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Derek Chavin George Floyd
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Derek Chauvin kniete noch auf George Floyd, als dieser schon keinen Pulsschlag mehr aufwies.

5Prozess

Tod von George Floyd: Derek Chauvin kniete noch auf verstorbenem Floyd

  • vonMirko Schmid
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  • Sonja Thomaser
    Sonja Thomaser
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Der Strafprozess gegen Derek Chauvin läuft. Chauvin soll noch auf dem Nacken von George Floyd gekniet haben, als dieser schon keine Lebenszeichen mehr aufwies.

Update von Freitag, 02.04.2021, 12.35 Uhr: Im Strafprozess gegen Derek Chauvin, der George Floyd mutmaßlich getötet hat, berichten Augenzeugen über schockierende Einzelheiten. Rettungssanitäter Derek Smith sagt, dass Floyd zum Zeitpunkt des Eintreffens der Rettungskräfte bereits keinen Puls mehr gehabt habe und verstorben war - zu diesem Zeitpunkt sei Chauvins Knie noch auf dem Nacken Flyods gewesen.

Derek Smith sagt aus, dass er nach seiner Ankunft am Tatort zunächst versucht habe, einen Pulsschlag an der Halsschlagader von George Floyd zu fühlen: „Ich habe keinen gespürt. Um es laienhaft zu sagen: Ich dachte, er sei tot.“ Sowohl Smith als auch sein Kollege Seth Bravinder hatten anschließend versucht, Floyd im Rettungswagen per Herzdruckmassage und mittels eines Defibrillators zu reanimieren - erfolglos. Auch nach der Ankunft im Krankenhaus wurde bei Floyd „ein Herzstillstand“ festgestellt. Bravider gibt vor Gericht zu Protokoll, dass Floyd „nicht ansprechbar“ gewesen sei: „Ich habe nicht gesehen, dass er sich bewegt oder atmet.“

Tod von George Floyd: Bilder der Körperkameras lösen Bestürzung im Gerichtssaal aus

Update von Donnerstag, 01.04.2021, 13.50 Uhr: Der Prozess um den gewaltsamen Tod von George Floyd musste für einige Minuten unterbrochen werden, da ein Augenzeuge nach Abspielen der Körperkamera-Aufnahmen weinend zusammengebrochen war und nicht mehr vernehmungsfähig war.

„Man sieht, wie traumatisch solch ein Erlebnis ist“, erklärte ein ehemaliger Staatsanwalt bei CNN die Szenen im Gericht. „Die emotionalen Auswirkungen dieses Erlebnisses werden ihn den Rest seines Lebens begleiten.“ Vor Abspielen der Aufnahmen war der Zeuge völlig ruhig gewesen. Auch der CNN-Moderatorin waren nach den Szenen im Gericht die Tränen gekommen.

Prozess nach Tod von George Floyd: Aufnahmen von Körperkameras ausgewertet

Erstmeldung von Donnerstag, 01.04.2021, 12.08 Uhr: Minneapolis – Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd sind die Aufnahmen der Körperkameras ausgewertet worden. Das Material, das die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (31.03.2021) vor dem Gericht in Minneapolis präsentierte, zeigt die Festnahme Floyds am 25. Mai 2020. Darin ist zu sehen, wie der angeklagte weiße Polizist Derek Chauvin minutenlang das Knie in Floyds Nacken drückt, obwohl dieser mehrfach klagt, er bekomme keine Luft.

Die Videos zeigen, wie George Floyd von vier Polizisten mit vorgehaltener Waffe festgenommen wird, weil dieser mit einem mutmaßlich falschen 20-Dollar-Schein bezahlt haben soll. Auf einer der Aufnahmen ist Floyd zu hören, der "bitte erschießt mich nicht" sagt, als die Beamten ihn vor dem Laden aus seinem Wagen holen. Sie legen dem Afroamerikaner Handschellen an und bringen ihn zu einem Streifenwagen.

Die zunehmende Nervosität von George Floyd lässt sich auf den Videos erkennen, als die Polizisten ihn auf den Rücksitz des Autos setzen wollen. "Ich bin klaustrophob, Mann", teilt er den Beamten wiederholt mit. "Wieso macht ihr das mit mir?"

George Floyd bei Festnahme durch Polizei gestorben: Tod löste Proteste aus

George Floyd fällt dabei auf die Straße neben dem Wagen. Drei Polizisten halten ihn daraufhin fest und Derek Chauvin drückt ihm sein Knie in den Nacken. Dessen Kamera löst sich bei der Auseinandersetzung und fällt unter das Auto, die seiner Kollegen filmen jedoch weiter. Immer wieder sagt Floyd: "Ich kann nicht atmen." Später in den Aufnahmen sagt einer der Polizisten: "Ich glaube er ist ohnmächtig" und fragt, ob sie ihn "auf die Seite rollen" sollten. Die Aufnahmen laufen weiter, bis ein Krankenwagen eintrifft und den bewusstlosen Floyd ins Krankenhaus bringt, wo er für tot erklärt wird.

Der auf einem Handyvideo festgehaltene Tod von George Floyd löste in den USA beispiellose Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Prozess gegen Derek Chauvin nach Tod von George Floyd: „Mord zweiten Grades“

Derek Chauvin ist vor dem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota wegen Mordes und Totschlags angeklagt. Dem 44-Jährigen drohen bis zu 40 Jahre Haft, falls er für den am schwersten wiegenden Vorwurf, "Mord zweiten Grades", verurteilt wird. Da die Öffentlichkeit angesichts der Corona-Pandemie nicht an der Verhandlung teilnehmen kann, wird diese im Internet übertragen. Es wird erwartet, dass der Prozess etwa einen Monat lang dauert.

Ein Plakat mit einem Bild von George Floyd: Der Prozess gegen den Ex-Polizisten Chauvin wegen der Tötung des unbewaffneten schwarzen George Floyd wird fortgesetzt.

Drei weitere ehemalige Polizeibeamte wurden ebenfalls im Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd angeklagt. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt einzeln vor Gericht gestellt werden. (ktho/afp)

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