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Gouverneur von Wisconsin will Donald Trump von Besuch in Kenosha abhalten

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Donald Trump plant im Zuge der gewaltsamen Proteste nach Kenosha zu reisen. Willkommen ist der Präsident in Wisconsin jedoch nicht.

  • In Kenosha eskalieren Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA
  • Donald Trump will nach Kenosha reisen und mit den Sicherheitsbehörden sprechen
  • Der Gouverneur von Wisconsin will Trump jedoch vom Besuch abhalten

Kenosha - Nach den Schüssen der Polizei auf den Afroamerikaner Jacob Blake gehen die Proteste in Kenosha weiter. US-Präsident Donald Trump plant, am Dienstag (01.09.2020) die Stadt im Bundesstaat Wisconsin zu besuchen, um sich mit der Polizei ein Bild von der Lage zu machen. Der Gouverneur des Bundesstaates ruft ihn jedoch auf, seinen Besuch abzusagen.

„Die vergangene Woche war besonders schwierig“, schrieb Tony Evers am Sonntag in einen Brief an Donald Trump. Kenosha und andere Gemeinschaften in Wisconsin würden in einer außergewöhnlichen Trauer stecken, nachdem ein schwarzer Mann von Polizisten sieben Mal angeschossen wurde und ein Trump-Fan zwei weitere Leute bei Protesten erschossen hatte.

USA: Gouverneur rät Donald Trump von Besuch in Kenosha ab

Als gewählte Vertreter sei es ihre Aufgabe, Ruhe an die Bevölkerung auszustrahlen, so der Demokrat Evers. Es sei nicht die Zeit, um bewaffnete Militanz und gewaltsame Anstifter von außen zu ignorieren.

Tony Evers, Gouverneur des US-Bundesstaates Wisconsin, spricht auf einer Pressekonferenz.

„Ich bin besorgt, dass Ihre Anwesenheit unseren Heilungsprozess nur behindern wird“, hieß es weiter. Donald Trump und seine Berater sollten sich überlegen, was das Beste für die Menschen ist, die er repräsentiert und nicht, was seiner Kampagne helfe.

Auch Vizegouverneur Mandela Barnes spricht sich gegen einen Besuch von Donald Trump in Wisconsin aus. Man solle sich die Bemerkungen ansehen, die der Präsident gemacht hat, sagte er in einem Interview mit „CNN“. Trump und die Republikaner hätten den ganzen Parteitag lang dafür gesorgt, „dass noch mehr Feindseligkeit und Spaltung um die Vorkommnisse in Kenosha entstehen“.

USA: Donald Trump will sich nach Schüssen in Kenosha mit der Polizei treffen

Donald Trump sprach selber davon, wieder „Recht und Ordnung" in Kenosha herstellen zu wollen. Zusammen mit den Sicherheitsbehörden will sich der Präsident ein Bild von den Schäden der Proteste machen.

Vor einer Woche hat ein Polizist dem 29-jährigen Jacob Blake in Kenosha sieben mal in den Rücken geschossen. Ein Video dokumentierte die Tat und löste drei Monate nach dem Tod von George Floyd erneut landesweite Proteste gegen rassistische Polizeigewalt aus. In der dritten Nacht der Proteste in Kenosha erschoss ein 17-Jähriger, der bewaffnet die Straßen patroullieren wollte, zwei Demonstranten. Der Vorfall wurde auf Video aufgezeichnet.

Der 17-Jährige ist nun wegen zweifachen Mordes angeklagt, sein Anwalt spricht jedoch von Selbstverteidigung. Joe Biden, Konkurrent von Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf, forderte den Präsidenten auf, sich klar von jeglicher Gewalt zu distanzieren. Auch bei Protesten in Portland kam es zu tödlichen Schüssen. (lrg)

Rubriklistenbild: © Morry Gash

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