Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Klimaschutz

USA: Joe Biden ernennt John Kerry zum „Klima Zar“

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
    schließen

Der Ex-Außenminister John Kerry soll als Klimaschutz-Beauftragter unter Joe Biden die Schäden der Trump-Ära rückgängig machen.

  • Der künftige US-Präsident Joe Biden hat John Kerry in den USA zum Sonderbeauftragten für Klimaschutz ernannt.
  • John Kerry hat bereits zahlreiche Erfahrungen auf dem Gebiet Klimaschutz.
  • Als erstes soll John Kerry einen Klimagipfel organisieren, den Joe Biden angekündigt hat.

USA – John Kerry soll der „Climate Czar“ in der neuen US-Regierung werden. Der Klima-Zar. Natürlich ist das nicht der offizielle Titel. Aber ein Signal dafür, wie wichtig der designierte Präsident Joe Biden den Klimaschutz nimmt. Biden hat den früheren US-Außenminister zum „Sonderbeauftragten für Klimafragen“ gemacht.

Das ist ein neugeschaffener Posten im Kabinett, also mit Zugang zum inneren Machtzirkel in Washington. Kerry wird auch im Nationalen Sicherheitsrat (NSC) sitzen. Deutlicher hätte Biden kaum machen können, dass er die Klima-Abrisspolitik seines des noch amtierenden Vorgängers Donald Trump beenden will.

John Kerry soll als Klimaschutz-Beauftragter unter Joe Biden die Schäden der Trump-Ära rückgängig machen

Kerry, mit fast 77 Jahren wie Biden ein Veteran der US-Politik, ist ein diplomatisches Schwergewicht. Er hat als Außenminister unter Präsident Barack Obama das Nuklearabkommen mit dem Iran und den Pariser Weltklimavertrag maßgeblich mit ausgehandelt.

Aus beiden ist Trump ausgestiegen, im Fall von „Paris“ trat der Rückzug just am Tag nach der Präsidentschaftswahl in Kraft. Biden hat angekündigt, sein Land am ersten Tag im Amt, am 20. Januar, wieder in den Klimapakt zurückzuführen. Und Kerry fällt der Job zu, das Image der USA als verlässlicher internationaler Partner in der Klimapolitik wiederherzustellen.

John Kerry hat bereits zahlreiche Erfahrungen auf dem Gebiet Klimaschutz

Er kennt sich mit dem Thema aus. Schon auf dem Gipfel 1992 im brasilianischen Rio de Janeiro war der Demokrat als Senator in der US-Delegation dabei. Damals wurde die Klima-Rahmenkonvention verabschiedet, seither die Grundlage für die Verhandlungen auf UN-Ebene zur CO2-Begrenzung.

Auf dem Paris-Gipfel 2015 sorgte er dann mit dafür, dass die beiden Ober-Einheizer des Planeten, China und die USA, den Weg für das Weltklimaabkommen freimachten, das erstmals alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtete. Jetzt, als „Zar“ in spé twitterte Kerry: „Die Arbeit, die mit den Pariser Abkommen begonnen hat, ist längst nicht getan.“ Er kehre in die Regierung zurück, „um Amerika wieder auf Kurs zu bringen und die größte Herausforderung dieser und der folgenden Generation anzugehen“.

Als erstes soll John Kerry den von Joe Biden angekündigten globalen Klimagipfel organisieren

Auf Kerry warten im ersten Amtsjahr glich zwei wichtige Meilensteine. Als erstes muss er einen globalen Klimagipfel organisieren, den Biden innerhalb der ersten 100 Tage angekündigt hat. Danach geht es dann um den aktiven Wiedereinstieg in die UN-Klimaverhandlungen. Bis zum nächsten Gipfel im Herbst im schottischen Glasgow muss Washington ein CO2-Ziel für 2030 vorlegen, das die USA möglichst in die Spur für das globale 1,5- bis Zwei-Grad-Erwärmungslimit bringt, wie es im Paris-Vertrag festgelegt ist.

Darüber, wie scharf das ausfällt, dürfte es innenpolitisch viel Streit geben. Viel wird dabei davon abhängen, ob die Demokraten bei den Stichwahlen im Januar in Georgia die Mehrheit im derzeit von den Republikanern beherrschten Senat holen können.

Kerry hat bei dem Thema immerhin bereits bewiesen, dass er über Parteigrenzen hinweg arbeiten kann. Voriges Jahr gründete er eine Klimakoalition („World War Zero“), in der neben Stars wie Leonardo DiCaprio, Ashton Kutcher auch gemäßigte Republikaner mitmachen, der frühere kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger zum Beispiel. Ob das reicht, auch eingefleischte Trump-Republikaner zu überzeugen, steht auf einem anderen Blatt. (Joachim Wille)

Rubriklistenbild: © AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare