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Ehemaliger USA-Vize Pence attackiert Trump: „Hatte kein Recht, die Wahl zu kippen“

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Von: Helena Gries

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Mike Pence, einstiger Stellvertreter des Ex-US-Präsidenten Donald Trump, hat sich nun überraschend deutlich gegen diesen ausgesprochen. (Archivbild)
Mike Pence, einstiger Stellvertreter des Ex-US-Präsidenten Donald Trump, hat sich nun überraschend deutlich gegen diesen ausgesprochen. (Archivbild) © Ronen Zvulun/dpa

Mike Pence galt bis zum Sturm des Kapitols in den USA als treuer Vizepräsident Trumps. Nun wird der ehemalige Stellvertreter Trumps überraschend deutlich.

Washington – Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence ist vier Jahre lang ein treuer Stellvertreter des Ex-Präsidenten Donald Trump gewesen. Nach der Kapitol-Attacke in den USA hatte sich Pence jedoch von Trump distanziert und es war ruhig geworden um den 62-jährigen amerikanischen Politiker.

Nun hat der Republikaner den ehemaligen Präsidenten erstmals öffentlich attackiert und ihm mit Blick auf die Wahl 2020 mit deutlichen Worten widersprochen: „Ich habe diese Woche gehört, dass Präsident Trump gesagt hat, ich hätte das Recht, die Wahl zu kippen. Präsident Trump hat Unrecht, ich hatte kein Recht, die Wahl zu kippen“, sagte Pence bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Florida.

USA: Mike Pence spricht von „unamerikanischen“ Ansichten Trumps

Pence bezog sich mit seinen Äußerungen auf die formelle Bestätigung des Wahlergebnisses der Präsidentschaftswahl im Kongress am 6. Januar 2021 - dem Tag der Kapitol-Attacke. „Nach der Verfassung hatte ich kein Recht, das Ergebnis unserer Wahl zu ändern“, sagte Pence am Freitag (04.02.2022) bei einer Veranstaltung der Federalist Society, einer Vereinigung sehr konservativer Juristen. Weiter äußerte sich der ehemalige amerikanische Vizepräsident, die Vorstellung, dass eine Person den Präsidenten der USA wählen könne, sei „unamerikanisch“.

So wie er damals werde auch die aktuelle Vize-Präsidentin Kamala Harris kein Recht haben, das Wahlergebnis zu kippen. Dann würden nämlich die Republikaner die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2024 schlagen.

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Donald Trump wollte Bidens Wahlsieg kippen: Pence weigerte sich

Pence hatte sich geweigert, Trumps Druck nachzugeben und die Zertifizierung der Ergebnisse der US-Wahl 2020 im Kongress zu verhindern. Trump wollte so Joe Bidens Wahlsieg in letzter Minute noch kippen. Pence hatte bereits damals erklärt, dass ihm sein Eid zum Schutz der Verfassung das nicht erlaubte. Trump soll seinen ehemaligen Stellvertreter deswegen mehrfach öffentlich angegangen sein. Trotz Trumps wiederholten Behauptungen gibt es noch immer keine Indizien, die auf einen Wahlbetrug bei der US-Wahl 2020 hindeuten.

In Washington wird schon länger vermutet, dass Pence womöglich selbst Ambitionen haben könnte, bei der Präsidentschaftswahl 2024 als Bewerber der Republikaner anzutreten. Sollte Trump ebenfalls seine Kandidatur erklären, würden die beiden als Konkurrenten im parteiinternen Wettstreit gegeneinander antreten. (Helena Gries mit afp)

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