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Trump verliert im Wahlkampf den Rückhalt der Hardcore-Christen

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Von: Johanna Soll

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Ex-US-Präsident Donald Trump will 2025 erneut ins Weiße Haus einziehen
Ex-US-Präsident Donald Trump will 2025 erneut ins Weiße Haus einziehen © Adrien Fillon/Imago

Bisher konnte sich Donald Trump stets auf die Unterstützung der Evangelikalen verlassen. Doch nun wenden sich die Christlich-Fundamentalen einem anderen Republikaner zu.

USA – Donald Trump war US-Präsident und will es wieder werden. Dazu muss er zunächst bei den Vorwahlen der Republikaner als Sieger hervorgehen und dazu braucht er eine Wählergruppe, die bisher treu an seiner Seite stand – die evangelikalen Christen. Die religiösen Fundamentalist:innen sahen über Trumps sämtliche politischen und privaten Verfehlungen hinweg und betrachteten den Rechtsextremen als „Geschenk Gottes“. Doch inzwischen gehen sie auf Distanz und wenden sich einem anderen rechten Hardliner zu, Floridas Gouverneur Ron DeSantis.

Reverend Franklin Graham ist einer der prominentesten evangelikalen Oberhäupter der USA und ein Fürsprecher Trumps. Gegenüber CBS News sagte Graham jedoch, er werde im republikanischen Vorwahlkampf 2024 niemanden unterstützen. „Ich werde mich nicht darauf einlassen, einen gegenüber einem anderen zu unterstützen. Lassen wir einfach die Leute entscheiden. Und wenn sich der Staub gelegt hat, werde ich eine Entscheidung treffen.“

Evangelikale Christen sicherten Trump den Vorwahlsieg 2016

Obwohl Graham Trump auch 2016 nicht offiziell seine Unterstützung aussprach, hielt er während der Vorwahlen und Präsidentschaftswahlen im ganzen Land Kundgebungen ab, um die Wahlbeteiligung der Evangelikalen zu steigern. Später nannte er Trumps Wahlsieg ein Zeichen dafür, dass „Gottes Hand am Werk war“. 2017 sprach Graham dann auch bei Trumps Amtseinführung.

Auch andere Oberhäupter der Evangelikalen halten sich mit ihrer Unterstützung für Trump diesmal zurück. Damit fehlt Trump der Rückhalt entscheidender Verbündeter im republikanischen Vorwahlkampf. Laut Nachwahlbefragungen von CBS News bei den Vorwahlen 2016 machten Evangelikale mit 48 Prozent fast die Hälfte der republikanischen Wählerstimmen aus.

Donald Trump ist Evangelikalen in der Abtreibungsfrage nicht radikal genug

Ein weiterer Schlag für Trump dürfte eine Probeabstimmung für die republikanischen Vorwahlen 2024 gewesen sein. Die 2000 Teilnehmer:innen des National Pro-Life Summit, eines Gipfels von Abtreibungsgegner:innen, der am Samstag (21. Januar) in Washington DC stattfand, sollten angeben, wen sie favorisieren. Abtreibungsgegner:innen gehören zur treusten Wählergruppe der Republikanischen Partei. Als Gewinner der Probeabstimmung ging Ron DeSantis hervor.

DeSantis erhielt mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen, 53,73 Prozent. Trump landete mit nur 19,22 Prozent auf dem zweiten Platz. Sein ehemaliger Vizepräsident Mike Pence kam auf rund acht Prozent. Pence ist selbst evangelikaler Christ und hat bereits oft ein landesweites Abtreibungsverbot gefordert. Trump dagegen scheint derzeit für weitere Abtreibungsbeschränkungen wenig übrigzuhaben. Er machte „das Abtreibungsproblem“ für das schlechte Abschneiden der Republikaner bei den Midterms verantwortlich, dadurch hätten sie „eine große Zahl von Wählern verloren“. Nun verliert Trump mit dieser Haltung bei den Evangelikalen. (Johanna Soll)

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