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Jeff Rosen Nachfolger

Konflikte um Wahlbetrug und Hunter Biden: US-Justizminister Barr tritt zurück

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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US-Justizminister William Barr ist zurückgetreten. Donald Trump hat sich für die Verkündung des Rücktritts einen interessanten Zeitpunkt ausgesucht.

  • Das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump und Justizminister William Barr ist unterkühlt.
  • Streitpunkte sind Ermittlungen gegen Hunter Biden und der angebliche Betrug bei der US-Wahl 2020.
  • Weitere Neuigkeiten zum noch amtierenden US-Präsidenten in den Trump News.

Update vom Dienstag, 15.12.2020, 11.40 Uhr: US-Justizminister William Barr, der öffentlich die Wahlbetrugsvorwürfe von Präsident Donald Trump zurückgewiesen hatte, tritt zurück. Dies teilte Trump am Montag auf Twitter mit. „Unser Verhältnis war sehr gut, er hat einen herausragenden Job gemacht“, schrieb der abgewählte Präsident just zu dem Zeitpunkt, als der Wahlsieg seines Rivalen Joe Biden durch die landesweite Abstimmung der Wahlleute (Electoral College) bestätigt wurde.

Barrs Abgang wenige Wochen vor dem Ende der Trump-Präsidentschaft kommt alles andere als überraschend. Der 70-Jährige hatte Anfang Dezember mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, es gebe bislang keine Hinweise für großangelegten Betrug bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November. Diese Aussagen kamen für viele Beobachter überraschend, da der Justizminister bis dahin als besonders loyaler Mitstreiter Trumps gegolten hatte. Seitdem war bereits erwartet worden, dass Barr nicht bis zum Ende von Trumps Amtszeit am 20. Januar Justizminister bleiben würde. Barrs bisheriger Stellvertreter Jeff Rosen übernimmt das Amt des Justizministers.

Donald Trump droht, Justizminister wegen Hunter Biden rauszuschmeißen ‒ William Barr reagiert

Erstmeldung vom Montag, 14.12.2020, 13.57 Uhr: Washington, D.C. - Politische Amtsträger:innen in den USA haben in den vergangenen vier Jahren gelernt, dass ihre Zeit auf einem Posten unter Donald Trump schneller vorbei sein kann als gedacht. Der noch amtierende US-Präsident scheut sich nicht davor, Personen zu entlassen, wenn er nicht zufrieden ist.

Dieses Schicksal könnte jetzt auch Justizminister William Barr ereilen. Ein Grund dafür sind Ermittlungen gegen Hunter Biden, den Sohn des kommenden US-Präsidenten Joe Biden. Donald Trump wirft seinem Justizminister vor, von den Ermittlungen gewusst zu haben, sie aber vor der US-Wahl bewusst vor der Öffentlichkeit zurückgehalten zu haben. Das habe den Republikanern einen Nachteil bei der Wahl beschert.

US-Justizminister William Barr ist zurückgetreten. Dieser Schritt war erwartet worden.

In einem Meeting am Freitag (11.12.2020) soll Donald Trump angesprochen haben, William Barr feuern zu wollen. CNN berichtet unter Berufung auf eine anonyme Quelle, Trump sei in dem Meeting rasend darüber gewesen, dass Barr sich dafür eingesetzt habe, die Ermittlungen gegen Hunter Biden nicht vor der US-Wahl bekannt werden zu lassen. Den Tweet eines Journalisten, der schrieb, Barr gehöre noch vor Ende des Arbeitstages gefeuert, sollten die Vorwürfe stimmen, teilte Trump auf seinem privaten Twitter-Account und schrieb dazu „Eine große Enttäuschung!“.

Donald Trump will Justizminister William Barr feuern

Das Verhältnis von Donald Trump und seinem Justizminister scheint ohnehin unterkühlt. „Das Verhältnis ist ein Kalter Krieg“, beschrieb die CNN-Quelle die Beziehung zwischen Trump und Barr derzeit. Barr hatte zuvor Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der US-Wahl zurückgewiesen und sagte der Nachrichtenagentur AP in einem Interview, er sehe keine Beweise für einen groß angelegten Betrug, der das Wahlergebnis beeinflusst hätte. Daraufhin nannte Trump, der daran festhält, dass Joe Biden die Wahl nur mit Betrug gewinnen konnte, das Justizministerium eine Enttäuschung.

William Barr reagiert auf die laufende Kritik von Donald Trump. Nach Trumps Unzufriedenheit mit Barrs Auffassung zum angeblichen Wahlbetrug soll der Justizminister selbst Überlegungen angestoßen haben, sein Amt noch vor Ende von Trumps Präsidentschaft niederzulegen. Das berichtete die „New York Times“. Laut einer von CNN zitierten, nicht namentlich genannten Person soll Barr unzufrieden mit Trump sein.

Streit mit Donald Trump: Justizminister William Barr reagiert

Die Quelle sagte demnach, ein Generalbundesanwalt „ist niemand, der sich Mobbing gefallen lässt und die andere Wange hinhält.“ Barr lasse sich von Donald Trump nicht drohen, heißt es weiter. „Barr lässt sich nicht von Trump einschüchtern. Das ist die wahre Geschichte. Nichts davon zählt - es ist nur der entthronte König, der schimpft“, zitiert CNN die Quelle in Bezug auf eine Reihe von Tweets, die Donald Trump am Freitag (11.12.2020) zu dem Thema abgesetzt hatte.

Verstehen sich im Moment nicht gut: US-Präsident Donald Trump und Justizminister William Barr.

Trump will also Barr nicht mehr im Amt des Justizministers der USA haben und Barr hat offenbar selbst keine Lust mehr. Wer wem zuvorkommt, bleibt unklar. Denn bei Barrs Vorgänger Jeff Sessions hat es Monate voller Beschwerden gedauert, bis Trump ihn schlussendlich entließ. (Ines Alberti)

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/dpa

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