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Ehemaliger Präsident

Donald Trump hatte keinen vollen Zugriff auf Atomwaffen - aus Sorge um Geisteszustand

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Ein Enthüllungsbuch berichtet, wie US-Generalstabschef Mark Milley Donald Trumps Zugriff auf nukleare Waffen einschränken ließ.

Washington D.C. - US-Generalstabschef Mark Milley soll laut Medienberichten aus Sorge vor einem Krieg mit China Maßnahmen gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ergriffen haben. Wie die Washington Post und der Sender CNN am Dienstag (14.09.2021) unter Berufung auf ein noch nicht veröffentlichtes Buch des renommierten Investigativjournalisten Bob Woodward und seines Co-Autors Robert Costa berichten, kontaktierte Milley seinen chinesischen Kollegen Li Zuocheng und wies zuständige Kommandeure an, einen etwaigen nuklearen Angriffsbefehl des damaligen Präsidenten nicht ohne Rücksprache mit ihm auszuführen.

Woodward und Costa schreiben in ihrem Buch „Peril“ (Gefahr), dass sich Milley, „sicher war, dass Trump nach der Wahl in einen ernsthaften mentalen Verfall geraten war, wobei Trump jetzt fast manisch agierte, Beamte anschrie und seine eigene alternative Realität über endlos konstruierte Wahlverschwörungen auslebte“.

„Sie wissen, dass er verrückt ist“: Donald Trump, ehemaliger US-Präsident.

Anruf in China: „Die US-Regierung ist stabil“

Die Buchautoren erzählen laut den Berichten außerdem davon, Milley habe zweimal den chinesischen General Li Zuocheng angerufen. In einem ersten Gespräch am 30. Oktober, wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl, aus der Joe Biden als Sieger hervorging, sagte er Li demnach: „General Li, Ich will Ihnen versichern, dass die US-Regierung stabil ist und alles in Ordnung sein wird. (...) Wir werden Sie nicht angreifen oder irgendwelche kriegerischen Operationen gegen Sie unternehmen.“

Zwei Monate später, nachdem Trump-Anhänger das US-Kapitol gestürmt hatten, rief Milley den Berichten zufolge erneut bei Li an. „Wir sind einhundert Prozent stabil. Alles ist gut“, soll er seinem chinesischen Kollegen gesagt haben. Um Peking zu überzeugen, habe Milley sogar die Verschiebung einer US-Militärübung veranlasst.

US-Generalstabschef Mark Milley.

Donald Trump: Sorge vor irrationalen Handlungen des damaligen Präsidenten

Darüber hinaus ordnete der Generalstabschef laut dem Buch seine zuständigen Kommandeure an, ihn zunächst zu informieren, wenn Trump von seiner Befugnis Gebrauch machen wolle, einen Atomschlag anzuordnen. Milley soll sich aus Sorge um mögliche irrationale Handlungen Trumps auch mit den Spitzen der Geheimdienste CIA und NSA abgestimmt haben. Milleys Angst basierte auf seinen eigenen Beobachtungen von Trumps unberechenbarem Verhalten. Seine Besorgnis wurde durch die Ereignisse vom 6. Januar mit dem Sturm auf das Kapitol in Washington und das „außerordentliche Risiko“ der Situation für die nationale Sicherheit der USA noch verstärkt, schreiben die Autoren.

Den Autoren des Buches lag laut den Berichten auch eine Abschrift eines Telefonats zwischen Milley und der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, vor. „Sie wissen, dass er verrückt ist“, soll die Abgeordnete der US-Demokraten Milley zwei Tage nach dem Sturm auf das US-Kapitol gesagt haben. „Wenn sie ihn nicht einmal von einem Angriff auf das Kapitol abhalten konnten, wer weiß, was er sonst noch alles tun könnte?“. Der Mitschrift zufolge antwortete Milley, er stimme ihr „in allen Punkten zu“. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme bislang ab.

US-Autor und Journalist Bob Woodward.

Donald Trump: Ein „verstörter und explosiver Präsident“

Das Buch „Peril“ basiert auf mehr als 200 Interviews mit Mitarbeitern und Zeugen aus erster Hand und zeichnet ein erschreckendes Bild von Trumps letzten Tagen im Amt. Das Buch, Woodwards drittes über die Trump-Präsidentschaft, blickt hinter die Kulissen und erzählt von einem verstörten und explosiven Präsidenten, der hochrangige Berater und Helfer anschrie, während er verzweifelt darum kämpfte, an der Macht zu bleiben . (skr mit afp)

Rubriklistenbild: © Brian Cahn/Imago Images

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