonnen. US-Vizepräsidentin Kamala Harris empfing die Kanzlerin zunächst zu einem gemeinsamen Frühstück in ihrem Amtssitz. Beide hoben dabei die Bedeutung gemeinsamer Werte ihrer beiden Länder hervor. Harris sagte bei der Ankunft der Kanzlerin, sie sei sehr geehrt, Merkel zu treffen. Merkel betonte die Notwendigkeit, gemeinsam daran zu arbeiten, „demokratische Werte zu stärken“.

Bei ihrer vermutlich letzten Reise nach Washington als Bundeskanzlerin wird Merkel gegen 20.00 Uhr deutscher Zeit von US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus empfangen.

Angela Merkel und Kamala Harris im Gespräch.

Anders als bei Trump: Merkel besucht Biden - Harmonie erwartet

Erstmeldung vom Donnerstag, 15.07.2021: Washington, D.C. - Zu ihrem vermutlich letzten offiziellen Besuch ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den USA angekommen. Merkel landete am Mittwochabend (14.07.2021) auf dem internationalen Flughafen von Washington D.C., wie die deutsche Botschaft mitteilte. Sie wird am Donnerstag (15.07.2021) zunächst Vizepräsidentin Kamala Harris und später im Weißen Haus den US-Präsident Joe Biden treffen. Dort ist auch eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem Präsidenten geplant (22.15 Uhr MESZ).

Angela Merkels Besuch symbolisiert die Wiederbelebung der deutsch-amerikanischen Beziehungen, die in der Amtszeit von Bidens Vorgänger Donald Trump stark gelitten hatten. Doch auch unter dem neuen Präsidenten bleiben Konfliktthemen bestehen, insbesondere der Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Die US-Regierung ist strikt gegen die nahezu fertiggestellte Pipeline zwischen Russland und Deutschland. Biden verlangt nun Zusicherungen Deutschlands für das Gastransitland Ukraine.

Merkel bei Joe Biden: Härterer Kurs gegenüber China gefordert

Joe Biden dürfte Merkel auch zu einem härteren Kurs gegenüber China drängen. Washington sieht das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als größte geopolitische Herausforderung an und will die westlichen Verbündeten überzeugen, eine starke Front gegen Peking aufzubauen. In Deutschland stößt das angesichts der wichtigen Handelsbeziehungen zu China auf zurückhaltende Reaktionen.

Weitere wichtige Gesprächsthemen könnten die Lage im Bürgerkriegsland Afghanistan, der Umgang mit Russland und der Konflikt in der Ostukraine, der Klimawandel, US-Strafzölle, das Atomprogramm des Iran und der Patentschutz für Corona-Impfstoffe sein. Zuletzt ist zudem der Druck auf Merkel gewachsen, das seit März 2020 wegen der Corona-Pandemie geltende US-Einreiseverbot für Europäer anzusprechen. Die EU hatte im Juni Einreisebeschränkungen für US-Bürger aufgehoben.

Die Bilder zeigen die Zusammenkünfte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den US-Präsidenten.

Merkel bei Trump: Keine freundschaftliche Beziehung

Joe Biden sieht einen Wiederaufbau der Beziehungen zu den traditionellen westlichen Verbündeten als eine seiner außenpolitischen Hauptaufgaben an. Donald Trump hatte Partner wie Deutschland und die anderen EU- und Nato-Staaten immer wieder mit Alleingängen und Verbalattacken vor den Kopf gestoßen, Anfang 2017 hatte sich das Verhältnis zwischen Washington und Berlin rapide verschlechtert.

Der Rechtspopulist im Weißen Haus pfiff auf internationale Abmachungen, brüskierte regelmäßig die Bundesregierung und attackierte Berlin in Handelsfragen und wegen der deutschen Verteidigungsausgaben. Im Sommer 2020 berichtete der US-Investigativjournalist Carl Bernstein, Trump habe die Kanzlerin in einem Telefonat einmal als „dumm“ beschimpft und ihr vorgeworfen, in der Hand der Russen zu sein.

Merkel wiederum kaschierte kaum ihre Geringschätzung für Trump und griff dabei auf ihr bekanntes Mienenspiel zurück. Bei einem Besuch Merkels im Weißen Haus im März 2017 war das unterkühlte Verhältnis deutlich spürbar. Zwei Monate später distanzierte sich Merkel in einer berühmt gewordenen Bierzeltrede in Bayern deutlich von Trump: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei.“

Kanzlerin Merkel erhält Ehrendoktorwürde

Anders dürfte der Empfang für Merkel, die nach der Bundestagswahl im September und der Bildung einer neuen Bundesregierung aus dem Kanzleramt ausscheiden wird, bei Biden verlaufen. Merkel ist die erste europäische Regierungschefin, die von dem seit Januar amtierenden Präsidenten ins Weiße Haus eingeladen wurde.

Biden wird am Donnerstagabend gemeinsam mit First Lady Jill Biden ein offizielles Abendessen für Merkel und ihren Ehemann Joachim Sauer veranstalten. Die Kanzlerin wird in Washington außerdem die Ehrendoktorwürde der renommierten Johns-Hopkins-Universität verliehen bekommen. (ktho/afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Can Merey/dpa

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