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Donald J. Trump
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Donald Trump: Ein Viertel der USA glaubt seinen Geschichten vom Wahlbetrug. (Archivbild)

Mehrheit sieht Schuld an Kapitol-Erstürmung

Donald Trump: Ein Viertel der US-Bevölkerung glaubt seine Geschichte vom Wahlbetrug

  • VonMirko Schmid
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Eine aktuelle Umfrage in den USA zeichnet das Bild einer gespaltenen Nation. Eine Mehrheit stellt sich gegen Donald Trump, doch viele glauben seinen Verschwörungstheorien.

Washington – Das französische Marktforschungsunternehmen Ipsos und die britische Nachrichtenagentur Reuters haben in den USA eine repräsentative Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse den weit verbreiteten Eindruck einer tief gespaltenen Nation unterstreichen. So glaubt die Mehrheit der Anhänger der Republikaner daran, dass die Präsidentschaftswahlen 2020 einem breitflächigen Betrug zum Opfer gefallen seien. Unterdessen machen demokratisch gesinnte Befragte Donald Trump mehrheitlich für die Ausschreitungen am 6. Januar 2021 verantwortlich.

Befragt wurden insgesamt 1.005 US-Amerikaner:innen ab 18 Jahren, welche nach der Methode der Stichprobe so ausgewählt wurden, dass sie einen Querschnitt der Gesamtbevölkerung abdecken. Die Stichprobe erfasst 451 Menschen mit demokratischem Hintergrund, 379 mit republikanischem und 119 Personen, die sich als unabhängig bezeichnen. Die Genauigkeit von Ipsos-Online-Umfragen wird anhand eines sogenannten Glaubwürdigkeitsintervalls gemessen und ist laut Angaben des Unternehmens bei einer Abweichung von bis zu 3,5 Prozentpunkte genau.

26 Prozent der US-Bevölkerung glauben an Wahlsieger Donald Trump

Besonders offensichtlich wurde im Rahmen der Umfrage, wie unterschiedlich Demokraten und Republikaner in den USA denken. Zwar ist das Vertrauen in die Integrität der Wahlen innerhalb der Mehrheit intakt – 57 Prozent der Befragten halten Joe Biden für den rechtmäßigen Sieger, lediglich 26 Prozent glauben an einen eigentlichen Wahlsieger Donald Trump – und doch bringt damit ein Viertel der Bevölkerung seine Skepsis zum Ausdruck.

Wie erfolgreich die von Desinformationen geprägte Berichterstattung Trump-naher Medien wie Fox News, OAN und Newsmax über Monate hinweg war, verdeutlicht ein Vergleichswert. Am 20. November 2020 glaubten noch 73 Prozent der Befragten an einen rechtmäßigen Wahlsieg von Joe Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris, nur 5 Prozent folgten Donald Trumps Erzählung vom Wahlbetrug.

Wahlbetrug in den USA: 55 Prozent der Republikaner glauben Donald Trump

Dieses Bild verdeutlicht sich mit einem Blick auf die Parteilager. Demokratisch gesinnte Wähler:innen lehnen Trumps Narrativ vom Wahlbetrug größtenteils ab. 89 Prozent halten den Wahlausgang für rechtens, nur 6 Prozent sehen einen Wahlbetrug, 5 Prozent geben an, keine Meinung dazu zu haben. Ganz anders im Lager der Republikaner, dort sehen 55 Prozent Anzeichen für einen Wahlbetrug, nur 27 Prozent sehen Joe Biden als legitimen Wahlsieger. Die unabhängigen Befragten halten es eher mit den Demokraten, 55 Prozent halten das Wahlergebnis für valide, nur 21 Prozent halten es mit Donald Trump und dessen Verschwörungstheorien.

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Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Donald Trumps stetig wiederholte Aussage, die Präsidentschaftswahl sei „gestohlen“ worden, das heißt die Demokraten hätten ihren Einfluss geltend gemacht, um das Ergebnis zu verfälschen, teilen insgesamt 19 Prozent der Befragten. 80 Prozent der Personen mit demokratischer Gesinnung lehnen diese Aussage „strengstens ab“, nur 6 Prozent stimmen „vollkommen zu“. Wenig überraschend liefern die Zahlen aus den Reihen der republikanisch Denkenden eine gegenteilige Meinung, hier stimmen insgesamt 60 Prozent „voll“ oder „einigermaßen“ zu. 60 Prozent der Unabhängigen lehnen Trumps aussage „strengstens“ oder „einigermaßen“ ab, nur 12 Prozent stimmen „voll“ zu.

Nur 33 Prozent der US-Bevölkerung wollen Trump nochmal als Präsidentschaftskandidaten

Aus diesem Zahlen lassen sich Schlussfolgerungen auf die Beantwortung der nächsten Frage ziehen. So möchte zwar eine Mehrheit der Bevölkerung (61 Prozent) Donald Trump nicht erneut als Präsidentschaftskandidat sehen, auch die demokratischen Befragten machen mit 89 Prozent ihre Ablehnung deutlich.

Die Republikaner hingegen geben zu insgesamt 63 Prozent an, dass sie die Aussage „Donald Trump soll 2024 nicht wieder kandidieren“ „strengstens“ oder „einigermaßen“ ablehnen. Unter den Unabhängigen wollen 59 Prozent keinen erneuten Trump-Anlauf auf das Weiße Haus sehen, nur 29 Prozent halten es mit den Republikanern.

Zustimmung zuDemokratenRepublikanerUnabhängigeGesamtbevölkerung
Trump Mitschuld am 6. Januar86 %28 %52 %58 %
Trump soll 2024 antreten9 %63 %29 %33 %
6. Januar war eine linke Verschwörung19 %55 %25 %33 %
Wahl 2020 gestohlen13 %60 %24 %32 %

Kapitol-Erstürmung: Viele Republikaner glauben nicht an Mitschuld von Donald Trump

Auch das Meinungsbild bezüglich der Erstürmung des Kapitols vom 6. Januar 2021 verdeutlicht, wie weit die Lager inzwischen auseinandergedriftet sind. 58 Prozent der Befragten insgesamt, 86 der Demokraten und 52 Prozent der Unabhängigen geben Donald Trump zumindest eine Mitschuld an den Ereignissen. 63 Prozent der Republikaner verneinen auch nur eine Teilschuld Trumps. Dafür glauben sie zu 55 Prozent an eine Verschwörung der politischen Linken, welche die Krawalle inszeniert haben sollen. Diese Erzählung rechter Medien und Politikprofis findet außerhalb des republikanischen Anteils der Befragten nirgends große Zustimmung.

Doch auch in zukunftsgewandten Themen driften die Meinungen zwischen den Lagern weit auseinander: Die demokratischen Befragten wollen den Zugang zu US-Wahlen zu insgesamt 93 Prozent erleichtern (Bevölkerungsschnitt: 81 Prozent). 87 Prozent der Republikaner hingegen geben an, dass die Wahlen besser vor Betrugsversuchen geschützt werden müssten (Gesamtbevölkerung: 74 Prozent). Den Zugang zu Wahlen zu erleichtern, halten insgesamt 70 Prozent der Republikaner für „sehr wichtig“, gleichzeitig wollen insgesamt 68 Prozent neue Hürden errichtet sehen. Gerade Minderheiten in den USA kämpfen häufig mit bürokratischen Hindernissen.

Mehrheit in allen Lagern will US-Bundesstaaten über Marihuana-Freigabe entscheiden lassen

Auf einem gesellschaftspolitischen Feld hingegen herrscht weitestgehend Einigkeit: Die Bundesstaaten der USA sollten selbst entscheiden können, ob sie die Legalisierung von Marihuana erlauben. Das nämlich finden insgesamt 69 Prozent aller Befragten, 82 Prozent der demokratischen, 57 Prozent der republikanischen und 54 Prozent der unabhängigen. (Mirko Schmid)

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