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Eine Reihe elektronischer Wahlkabinen steht am 07.11.2006 in Silver Spring (Maryland USA) in einem Wahllokal.
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USA: Manipulierte Wahlmaschinen bei US-Wahl? – Konservative TV-Sender rudern jetzt zurück

USA

Manipulierte Wahlmaschinen bei US-Wahl? TV-Sender rudern zurück

  • vonSebastian Richter
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Die Hersteller von Wahlmaschinen wehren sich gegen Vorwürfe, ihre Software hätte bei Manipulationen der US-Wahl geholfen. Die TV-Sender Fox und Newsmax rudern nun zurück.

  • Verschiedenen Unternehmen zur wird vorgeworfen, ihre Wahlmaschinen seien manipulierbar.
  • Donald Trump und sein Team nutzen das, um seine Verschwörungstheorie des Betruges bei der US-Wahl 2020 zu verbreiten.
  • Alle Infos zur US-Wahl 2020 auf unserer Themenseite.

Update von Dienstag, 22.12.2020, 13:45 Uhr: Die Verschwörungstheorie, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl 2020 gestohlen wurde, fußt teilweise auf angeblich manipulierten Wahlmaschinen der Firmen Dominion und Smartmatic. Die Unternehmen wehren sich gegen die Vorwürfe, ihre Software sei nicht vertrauenswürdig. Der US-Sender Fox musste ein Aufklärungsvideo zeigen, durch das falsche Behauptungen richtig gestellt wurden. Jetzt zieht auch Newsmax nach.

TV-Sender Newsmax gibt falsche Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl 2020 zu

Der trumpnahe, rechtskonservative Fernsehsender veröffentlichte ein Statement, das seine falsche Berichterstattung richtigstellen soll. Newsmax erklärte, dass keine Beweise gefunden wurden, Smartmatic oder Dominion verwendeten in irgendeiner Weise Software, die die Stimmenabgabe bei der Wahl 2020 manipulierten. Zudem distanziert sich Newsmax von ihren Behauptungen, das Unternehmen Smartmatic stehe in Verbindung zur Demokratin Nancy Pelosi, der Senatorin Dianne Feinstein, der Clinton-Familie, dem ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez oder der Regierung Venezuelas. All diese angeblichen Beziehungen wurden als Pseudoargumente verwendet, um Smartmatic zu diskreditieren.

Die Vorwürfe, Wahlmaschinen von Smartmatic seien 2020 in Wahlbetrügereien in den USA verwickelt, bekommt einen bitteren Nachgeschmack, wenn man sich die Geschichte des Unternehmens anschaut. Der Venezolaner Anonio Mugica gründete die Firma im Jahr 2000, nachdem die händische Stimmenvergabe bei den Präsidentschaftswahlen Probleme bereitete hatte. Mugica sah in digitalen Systemen die Zukunft des Wählens, Wahlcomputer sollten eine sichere und schnellere Alternative zu Stimmzetteln darstellen.

Smartmatic war in angefochtenen Wahlkreisen nicht einmal aktiv

Nach einer Kontroverse über die venezolanischen Wurzeln des Gründers zog sich Smartmatic 2007 aus den Vereinigten Staaten zurück und konzentrierte ihren Vertrieb auf andere Länder. Ihre Systeme werden inzwischen auf der ganzen Welt eingesetzt. Im November 2020 stellten sie für die Präsidentschaftswahlen einzig in Los Angeles Geräte zur Verfügung – einem Wahlkreis, dessen Ergebnis von Trump nicht einmal angefochten wurde. Trotzdem wurde das Unternehmen aus Venezuela vielfach kritisiert und beschuldigt, bei der „gestohlenen Wahl“ geholfen zu haben. Venezuela gilt in den USA als ein Sinnbild des „bösen“ Sozialismus. Möglicherweise wurde Smartmatic alleine deswegen wieder zur Zielscheibe.

USA: Manipulierte Wahlmaschinen bei US-Wahl? – Konservative TV-Sender rudern jetzt zurück

Donald Trump und die Verschwörungstheorie vom „Wahlbetrug“

Erstmeldung vom 20.12.2020: USA – Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hält weiter an seiner Verschwörungstheorie fest, die Präsidentschaftswahl 2020 sei ihm durch Wahlbetrug „gestohlen“ worden. Joe Biden gewann – genauso deutlich wie 2016 Trump gegen Hillary Clinton gewann das Rennen. Damals sprach Trump von einem „Erdrutschsieg“. Die diesjährige Niederlage eingestehen wollte Trump bisher nicht. Stattdessen versuchte er alles, die Wahl anzufechten. Handfeste Beweise für die „gestohlene Wahl“ lieferte er allerdings nicht, auch seine angestrebten Prozesse belegten keinen strukturierten Wahlbetrug.

Angeblicher Wahlbetrug in den USA: Geräte von Smartmatic sollen manipuliert gewesen sein

Bei der Präsidentschaftswahl 2020 soll laut dem Trump-Team die eingesetzte Wahl-Technologie manipuliert gewesen und so Stimmen für Trump fälschlich Biden zugeordnet worden sein. Eines der Unternehmen, die derartige Geräte und dazugehörige Software herstellt, ist das multinationale Unternehmen Smartmatic. Der Konzern mit Sitz in London wehrt sich nun gegen die Vorwürfe, ihre Wahlsoftware sei manipuliert gewesen.

Das Unternehmen will seinen Ruf retten, nachdem die amerikanischen Sender Fox News, Newsmax und One America News – alle zumindest Trumpnah bis ihn blind unterstützend – über Smartmatic „falsche und diffamierende Statements“ veröffentlicht haben. Dazu versendeten sie 20-seitige Briefe an die Sender, in den sie aussagten, die Sender „hätten leicht die Falschheit der Aussagen und Implikationen über Smartmatic entdecken können, indem sie ihre Aussagen untersucht hätten, bevor sie sie Millionen von Zuschauern und Lesern zur Verfügung gestellt hätten.“ Weiter sagt das Unternehmen, bei der Wahl 2020 seien ihre Geräte nur in Los Angeles und Umgebung genutzt werden – Journalisten und Gäste bei den genannten Sendern sprachen dagegen von einem viel breiteren Einsatz.

Smartmatic geht gegen die Anschuldigungen vor

Die Briefe von Smartmatic zeigten Erfolg. Vergangenen Freitag (18.12.2020) wurde im Fox Business Network ein Videoclip gezeigt, der einige der Vorwürfe wieder revidierte. In der Show des bekannten konservativen Moderators Lou Dobbs – der des öfteren von der „gestohlenen Wahl“ sprach – wurde der Clip gezeigt. „Es gibt viele Meinungen über die Integrität der Wahl, die Unregelmäßigkeiten der Briefwahl, der Wahlmaschinen und der Wahlsoftware“, sagte Dobbs seinen Zuschauern, bevor er Edward Perez, einem Experten des gemeinnützigen Open Source Election Technology Institute, das Wort übergab. Dieser sollte „seine Einschätzung von Smartmatic und die jüngsten Behauptungen über das Unternehmen“ geben.

Der Konservative Lou Dobbs muss in seiner Show ein Aufklärungsvideo über angeblichen Wahlbetrug zeigen.

Im dann gezeigten Video ging der unabhängige Perez in einem Interview auf verschiedene Verschwörungstheorien um die Wahlmaschinen ein – und entkräftet jede davon. Punkt für Punkt, Anschuldigung für Anschuldigung, wurden die Lügen offenbar. Der selbe Clip soll noch in anderen Shows der Sender gezeigt werden. Ob damit der Ruf der britischen Firma gerettet werden kann, bleibt ungewiss. Wenigstens wurden Anhänger der Wahl-Verschwörungstheorien gezwungen, Aufklärungsvideos zu zeigen und manche Lüge gerade zu rücken. (Von Sebastian Richter)

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