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„Turning Point USA“ Gründer Charlie Kirk bei einer „Culture War“ Veranstaltung 2019.
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„Turning Point USA“ Gründer Charlie Kirk bei einer „Culture War“ Veranstaltung 2019.

„Turning Point USA“

Winter-Gala: Republikanische High-Society ignoriert Corona-Pandemie – „Ihr sperrt uns nicht länger ein“

  • vonSebastian Richter
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Bei der jährlichen Winterparty von „Turning Point USA“ lässt man sich nicht von Tausenden Toten und einer gesundheitlichen Krise einschränken.

  • In Florida hält die rechtskonservative Studentenbewegung „Turning Point USA“ eine Wintergala ab.
  • Jeder, der in den USA bei den Republikanern macht besitzt, ist anwesend.
  • Auf ein Hygienekonzept wird trotz Corona-Pandemie verzichtet.

Florida – In den USA sterben jeden Tag Tausende Menschen an einer Infektion mit COVID-19. Alleine der Bundesstaat Florida meldete seit Beginn der Pandemie über 20.000 Todesfälle. Doch statt Vorsicht walten zu lassen und die Infektionszahlen zu begrenzen, feiert die politische und ideologische Elite Rechtsaußen in Palm Beach weiter – in einer Zeit, in der es eigentlich wenig zu feiern gibt.

Republikanische Winter-Gala in Palm-Beach: Maskenlos trotz Corona-Pandemie

Eine Gala im Palm-Beach-County in Florida eröffnete den viertägigen Studenten-Gipfel der rechtspopulistischen Non-Profit-Organisation „Turning Point USA“. Veranstaltungsort: Ballsaal eines Mar-a-Lago Hotels, einer der Lieblingsplätze und Eigentum Donald Trumps. Auch Vizepräsident Mike Pence soll während des Gipfels eine Rede halten. „Diese Veranstaltung steht für Freiheit“, sagte der Gründer der Gruppe, Charlie Kirk, „ihr sperrt uns nicht länger ein und bringt uns zum Schweigen“. Während seiner 15-minütigen Rede am Samstag prangerte der 27-Jährige die COVID-19-Beschränkungen an, wie die Palm-Beach-Post berichtete.

Das Programm ist gefüllt mit so ziemlich allen bekannten Namen der rechtskonservativen Szene der USA. Neben Donald Trump Jr., Trump Anwalt Rudi Giuliani, Fox-News Moderatoren Tucker Carlson und Kimberly Guilfoyle stehen auch bekannte Politiker wie die Senatoren Rand Paul und Ted Cruz auf der Bühne. Im Publikum weitere Bekannte Gesichter wie die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany. Die ist natürlich gerne bereit, mit ihren Fans zu posieren. Social-Distancing macht sich nicht gut auf Fotos – also wird zusammengerückt.

Keine Maskenpflicht auf Gala der Republikaner: Auch trotz Corona

Mehr als 2000 Tickets wurden für die Veranstaltung verkauft, ein Hygienekonzept stolz abgelehnt, Maskenpflicht gibt es keine. Der Ansturm, dabei zu sein, war so groß, dass ein Bewerbungsverfahren eingeführt werden musste. Wer sich für eines der begehrten Tickets bewarb, musste online ankreuzen, „freiwillig alle Risiken“ für eine mögliche COVID-19-Infektion zu übernehmen.

Um dabei zu sein, muss man der „Turning Point USA“ einen kleinen Beitrag für weitere Projekte spenden. Die Höhe ist frei wählbar, mindestens jedoch 2.000 Dollar. Je mehr man spendet, desto tiefer darf man in die Welt der Corona-Maßnahmen-Gegner eintauchen. Für schlappe 100.000 Dollar kann man sich mit einer „Photo Opportunity“ bei Charlie Kirk und den anderen prominenten Maskengegnern dem Corona-Ansteckungsrisiko aussetzen.

Kayleigh McEnany, Pressesprecherin des Weißen Hauses war auch bei der Gala dabei.

Republikaner ignorieren Corona-Richtlinien – und gefährden nicht nur sich selbst

Die COVID-19 Richtlinien aus Palm-Beach-County schreiben vor, dass „in allen Geschäften und Einrichtungen“ Gesichtsbedeckungen zu tragen seien. Fotos der prunkvollen Gala zeichnen ein anderes Bild: Während Gäste und Redner dreist die teils selbst durchgesetzten Regelungen missachten, halten sich nur die Kellner an die Maskenpflicht.

Solche Veranstaltungen stellen ein vermeidbares Risiko der Verbreitung des Coronavirus dar. Nicht nur für die teilnehmenden Republikaner setzen sich der Gefahr einer Ansteckung aus. Jill Roberts, eine Professorin mit Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sagte es sei „eine Schande, dass weiterhin Veranstaltungen dieser Art stattfinden“, die leicht das Coronavirus verbreiten können. Superspreading-Events gefährden „nicht nur die Menschen, die teilnehmen, sondern auch die notwendigen Arbeiter, die keine andere Wahl haben, als teilzunehmen“. Laut Roberts pendeln diese Arbeiter in die umliegenden Gemeinden und könnten das Coronavirus so aus Palm Beach tragen und in der Region verbreiten.

Republikanische Partei abgekoppelt von der Realität – auch von Corona

Das sichtbare Maß der Ignoranz auf den Fotos der Winter-Gala ist keine Überraschung. „Immer und immer wieder sehen wir republikanische Führer ihre eigenen Regeln machen,“ sagte die demokratische Abgeordnete Anna Eskamani. „Wir sind in einer Krise in Florida. Diese Fotos zeigen nicht nur, wie völlig abgekoppelt die Republikanische Partei von der Realität ist, sondern schadet unserer Fähigkeit, aus dieser Pandemie kommen.“

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