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Gefallen von Hunter Biden? E-Mails von Fox-News-Moderator werfen Fragen auf

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Von: Delia Friess

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Der Laptop von Joe Bidens Sohn Hunter Biden wirft kein gutes Licht auf Tucker Carlson. Ausgerechnet der Fox-News-Moderator soll Hunter Biden um einen Gefallen gebeten haben.

Washington – In den USA ist ein E-Mail-Verkehr von Hunter Biden, Sohn von US-Präsident Joe Biden, und Tucker Carlson, einer der bekanntesten Fox News-Moderatoren, derzeit Gegenstand der Berichterstattung. Die Berichte kreisen um den Laptop von Hunter Biden, den dieser demnach 2019 in einem Computerladen zur Reparatur abgab und später vergaß, abzuholen. Der PC soll schließlich dem FBI übergeben worden sein. Nun ist der Laptop als PC von Hunter Biden bestätigt worden, wie auch die US-Zeitungen New York Times und Washington Post sowie der britische Guardian berichten.

Einige der auf Hunter Bindens Laptop gefundenen E-Mails wurden von der Washington Post verifiziert, darunter auch der E-Mail-Verkehr von Hunter Biden mit Tucker Carlson und dessen Frau Susi. Konkret geht es wohl um E-Mails ab dem Jahr 2014. Tucker Carlsons Frau Susi wendet sich darin mit der Bitte um ein Empfehlungsschreiben für ihren Sohn, Buckley Carlson, der die Georgetown University in Washington besuchen wollte, an Hunter Biden. Sie soll nach Hunter Bidens Einwilligung geschrieben haben: „Tucker und ich haben den größten Respekt und Bewunderung für Sie. Immer!“

Fox News-Moderator Tucker Carlson ist einer der bekanntesten rechten Moderatoren in den USA.
Fox News-Moderator Tucker Carlson ist einer der bekanntesten rechten Moderatoren in den USA. (Archivbild) © Brian Cahn/Imago

Tucker Carlson: Fox News-Moderator fragte Hunter Biden wohl um Empfehlungsschreiben für seinen Sohn

Zum Hintergrund: Hunter Biden ist Absolvent und war Jura-Professor an der Georgetown University in Washington. Ausgerechnet Tucker Carlson hatte als Moderator bei Fox News, dem einstigen Lieblingssender des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, später wiederholt behauptet, Joe Bidens Sohn würde lediglich durch die Position seines Vaters Joe Biden Profit und Erfolge erzielen.

Tucker Carlson soll laut Washington Post auch geschrieben haben: „Ich kann Ihnen nicht genug dafür danken, dass Sie diesen Brief an Georgetown im Namen von Bucky geschrieben haben. Das ist so nett von Ihnen. Ich weiß, dass es helfen wird. Ich hoffe, es geht Ihnen gut und wir können bald alle zusammen essen gehen.“

Hunter Biden wartet auf den Beginn einer Debatte mit seinem Vater Joe Biden, dem damaligen US-Vizepräsidenten, am Centre College. Der Jurist Hunter Biden saß ab dem Frühjahr 2014 im Aufsichtsrat von Burisma, einem wichtigen Gasförderer in der Ukraine.
Hunter Biden wartet auf den Beginn einer Debatte mit seinem Vater Joe Biden, dem damaligen US-Vizepräsidenten, am Centre College. Der Jurist Hunter Biden saß ab dem Frühjahr 2014 im Aufsichtsrat von Burisma, einem wichtigen Gasförderer in der Ukraine. (Archivbild) © Pablo Martinez Monsivais

Joe Biden: Hunter Biden verband wohl Bekanntschaft mit Fox-News-Moderator Tucker Carlson

Laut einer Analyse der Washington Post versuchte Tucker Carlson seinem Sohn durch seine Bekanntschaft mit Hunter Biden einen Platz an der Universität zu verschaffen und damit von jenen elitären Kreisen zu profitieren, die der Moderator später die „herrschende Klasse“ bezeichnete. Eine Praktik, die er immer wieder in seinen Sendungen kritisierte, um für den Republikaner Donald Trump Wahlkampf zu betreiben. Beispielsweise sagte Tucker Carlson über Hunter Biden: „Im heutigen Amerika ist es nicht illegal, de facto Bestechungsgelder zu zahlen, indem man unqualifizierten Familienmitgliedern mächtiger Leute ,Fake Jobs‘ gibt. Und da dies völlig legal ist, ist Hunter Biden natürlich nicht der einzige, der schamlos von seinem Familiennamen profitiert.“

Oder: „Wenn dein Vater Präsident ist, bekommst du Superkräfte.“ Dabei bezog er sich auf die Ambitionen Hunter Bidens, als Künstler von Gemälden Fuß zu fassen, die er für hohe Summen verkauft. Dies sorgte auch in anderen US-Medien für Kritik. Hunter Biden wurde auch aufgrund seiner Alkohol- und Drogensucht sowie seiner Position in einem Erdgasunternehmen der Ukraine und Vorwürfen der Steuerhinterziehung in US-Medien kritisiert. Konservative Medien wie Fox News versuchten dadurch auch, Hunter Bidens Vater Joe Biden und die Demokraten zu diskreditieren.

Carlson sagte, er werde die E-Mails nicht kommentieren, da sie durch „unsere Geheimdienst-Gemeinschaft als russische Desinformation“ beschrieben worden seien. Laut Washington Post spielte Carlson damit „ironisch“ auf Medien in den USA an, die den Fund des Laptops erst später als verifiziert bestätigt hatten, und zuvor eine Desinformationskampagne durch Russland nicht ausgeschlossen hatten. (df) Präsidentensohn: Hunter Biden veröffentlicht seine Memoiren

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