Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Studie bemängelt, dass Atomanlagen im Mittleren Osten strenger kontrolliert werden müssten.
+
Eine Studie bemängelt, dass Atomanlagen im Mittleren Osten strenger kontrolliert werden müssten.

Mittlerer Osten

„Gefährlich veraltet“: Gremium aus Fachleuten bemängelt Atomkontrollen

  • Sandra Kathe
    vonSandra Kathe
    schließen

Die Gespräche zur Wiederaufnahme des Atomabkommens zwischen USA und Iran laufen. Doch eine US-Studie warnt vor den Folgen zu lascher Atomkontrollen.

Washington D.C. – Während die Gespräche zur Wiederaufnahme des Atomabkommens zwischen USA und Iran in Wien laufen, hat ein US-Forschungsinstitut die Aktualität und Wirksamkeit von Atomkontrollmechanismen überprüft. Das Fazit der am Donnerstag (27.05.2021) veröffentlichten Studie aus den USA: Die Kontrollwerte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), die noch immer auf Werten der im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Atombomben basieren, seien „gefährlich veraltet“.

Die Fachleute des Forschungsinstituts zur Nichtverbreitung von Atomwaffen (NPEC) haben in der zweijährigen Studie anhand von Berechnungen und Simulationen herausgefunden, dass die Werte für den Bau von Atomwaffen, die die Häufigkeit von Kraftwerk-Kontrollen durch die IAEO festlegen, „viel zu hoch“ seien, um rechtzeitig festzustellen, dass Material aus der Atomenergie-Gewinnung für militärische Zwecke missbraucht worden sei. Auch mit deutlich niedrigeren Mengen an Plutonium und Uran als den derzeit für Kontrollen festgelegten Grenzwerten, sei es laut der Studie möglich, Waffen herzustellen, die bei bodennahen Detonationen in den Städten des Mittleren Ostens Hunderttausende Leben kosten könnten.

Atomabkommen zwischen USA und Iran: Grenzwerte sind veraltet

Um sicherzustellen, dass beim Betrieb von Atomkraftwerken keine Materialien für militärische Zwecke missbraucht werden, hatte die 1957 gegründete IAEO festgelegt, dass 25 Kilogramm Plutonium und acht Kilomgramm angereichertes Uran als so genannte signifikante Mengen gelten. Die Studie des NPEC allerdings stellt nun fest, dass mit neueren Technologien als denen aus dem Zweiten Weltkrieg, bereits bei einem bis drei Kilogramm Plutonium und 2,5 bis acht Kilogramm Uran große Gefahren drohen.

„In dem Bericht geht es um Details, die sich auch die Unterhändler des Atomabkommens mit dem Iran genauer ansehen sollten“, sagte NPEC-Chef Henry Sokolsky dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera. Besonders wichtig sei dabei ein Blick auf die Materialmengen, die ausreichen, eine Bombe zu bauen, und ob die im Abkommen festgelegten Grenzmengen bei Kontrollen ausreichen, beim Fehlen dieser Mengen Alarm zu schlagen. „Die Häufigkeit von Kontrollen durch die IAEO müssten dann angepasst werden“, so Sokolsky.

Unterhändler in Wien vor Atomabkommen: Iran und USA müssen sich wieder annähern

Auf Nachfrage von Al Jazeera hat ein Sprecher der IAEO per E-Mail eine Stellungnahme zu den aktuell geltenden Grenzwerten abgegeben: „Auch wenn die Werte sich nicht geändert haben, sind die von der IAEO getroffenen Schutzmaßnahmen in der Lage, rechtzeitig Hinweise zu liefern, wenn kleinere Mengen an nuklearem Material umgelegt werden“, heißt es seitens der Behörde. Das genüge nach wie vor, um Angriffe rechtzeitig verhindern und Menschenleben retten zu können.

Das 2015 geschlossene Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran wird derzeit von Unterhändlern in Wien neu verhandelt, nachdem Donald Trump, der Vorgänger von Joe Biden im Amt des US-Präsidenten, das Abkommen aufgekündigt hatte. (Sandra Kathe)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare