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Die Polizei in Washington D.C. versucht, Anhänger von Donald Trump vor dem Kapitol aufzuhalten.
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Die Polizei in Washington D.C. versucht, Anhänger von Donald Trump vor dem Kapitol aufzuhalten.

Sturm aufs Kapitol

„Zerquetscht sie!“: Rechter Radiomoderator ruft zum Krieg auf

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Während das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump läuft, wird nach Ursachen für die Erstürmung des Kapitols gesucht. Der Einfluss des Radios wird dabei oft übersehen.

  • Am 6. Januar 2021 wurde in den USA das Kapitol in Washington D.C. von wütenden Anhänger:innen des ehemaligen Präsidenten Donald Trump erstürmt.
  • Eine Analyse der „New York Times“ sieht bei rechtsorientierten Radiomoderator:innen eine Mitschuld.
  • Alle Informationen zum ehemaligen Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Washington D.C. – Der Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 ließ die durch die US-Wahl 2020 hervorgerufenen Spannungen explodieren. Mehr als 800 Anhänger:innen des damaligen Präsidenten Donald Trump erstürmten das Kapitol, um die Ratifizierung des Ergebnisses der Wahl zu verhindern.

Donald Trump muss sich einem zweiten Amtsenthebungsverfahren wegen der „Anstachelung zum Aufstand“ stellen. Doch Trump ist nicht der einzige, der vor der Erstürmung des Kapitols den Hass in vielen Amerikaner:innen schürte. Ein rechter Radiomoderator hatte nur wenige Tage zuvor zum „Krieg“ aufgerufen. 

Fans von Donald Trump in den USA werden zum „Krieg“ aufgestachelt

Am 4. Januar 2021 sprach Glenn Beck, ein ehemaliger Fox-News-Moderator, während einer Sendung seines Radiosenders „TheBlaze“ davon, dass es Zeit sei, „zu kämpfen“. Es sei an der Zeit, „zu reißen, zu kratzen und zu harken“, so Beck am 4. Januar laut Informationen der „New York Times“. „Es ist an der Zeit, in den Krieg zu ziehen, so wie die Linken vor vier Jahren in den Krieg gezogen sind.“ 

Beck habe bereits seit Wochen darüber spekuliert, dass es zu Wahlmanipulationen bei der US-Wahl 2020 gekommen sei. Er erzählte seinem Publikum, dass Donald Trump zu konservativen Politiker:innen gesagt hätte: „Ihr müsst euch nicht mehr ducken. Ihr müsst nicht weichen, wenn der Spott euch in die Unendlichkeit treibt. Ihr könnt den Kampf zu ihnen tragen.“

Rechte Radiomoderatoren in den USA schüren Hass – distanzieren sich aber von Erstürmung des Kapitols

Trotzdem soll Beck seine Zuhörer:innen nicht zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen haben. Einen Tag nach den Ereignissen in Washington appellierte er an sein Publikum, „ihren inneren Martin Luther King“ zu finden. Darüber hinaus sei Gewalt „nicht das, was wir bisher gewesen sind“. Allerdings war die Sprache, die er vor der Erstürmung benutzte, laut der „Times“ dem konservativ-aggressiven Tonus in den Wochen vor der Erstürmung des Kapitols gleichzusetzen.

Gerade im konservativ-rechten Milieu gelten Radiosender in den USA als stark beeinflussend. Allerdings werden sie kaum als die Propaganda-Apparate wahrgenommen, die sie sind. Im Dezember 2020 wurden die Radiosender als hemmungslose Kanäle genutzt, um die Legitimität der US-Wahl 2020 anzukreiden und von einem „Diebstahl“ des Präsidentenamtes seitens Joe Biden zu sprechen. Stattdessen habe Donald Trump die Wahl gewonnen. Mehrere Millionen Amerikaner:innen lauschen täglich den Worten von Beck und anderen, wie etwa dem konservativen Aktivisten und Rechtsanwalt Mark Levin oder Rush Limbaugh.

USA: Joe Biden soll Donald Trump den Sieg „gestohlen“ haben

Schätzungen zufolge erreicht Mark Levin eine Reichweite von mehr als 11 Millionen Zuhörer:innen in der Woche. In einem Weihnachts-Podcast sprach er davon, dass der Diebstahl von Wahlen „Normalität für die Demokraten“ sei. Sein Publikum rief er davon auf, sie „zu zerquetschen. Wir müssen ihnen in die Ärsche treten“.

Rush Limbaugh, der mit geschätzten 15,5 Millionen Zuhörer:innen die größte Radioshow betreibt, sagte am 16. Dezember 2020, dass Joe Biden „diesen Sieg nicht fair gewonnen“ habe. „Wir werden nicht fügsam sein, wie wir es in der Vergangenheit waren, und einfach wegsehen und bis zur nächsten Wahl warten.“ Über „74 Millionen Amerikaner:innen werden nicht einfach ruhig sein, und ihr sagt ihnen, dass ihre Ansichten nicht zählen?“, donnerte Limbaugh. „Ihr wisst nicht, was ihr anrichtet. Ihr kennt den Feind nicht, den ihr euch erschafft.“ Nach dem Aufruf eines Zuhörers, am 6. Januar 2021 nach Washington zu marschieren, betonte Limbaugh „gemischte Gefühle“ gegenüber dieser Idee zu hegen. Ein Wahlsieg wäre weitaus effektiver. (Marvin Ziegele)

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