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Midterms in den USA: Trump-Gegner DeSantis wegen Hurrikan „Ian“ unter Druck

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Von: Melanie Gottschalk

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Hurrikan „Ian“ hat im US-Bundesstaat Florida zu schweren Verwüstungen gesorgt.
Hurrikan „Ian“ hat im US-Bundesstaat Florida für schwere Verwüstungen gesorgt. © Cover-Images/imago

Hurrikan „Ian“ trifft Florida hart, zahlreiche Menschen sterben. Wurde die Evakuierung in Lee County im US-Bundesstaat zu spät angeordnet?

Florida - Floridas Gouverneur Ron DeSantis gilt in den USA als potenzieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner – und damit als politischer Gegner von Donald Trump. Doch die Geschehnisse rund um den Hurrikan „Ian“ setzen den Gouverneur nun extrem unter Druck. Denn wie die New York Times herausgefunden haben möchte, soll die Evakuierung von Lee County zu spät angeordnet worden sein.

Während die meisten Verantwortlichen an der Küste Floridas bereits am Montag (26. September) die Evakuierung der Gebiete anordneten, entschlossen sich die Verantwortlichen von Lee County zu warten – einen Tag länger. Dort wurde die Evakuierung erst am Dienstag (27. September) angeordnet, weniger als 24 Stunden, bevor der Hurrikan die Küste Floridas traf. Das berichtet die New York Times.

Hurrikan „Ian“: Experte Brian McNoldy nennt Evakuierung in Lee County „verpfuscht“

Hurrikan-Experte Brian McNoldy nannte die Evakuierung in Lee County „verpfuscht“, berichtet das Portal Newsweek. „Die stark verspätete Evakuierung eines Hochrisikogebietes erscheint beunruhigend und verdächtig. Die Vorhersagen waren gut, aber die Antwort darauf war verpfuscht – mit tödlichen Konsequenzen“, schrieb McNoldy auf Twitter.

Die Verantwortlichen hätten ihr eigenes Evakuierungsprotokoll in Lee County laut McNoldy nicht befolgt. Hurrikan „Ian“ forderte nach offiziellen Angaben vom Montag (3. Oktober) mehr als 60 Todesopfer, die Hälfte soll laut Newsweek in Lee County gestorben sein. Die Bergungsarbeiten dauern auch knapp eine Woche nach dem verheerenden Hurrikan noch an, die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis verteidigt Vorgehen in Lee County

Nachdem Hurrikan „Ian“ schlimme Verwüstungen in Florida angerichtet hatte, sprach Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstag (29. September) von Schäden von „historischem“ Ausmaß und Überschwemmungen, wie sie nur „alle 500 Jahre“ vorkommen. Zu den Vorwürfen, dass die Evakuierung in Lee County zu spät angeordnet worden sei, wollte DeSantis auf Newsweek-Nachfrage zunächst nichts sagen, verteidigte das Vorgehen in Lee County in einer Pressekonferenz am Sonntag (02. Oktober) später.

„Sie sind den Daten gefolgt“, sagte DeSantis. Demnach seien die Vorhersagen nicht eindeutig gewesen, sie seien davon ausgegangen, dass Hurrikan „Ian“ vor allem im Norden des Bundesstaats auf Land treffen würde. „Als sich die Spur dann in Richtung Süden drehte, ordneten sie am nächsten Morgen die Evakuierung an. Sie haben sehr schnell auf die Daten reagiert“, wird DeSantis weiter bei Newsweek zitiert.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis gilt als potentieller Präsidentschaftskandidat

Floridas Gouverneur Ron DeSantis kämpft zwar gerade bei den Midterms um seine Wiederwahl. Er gilt auch als Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur. Noch ist völlig unklar, wer der Präsidentschaftskandidat bei den Wahlen 2024 wird, Rückschläge wie den bei Hurrikan „Ian“ kann DeSantis nicht gebrauchen. Denn sollte er nicht als Gouverneur wiedergewählt werden, könnten auch seine Chancen als potenzieller Präsidentschaftskandidat sinken. (msb)

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