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Vergewaltigungsvorwurf: Trump muss sich vor Gericht verantworten

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Von: Nadja Austel

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Donald Trump muss vor Gericht aussagen – wieder mal. Im Falle dieser Klage geht es aber nicht um Dokumente oder Gelder.

New York – Der ehemalige Präsident der USA, Donald Trump, sieht sich in jüngster Zeit mit diversen Gerichtsverfahren konfrontiert. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James geht dem Verdacht nach, dass die Trump Organization den Wert von Immobilien künstlich aufgeblasen hatte, wenn sie Kredite von Banken erhalten wollte. Das Verfahren in der Affäre um von Trump entwendete, streng geheime Regierungsunterlagen geht ebenfalls in die nächste Runde. Hier geht das FBI nun offenbar der Frage nach, ob der Republikaner weitere Dokumente bunkert, etwa im Trump-Tower.

Nun muss Trump darüber hinaus laut Gerichtsbeschluss zu einer ihm vorgeworfenen Vergewaltigung aussagen. Der zuständige Richter in New York wies den Versuch der Anwälte Trumps zurück, die für den kommenden Mittwoch vorgesehene Aussage zu verschieben. Sie würde „keine unangemessene Belastung“ für den 76-Jährigen darstellen, hieß laut Gerichtsunterlagen.

Ehemaliger US-Präsident Trump
Donald Trump sieht sich als Opfer einer „Hexenjagd einer rassistischen Staatsanwältin“. © Matt York/dpa

USA – Donald Trump muss aussagen, ob er will oder nicht

Wie The Guardian berichtet, ist Carrolls Anwältin erfreut über das Urteil und werde im nächsten Monat weitere Klagen einreichen, um „den Prozess zügig voranzutreiben“. Carroll soll am Freitag (14. Oktober) als Zeugin vernommen werden. Bei dem Fall geht es um eine Verleumdungsklage der Autorin Jean Carroll. Im Jahr 2019 hatte sie öffentlich gemacht, dass Trump sie 23 Jahre zuvor in der Umkleidekabine eines gehobenen Kaufhauses in Manhattan vergewaltigt habe. 

Trump hatte dies bestritten und reagierte unter anderem mit den Worten: „Sie ist nicht mein Typ“. Er erklärte weiter, sie nie getroffen zu haben. Carroll versuche lediglich, Aufmerksamkeit zu erzeugen, um ihr Buch zu verkaufen. Sie hatte ihre Anschuldigung im New York Magazine erhoben.

USA – Donald Trump wurde bereits mehrfach beschuldigt

Carroll warf daraufhin Trump in einer Verleumdungsklage vor, mit seinen Kommentaren ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit geschädigt zu haben. Trump ist bereits mehrfach beschuldigt worden, gegenüber Frauen übergriffig geworden zu sein. Laut Gerichtsbeschluss muss Trump in der nächsten Woche unter Eid Fragen zu der möglichen Vergewaltigung beantworten. Die Anhörung ist nun für den 19. Oktober angesetzt.

USA: Das „fortgeschrittene Alter“ Trumps macht seine Aussage dringlich

Sein Anwaltsteam hatte laut Bericht des Guardian schon zuvor mit verschiedenen juristischen Taktiken versucht, den Prozess zu verzögern und zu verhindern, dass Trump von Carrolls Anwälten befragt wird. Der Richter habe in seinem Beschluss jedoch betont, dass es an der Zeit sei, voranzukommen – angesichts des „fortgeschrittenen Alters“ von Carroll, 78, und Trump, 76.

Ihm solle nicht erlaubt werden, die mögliche Tat verjähren zu lassen. „In Anbetracht seines bisherigen Verhaltens in diesem Fall ist die Haltung von Herrn Trump in Bezug auf die Belastung durch die Beweisaufnahme unentschuldbar“, schrieb er demnach weiter. Der Richter habe weiterhin festgestellt, dass die Sammlung von Beweisen für den Prozess praktisch abgeschlossen sei, mit Ausnahme der Aussagen von Trump und Carroll. (Nadja Austel)

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