Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fox News

Anthony Fauci bei Fox News: Immunologe gibt Moderator Kontra

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Der US-TV-Sender Fox News findet sich in der Zeit nach Donald Trump nur schwer zurecht. Die Gäste äußern immer häufiger offene Kritik. So auch der Immunologe Anthony Fauci.

  • Fox News war einst der Lieblingssender von Donald Trump.
  • Gäste wie Anthony Fauci üben bei Fox News immer häufiger und offen Kritik an den Moderatorinnen und Moderatoren.
  • Tucker Carlson verteidigte zuletzt sogar die QAnon-Bewegung und schießt gegen Demokraten.

Update, Mittwoch, 27.01.2021, 12.00 Uhr: Der TV-Sender Fox News hat es in den USA zurzeit nicht ganz leicht. Der abgewählte Präsident Donald Trump will von seinem einstigen Lieblingssender nicht mehr viel wissen, dafür spielen Kanäle wie OAN oder Newsmax eine immer wichtigere Rolle im konservativen Amerika.

Thema Donald Trump: Anthony Fauci legt sich auf Fox News mit Moderatorin an

Noch immer natürlich geben sich große Namen bei Fox News ein Stelldichein. Doch die nicken die Fragen nicht einfach so ab, sondern geben vermehrt Kontra. Dies tat auch der Top-Immunologe Anthony Fauci. Fast das komplette 28-minütige Interview in der Sendung America’s Newsroom drehte sich gar nicht um die Corona-Krise, sondern um Faucis angespanntes Verhältnis zu Donald Trump. Co-Moderatorin Dana Perino war davon wenig begeistert. Auch Fauci fand, dass es besser sei, nach vorne zu schauen und nicht zurück.

Doch der zweite Co-Moderator Bill Hemmer war mit dieser Aussage gar nicht einverstanden. Er unterbrach Anthony Fauci mitten im Satz, um sich über den Ton der kritischen Bemerkungen Faucis gegenüber Donald Trump zu beschweren. „Es scheint halt so, als ob es diese Aggressivität gegenüber der Trump-Regierung gäbe“, sagte er. „Sie sind doch der angesehenste Mann in Amerika bei diesem Thema. Warum fühlen Sie sich überhaupt verpflichtet, diese Fragen zu beantworten?“ Als Fauci versuchte, ihm zu antworten, fügte Hemmer hinzu: „Und als Sie im Weißen Haus waren, hat Sie doch niemand am Reden gehindert, oder?“

Anthony Fauci gibt Fox News Kontra.

„Nein, deshalb bin ich in Schwierigkeiten geraten“, antwortete Anthony Fauci, ehe er Hemmer vorwarf, genau das zu tun, was er anderen zuvor vorgehalten hatte. „Jetzt wärmen wir diese alten Sachen schon wieder auf“, sagte Fauci. „Nein, wir sollten das hinter uns lassen und einen Blick auf die Probleme werfen, die vor uns liegen.“

Fox News: Tucker Carlson verteidigt QAnon-Bewegung und schießt gegen Demokraten - „Verbotene Idee“

Erstmeldung vom 26.01.2021: New York – Nach dem Sturm auf das US-Kapitol wollen die Demokraten im Kongress gegen die Verantwortlichen vorgehen. Mit einem Gesetzesvorschlag der Abgeordneten Stephanie Murphy sollen Verfechter:innen der QAnon-Verschwörungstheorie künftig davon abgehalten werden, auf geheime Informationen zugreifen zu dürfen. Wer dies nämlich tun möchte, muss einen 130 Seiten langen Fragebogen ausfüllen und Angaben über die Berufslaufbahn, Auslandsaktivitäten, die psychologische Gesundheit, Vorstrafen und Verbindungen zu Organisationen machen.

Tritt das Gesetz in Kraft, wird man zudem mitteilen müssen, ob man mit einer Bewegung assoziiert ist, die „Verschwörungstheorien und falsche Informationen über die US-Regierung“ verbreitet. Auch Personen, die am 6. Januar bei den Ausschreitungen im Kapitol in Washington D.C. teilgenommen haben, sollen bei diesen Formalitäten ausgesiebt werden. Der Entwurf macht Tucker Carlson allerdings stutzig. Der Kommentator des konservativen Fernsehsenders Fox News und Loyalist von Donald Trump befürchtet, dass die „diktatorischen“ Demokraten jegliche Kritik verbieten und eine „Einparteienherrschaft“ anstreben.

Tucker Carlson sieht einen Gesetzesvorschlag der Demokraten bezüglich „QAnon“ als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Fox News: Tucker Carlson verteidigt QAnon-Verschwörungstheoretiker:innen und attackiert Demokraten

In seiner Sendung „Tucker Carlson Tonight“ bei Fox News zieht der Moderator zunächst über liberale US-Medien her. Er zeigt Ausschnitte von Nachrichtensendungen bei „CNN“ oder „MSNBC“, in denen von Beweisen für eine Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016 die Rede war. Diejenigen, die jahrelang „lachhafte“ und „widerlegte“ Verschwörungstheorien verbreitet hätten, dass Wladimir Putin die US-Regierung kontrolliere, seien von diesem Gesetz der Demokraten ausgenommen. „Ganz im Gegenteil“, so Tucker Carlson, „dieses Gesetz wurde erarbeitet, um sie vor Eurer Kritik zu schützen“.

„Jeder, der Stephanie Murphy kritisiert, könnte unter Stephanie Murphys Gesetz bestraft werden“, behauptet Carlson. „Oh. Jetzt macht es Sinn, oder?“ Er empört sich darüber, dass man weder Chinas wachsende Macht, noch eine drohende Hyperinflation als größte Bedrohung für die USA ansehe, sondern QAnon, „eine verbotene Idee“. Derzeit beobachte man eine „tiefgreifende Veränderung in Amerika“, mehr noch: „Es gibt einen klaren Strich zwischen Demokratie und Tyrannie, zwischen Selbstbestimmung („self-government“) und Diktatur. Dieser Strich ist euer Gewissen. Das können sie nicht übertreten.“ Mehr könne überhaupt nicht auf dem Spiel stehen, so Tucker Carlson.

Fox News: Tucker Carlson fürchtet sich vor Angriff der Demokraten auf QAnon

Die Regierung habe zwar jedes Recht, jemandem vorzuschreiben, was man tun soll. Dies sei normal und legitim. Eine demokratische Regierung könne jedoch niemandem vorschreiben, was man denken soll. „Euer Verstand gehört euch und nur euch. Sobald Politiker versuchen, zu kontrollieren, was ihr glaubt, sind sie keine Politiker mehr. Sie sind per Definition Diktatoren. Und wenn sie damit erfolgreich sind, ist man kein Bürger, kein freier Mensch mehr. Man ist ein Sklave.“ Tucker Carlson sieht auch Fox News von den Demokraten angegriffen. Man wolle verbieten, den Sender überhaupt gucken zu dürfen, behauptet er, „weil Fox News gewaltsam eliminiert werden soll“.

Was ist „QAnon“?

QAnon (/kjuːəˈnɒn/), kurz Q, bezeichnet eine Person oder Gruppe, die Verschwörungstheorien mit häufig rechtsextremen Hintergründen und Tendenzen im Internet verbreitet. Die zentrale Behauptung der mutmaßlich in den USA agierenden Person oder Gruppe und ihrer Anhängerschaft ist, dass sich ein Zirkel einflussreicher, satanistischer und weltweit operierender Mitglieder der wirtschaftlichen und politischen Elite verschworen hat. Dieser Zirkel entführt der Verschwörungstheorie nach Kinder, um sie zu foltern, ihr Blut zu trinken und sie zu ermorden, um damit in den Besitz ewiger Jugend zu gelangen.

Der Held der QAnon-Anhängerschaft ist Donald Trump, der der Theorie zufolge diesen elitären Zirkel und gleichzeitig einen Staat im Staate („Deep State“) bekämpft. Es wird angenommen, dass die QAnon-Verschwörungstheorie ursprünglich auf der anonymen Message-Board-Plattform 4chan verbreitet wurde.
Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatten Trump-Anhänger*innen behauptet, dass hochrangige Politiker der Demokraten einen internationalen Kinderhändlerring betreiben würden („Pizza-Gate“), woran die QAnon-Verschwörungstheorie anknüpft. (Mirko Schmid)

Neben den Demokraten haben auch die sozialen Medien auf QAnon-Verfechter:innen reagiert – teils schon Monate vor den gewaltsamen Szenen in Washington, bei denen fünf Leute starben. So haben Twitter, Facebook und Instagram tausende Konten im Zusammenhang mit der Verschwörungstheorie gesperrt oder gänzlich gelöscht. Aufgrund des Gewaltpotenzials hätte man strikt handeln müssen, so ein Sprecher von Twitter.

Fox News: Tucker Carlson nicht der einzige QAnon-Verteidiger

Bei Fox News scheint man sich nicht kritisch mit QAnon auseinandersetzen zu wollen. Der Kommentator Jesse Watters hatte im Sommer behauptet, dass die Bewegung „viel großartiges Zeug enthüllt“ hätte, beispielsweise über den „Deep State“ und Jeffrey Epstein. Vor der US-Wahl 2020 hatte sich Donald Trump nicht von der QAnon-Bewegung distanziert, sondern sich über ihre Unterstützung erfreut gezeigt. „Ich habe gehört, dass es Leute sind, die unser Land lieben“, sagte der Ex-Präsident im August. Das FBI stuft QAnon als inländische Terror-Bedrohung ein.

Vergangene Woche hatte auch die Republikanische Partei in Hawaii QAnon-Anhänger:innen im Kapitol verteidigt. Die Leute seien durch eine tiefe Liebe für das Land motiviert gewesen, hieß es auf Twitter. Deshalb solle man sich nicht über sie lustig machen. Der für den mittlerweile entfernten Post verantwortliche Beamte ist kurz darauf zurückgetreten, wie die „Associated Press“ berichtet. Der im Kapitol als QAnon-Schamane bekannt gewordene Jacob Chansley wendet sich mittlerweile von Donald Trump ab. Er fühle sich vom Ex-Präsidenten „betrogen“. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © afp/ALEX WONG

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare