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Michael Bloomberg will gegen Donald Trump antreten.

US-Wahl 2020

Michael Bloomberg: Mit riskanter Strategie gegen Donald Trump

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Michael Bloomberg steigt offenbar ins Rennen um das Weiße Haus ein. Der Milliardär geht aufs Ganze und lässt vier Vorwahlen aus. Amtsinhaber Trump reagiert mit Spott.

  • Michael Bloomberg steigt ins Rennen um die Präsidentschaft ein
  • „Kleiner Michael“ - Donald Trump lästert über möglichen neuen Herausforderer
  • Jeff Sessions will Senator von Alamaba werden

Update, 09.11.2019, 7:30 Uhr: Michael Bloomberg hat mit seiner Ankündigung, eventuell in den Kampf um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2020 einzusteigen, bereits für Aufsehen gesorgt. Die Strategie des New Yorker Milliardärs ist dabei äußerst riskant.

Nach Informationen der „New York Times“ planen Bloomberg und sein Team, die ersten vier Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina auszulassen. Stattdessen werde Bloomberg sich auf die anschließenden Vorwahlen konzentrieren, die allesamt in großen Bundesstaaten stattfinden. Das Team um Bloomberg erwäge diese Strategie aufgrund des späten Einstiegs in das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Donald Trump lästert über möglichen Herausforderer Michael Bloomberg

Update, 08.11.2019, 18.02 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die mögliche Präsidentschaftskandidatur des früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg für die Demokraten als aussichtslos dargestellt. Dem „kleinen Michael“ Bloomberg fehle die nötige „Magie“, die Wahlen in einem Jahr zu gewinnen, sagte Trump am Freitag im Garten des Weißen Hauses. „Er wird nicht gut abschneiden.“ Bloombergs Kandidatur werde nur Joe Biden schaden, fügte er hinzu.

Der frühere Vizepräsident Biden gilt bislang als der führende Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Zuletzt gewannen jedoch Rivalen des moderaten Politikers zunehmend an Boden, darunter die linke Senatorin Elizabeth Warren. Ein Berater Bloombergs hatte am Donnerstag erklärt, der Milliardär erwäge ernsthaft, in das Rennen der Demokraten einzusteigen.

Nie um einen dummen Spruch verlegen: US-Präsident Donald Trump.

Der politisch ebenfalls als gemäßigt geltende Bloomberg (77) hat seine Kandidatur noch nicht offiziell angekündigt. Trump (73) bewirbt sich bei der Präsidentenwahl kommenden November um eine zweite Amtszeit.

Erstmeldung, 08.11.2019, 10.42 Uhr: Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ist in vollem Gange. Knapp ein Jahr vor der US-Wahl 2020 zeichnet sich noch immer kein eindeutiges Bild ab, wen die Oppositionspartei für den Kampf gegen Donald Trump schicken wird. Zwar hat der frühere Vizepräsident Joe Biden in den Umfragen nach wie vor eine recht soliden Vorsprung vor Elizabeth Warren und Bernie Sanders inne, doch erst mit Beginn der Vorwahlen im kommenden Jahr dürfte sich herauskristallisieren, wer tatsächlich einen Chance auf die Nominierung besitzt. 

So hofft vor allem auch Pete Buttigieg, der in den landesweiten Umfragen trotz vieler Zugewinne derzeit bei gerade einmal sieben Prozent liegt, auf einen starken Auftritt im Bundesstaat Iowa, wo Anfang Februar die erste parteiinterne Vorwahl der Demokraten auf dem Programm steht. Buttigieg setzt darauf, dass ein Sieg in Iowa seiner Bewerbung einen kräftigen Schub verleihen und ihn zu weiteren Vorwahlsiegen katapultieren könnte.

Michael Bloomberg will Demokraten einen neue Wahl bieten 

Die derzeitige Unklarheit ermutigt aber auch andere, noch einmal ihren Hut in den Ring zu werfen. Dazu gehört nun auch wieder der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der schon vor Monaten seinen Verzicht auf einen Kandidatur erklärt hatte. Doch ganz offenbar hat der 77 Jahre alte Medienunternehmer und Milliardär seine Meinung nun geändert. Zwar hat Bloomberg seine Kandidatur bisher noch nicht offiziell bestätigt, doch inzwischen deutet viel darauf hin, dass er in den kommenden Tagen ins Rennen um die Präsidentschaft einsteigen wird.  

Bloomberg sei zunehmend besorgt, dass das aktuelle Bewerberfeld der Demokraten es nicht mit Präsident Donald Trump aufnehmen könne, zitierten „New York Times“ und andere US-Medien Bloombergs engen Berater Howard Wolfson. Trump stelle eine „noch nie da gewesene Bedrohung“ für die USA dar. „Wenn Mike (Bloomberg) antritt, würde er den Demokraten eine neue Wahl bieten“, sagte Wolfson demnach weiter.

Michael Bloomberg könnte erhebliche finanzielle Mittel einbringen

Bloomberg und dessen Berater sollen bereits mehrere prominente Vertreter der Demokraten kontaktiert haben, um ihnen mitzuteilen, dass der Medienunternehmer ernsthaft erwäge, zu kandidieren, hieß es. Demnach soll Bloomberg außerdem Mitarbeiter in den US-Bundesstaat Alabama geschickt haben, um die nötigen Formalitäten zu erledigen. Dort läuft an diesem Freitag eine Anmeldefrist für Bewerber aus. 

Bloomberg hatte noch im März eine Kandidatur ausgeschlossen. „Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen“, hieß es in einer damals verbreiteten Stellungnahme. „Aber ich habe einen klaren Blick dafür, dass es schwierig ist, in einem solch großen Feld der Demokraten die Nominierung zu schaffen.“ 

Bloomberg gilt als einer der reichsten Männer der Welt und könnte erhebliche finanzielle Mittel in einen Wahlkampf einbringen.

Ex-Justizminister Jeff Sessions kandidiert für US-Senat

Unterdessen versucht der frühere US-Justizminister Jeff Sessions sein Comeback in Washington. Der von US-Präsident Donald Trump vor einem Jahr aus dem Amt gedrängte Republikaner kündigte auf Twitter an, seinen Senatssitz in Alabama zurückgewinnen zu wollen. Sessions hatte den Südstaat von 1997 bis 2017 vertreten, bis er das Amt aufgab, um Justizminister zu werden.

In seinem Video für die Kandidatur für den US-Senat drückte Sessions nun seine Loyalität zum Präsidenten aus: „Als Präsident Trump nach Washington kam, hatte nur einer von 100 Senatoren den Mut, ihm zur Seite zu stehen: Ich. Ich war der Erste, der Präsident Trump unterstützte. Ich war sein stärkster Anwalt. Ich bin es immer noch“, erklärte der 72-Jährige. 

Sessions ist in Alabama immer noch beliebt. Das letzte Mal kandidierte er 2014 für einen Sitz im Senat und erhielt 97 Prozent der Stimmen. Derzeitiger Amtsinhaber ist der Demokrat Doug Jones, der bei einer Nachwahl im Dezember 2017 den unpopulären Kandidaten der Republikaner schlug.

(mit dpa/afp)

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