Donald Trump, Präsident der USA, spricht am internationalen Flughafen Reno-Tahoe mit Medienvertretern.
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Donald Trump, Präsident der USA, bezeichnet Vorwürfe meist als „fake news“. Jetzt ruft er zu Korruptionsermittlungen gegen Joe Biden auf.

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Konto in China, Geld aus aller Welt: Die krummen Geschäfte des Donald Trump

Donald Trump ist in eine Reihe fragwürdiger Geschäfte verwickelt. Eine - viel zu lange und unvollständige - Liste.

  • Donald Trump ruft zu Korruptionsermittlungen gegen Joe Biden auf.
  • Der Präsident der USA weigert sich, seine Steuern zu veröffentlichen und bezeichnet Vorwürfe als „fake news“.
  • Die Recherchen der „New York Times“ enthüllen viele Details über Trumps Geschäftsinteressen.

Washington - Donald Trump liegt zwei Wochen vor der US-Wahl in den Umfragen hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Das scheint dem US-Präsidenten so gar nicht zu passen und so macht er das, wofür er bekannt ist. Er nutzt jede Gelegenheit, seinen Herausforderer und dessen Familie anzugreifen.

Eine vor kurzem veröffentlichte Geschichte der US-Boulevardzeitung „New York Post“ bietet Donald Trump dafür eine Steilvorlage. Die Zeitung veröffentlichte E-Mails, die belegen sollen, dass Joe Bidens Sohn versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident zu schlagen. Die Authentizität der E-Mails wurde nicht bestätigt.

Donald Trump: Korruptionsvorwürfe gegen Joe Biden

Donald Trump bezeichnete Joe Biden daraufhin jedoch als „korrupt“. Der US-Präsident wetterte weiter:  „Die Bidens wurden reich, während Amerika ausgeraubt wurde.“ Er forderte Justizminister Bill Barr dazu auf, Korruptionsermittlungen gegen die Familie von Joe Biden einzuleiten. „Wir müssen den Justizminister dazu bringen zu handeln“, sagte Trump im Sender „Fox News“.

Und das, obwohl der US-Präsident sich jahrelang weigerte, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Details darüber kamen nur durch Recherchen der US-Zeitung „New York Times“ ans Licht. Diese enthüllte im September, dass Donald Trump kaum Steuern gezahlt und mit seinen Geschäften hohe Verluste gemacht hat. Trump selbst ist in einige fragwürdige Machenschaften verwickelt, darunter sein Unternehmen „Trump University“.

USA: Fragwürdige Machenschaften - Donald Trump hüllt sich in Schweigen

Ein New Yorker Gericht entschied 2019, dass Donald Trump insgesamt 25 Millionen Dollar an Studenten der Trump-Universität zurückzahlen muss. Diese hatten den Präsidenten der USA in einer Sammelklage beschuldigt, sie mit falschen Versprechen geprellt und um 40 Millionen Dollar gebracht zu haben. Die Trump-Uni wurde aufgrund der Betrugsvorwürfe geschlossen. Auch die „Donald J. Trump Foundation“, die Stiftung des US-Präsidenten, wurde wegen illegaler Geschäfte aufgelöst.

Über andere finanzielle Machenschaften des US-Präsidenten und der Trump-Familie sind hingegen weniger Details bekannt. Der Präsident hüllt sich in Schweigen und weigert sich zu vielen fragwürdigen Geschäftsbeziehungen Stellung zu nehmen. Die Auflistung einiger dieser Geschäfte ist lang, wie auch die Plattform „Mother Jones“ schreibt.

„New York Times“-Enthüllung: Trump-Firma hat bisher unbekanntes Konto in China

Die Steuern von Donald Trump bleiben trotz der Enthüllungen der „New York Times“ weiterhin ein Thema, zu dem der Präsident der USA noch nicht Stellung genommen hat. Trump bezeichnete den Bericht lediglich als „fake news“. Laut der „New York Times“ hat Donald Trump in den Jahren 2001 bis 2015 gar keine Einkommenssteuer gezahlt, da er hohe Verluste anmeldete.

JahrSteuern, die Donald Trump gezahlt hat:
2001 bis 2015 Keine Einkommenssteuer
2016750 US-Dollar
2017750 US-Dollar
Quelle: New York Times

Über die Geschäfte der Trump-Familie im Ausland ist wenig bekannt. Seine Geschäftsinteressen und Verwicklungen im Ausland sorgten schon vor Trumps Wahl zum US-Präsidenten für Bedenken. Einige Beispiele: Während ihrer Zeit im Weißen Haus hat Präsidententochter Ivanka Trump mehrere neue Markenrechte von China zugesprochen bekommen, für Mode, Kosmetik und auch für Wahlgeräte. Die Recherchen der „New York Times“ werfen auch ein neues Licht auf die früheren Geschäftsbemühungen von Donald Trump in China. Denn Trumps Firma hat ein bislang unbekanntes chinesisches Bankkonto.

Donald Trump: Viel Geld kommt aus dem Ausland

Auch die Geschäftsbeziehungen der Trump-Familie in Russland und Saudi-Arabien werfen viele Fragen auf. 2008 beschrieb Donald Trump Jr. Russland als wichtige Geldquelle der Trump-Organisation. Im selben Jahr verkaufte Donald Trump verkaufte ein Anwesen in Palm Beach, für das er 50 Millionen Dollar gezahlt hatte, für 95 Millionen Dollar an einen russischen Milliardär. Während seiner Präsidentschaftskampagne ließ Trump in Saudi-Arabien acht Firmen der Hotelbranche registrieren.

Die Recherchen der „New York Times“ zeigen, dass Donald Trump in den ersten zwei Jahren seiner Präsidentschaft in den USA viel Geld mit Projekten im Ausland gemacht hat, dazu gehören eine Million Dollar aus der Türkei, drei Millionen Dollar von den Philippinen und 2,3 Millionen Dollar aus Indien.

Die „New York Times“ berichtet auch von Konten in Großbritannien und Irland.  Diese liefen über Unternehmen, die Donald Trumps Golfplätze in Schottland und Irland betreiben. Wie viel Geld durch diese Konten geflossen ist, sei hingegen unklar. In die Golfplätze ist offenbar viel Geld geflossen. Der US-Kongress untersuchte auch einen Aufenthalt von Vizepräsident Mike Pence in Trumps Golfressort in Doonbeg. Dabei interessierte den Kongress vor allem die Frage, ob Donald Trump von seiner Position als Präsident finanziell profitiert. (Sarah Neumeyer mit dpa)

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