Demokraten-Parteitag

Sarah Palin über Kamala Harris: „Ich hätte mich nicht dafür prostituiert“

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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    Sophia Lother
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Kamala Harris ist die offizielle Vize-Kandidatin der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl. Sarah Palin äußert scharfe Kritik. 

  • Der Parteitag der Demokraten in den USA steht unter dem Motto „Amerika vereinen“ – Joe Biden wird offiziell nominiert.
  • Michelle und Barack Obama sowie Biden-Vize Kamala Harris sind nur einige der berühmten Redner
  • Kamala Harris ist nun offiziell Vize-Kandidatin der Demokraten.

+++ 15.57 Uhr: Lange war es still um die ehemalige Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin, Sarah Palin. 2008 trat sie erfolglos an der Seite von John McCain an und wäre die erste Frau gewesen, die das Amt bekleidet hätte. Im Interview mit Tucker Carlson von Fox News sprach Sarah Palin über die Nominierung von Kamala Harris als Vizepräsidentin der USA. Fox-Moderator Carlson ist der Überzeugung, dass Palin bei weitem weniger mediale Aufmerksamkeit zuteil wurde als Kamala Harris.

Er fragte Palin, ob sie sich vorstellen könne, etwas in der Vergangenheit anders gemacht zu haben, damit im gleichen Ausmaß über sie berichtet worden wäre, wie jetzt über Kamala Harris. „Hätten Sie irgendetwas tun können, zum Beispiel, dass Sie sich tief in ihrer Seele für Gleichberechtigung einsetzen, dass Sie ein Rockstar wären oder der reinkarnierte Dalai Lama. Irgendetwas, dass Ihnen diese mediale Aufmerksamkeit eingebracht hätte?"

Palin antwortete: „Ich hätte mich nicht dafür prostituiert, irgendeine meiner Positionen zu ändern, um bessere mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.“ Sie hätte viel mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen, hätte sie ihre „Überzeugungen" geändert, so Palin bei Fox News. Damit impliziert sie, dass Kamala Harris dies offenbar getan hätte.

Kamala Harris in ihrer Nominierungsrede: „Trumps Führungsversagen hat Leben gekostet“

Update vom Donnerstag, 20.08.2020, 07.25 Uhr:  Kamala Harris hat die Nominierung der US-Demokraten angenommen und ist nun offiziell die Vize-Kandidatin an der Seite von Joe Biden für die Wahl gegen US-Präsident Donald Trump. Sie akzeptiere die Nominierung, sagte die kalifornische Senatorin am Mittwochabend (Ortszeit) in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware bei ihrer bislang wichtigsten politischen Rede im Rahmen des virtuell abgehaltenen Parteitags der US-Demokraten.

Sarah Palin: Ihre Anhänger schlagen zurück

In ihrer Nominierungsrede ging sie mit Präsident Donald Trump hart ins Gericht. „Donald Trumps Führungsversagen hat Leben und Existenzen gekostet“, sagte Harris am Mittwochabend (Ortszeit) beim virtuellen Parteitag der Demokraten. „Wir befinden uns an einem Wendepunkt“, sagte Harris in ihrer Rede, die sie in Bidens Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware hielt. Sie warf Trump „Inkompetenz“ und „Herzlosigkeit“ vor. „Wir haben jetzt einen Präsidenten, der aus unseren Tragödien politische Waffen macht“, sagte die Senatorin mit jamaikanisch-indischen Wurzeln. Biden werde dagegen „ein Präsident, der uns alle zusammenbringen wird“.

Update vom Dienstag, 18.08.2020, 06.40 Uhr: Die frühere First Lady Michelle Obama hat vernichtende Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt und zur Wahl von dessen Herausforderer Joe Biden aufgerufen. „Donald Trump ist der falsche Präsident für unser Land“, sagte die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama in ihrem am Montagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Redebeitrag für den Parteitag der Demokraten in Milwaukee (Wisconsin). Trump habe mehr als genug Zeit gehabt zu beweisen, dass er der Aufgabe gewachsen sei, er sei aber „ganz klar überfordert“. Bei dem bis Donnerstag (20.08.2020) andauernden Parteitag der Demokraten wird Biden zum Präsidentschaftskandidaten für die US-Wahl am 3. November gekürt.

„Präsident zu sein ändert nicht, wer du bist. Es offenbart, wer du bist“, sagte Obama. Unter dem Republikaner Trump herrschten „Chaos, Spaltung und ein totaler und völliger Mangel an Empathie“ im Weißen Haus. „Wenn Sie glauben, dass die Dinge unmöglich noch schlimmer werden können, vertrauen Sie mir, das können sie. Und das werden sie, wenn wir bei dieser Wahl nichts ändern. Wenn wir irgendeine Hoffnung haben, dieses Chaos zu beenden, dann müssen wir für Joe Biden stimmen, als ob unsere Leben davon abhängen.“

Vereint gegen Donald Trump: Barack Obama, Kamala Harris und viele Promis bei Parteitag der Demokraten

Erstmeldung vom Montag, 17.08.2020, 11.56 Uhr: Washington - In den USA ist auf dem Parteitag der Demokraten vor allem die „Einigkeit“ ein Thema. Geschlossen will man sich zeigen und demonstrieren, dass die Demokraten im Stande sind, Amerika nach über drei Jahren unter der Fuchtel von Donald Trump wieder zu vereinen. Und natürlich soll Joe Biden offiziell zum Präsidentschaftskandidaten ernannt werden.

Unter anderem Michelle und Barack Obama, Biden-Vize Kamala Harris und auch Bernie Sanders werden auftreten. Doch nicht nur das macht den viertägigen Parteitag so besonders.

Auch Joe Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris wird auf dem Parteitag der Demokraten auftreten.

Wahlkampf in den USA: US-Demokraten auf Parteitag – Michelle Obama und Bernie Sanders machen den Auftakt

Wegen der Corona-Krise in den USA wird der Parteitag der Demokraten nämlich nicht wie geplant in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin stattfinden. Zu deplatziert würden die tausenden Delegierten und zehntausenden Gäste in Pandemie-Zeiten wirken, in denen die USA noch immer den traurigen Spitzenreiter darstellt, so zumindest laut Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Stattdessen wird es ein rein virtueller Parteitag bei den US-Demokraten werden. Am Montag (17.08.2020) wird gegen Abend (Ortszeit) unter anderem Michelle Obama eine kurze Rede halten. Auch der ehemalige Senator und Rivale Joe Bidens, um die Kandidatur bei den US-Präsidentschaftswahlen, Bernie Sanders wird ein paar Worte sprechen. Insgesamt wird es vier Tage lang jeden Abend ein zweistündiges Programm geben.

Wahl in den USA: Wie stehen die Chancen von Biden und Harris? Stimmen Sie ab!

Auch Barack Obama tritt auf dem Parteitag der US-Demokraten auf

Am Mittwoch (19.08.2020) wird beispielsweise ein Auftritt von Ex-Präsident Barack Obama auf dem Programm stehen. Er wird versuchen, die Demokraten und Wähler auf einen spannenden Wahlkampf einzuschwören. Und auch die frisch ernannte Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris steht an diesem Tage auf der Agenda. Ebenso wird die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ein paar Worte auf dem Parteitag der Demokraten sprechen. Den Höhepunkt des Parteitags stellt die Rede von Joe Biden dar. Diese wird er am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Bundesstaat Delaware halten.

Das Motto des Nominierungsparteitags der Demokraten lautet „Amerika vereinen“. Das war auch von Anfang an eines von Joe Bidens Wahlkampfversprechen. Er verkaufte sich als Gegenentwurf zu Donald Trump und versprach den krisengeschüttelten USA eine Rückkehr zur Normalität. Joe Biden und seine Vize Kamala Harris werden keinen einfachen US-Wahlkampf vor sich haben. So ist der anfängliche Vorsprung gegenüber Donald Trump und Mike Pence seit Juni stark geschrumpft, berichtet CNN.

Präsidentschaftswahl in den USA: Der Vorsprung von Joe Biden zu Donald Trump schrumpft

Aber nicht nur die neuesten Umfragen deuten einen schwierigen Wahlkampf an. Viele Experten befürchten außerdem, dass der US-Wahlkampf 2020 einer der schmutzigsten in der Geschichte wird. So bezeichnet Donald Trump seinen Herausforderer Joe Biden notorisch als den „schläfrigen Joe“, attackiert ihn wegen seines Alters, wirft ihm Demenz vor und bezeichnet ihn abwechselnd als Marionette der radikalen Linken oder von China.

Dass Donald Trump auf Twitter am liebsten gegen seine Konkurrenten wettert, ist keine Seltenheit. Zuletzt hatte er es zudem auf Hillary Clinton abgesehen, die er „krumme“ Clinton nennt und strafte im gleichen Tweet auch noch seinen ehemaligen Lieblingssender Fox News als „politisch korrekt" und nicht länger wichtig ab. Vielleicht auch um zu zeigen, dass dieses Coronavirus in den USA gar nicht so schlimm ist, hält Donald Trump außerdem am Montag (17.08.2020) eine Wahlkampfveranstaltung ab. Und zwar ausgerechnet im US-Bundesstaat Wisconsin, dem geplanten Ort der Nominierung von Joe Biden. Und am Donnerstag (19.08.2020), dem Tag der Nominierungs-Rede Joe Bidens, will Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung auftreten, die in direkter Nähe zu Bidens Geburtsort liegt.

Donald Trump will sich auf seiner Wahlkampftour den „Versäumnissen" von Herausforderer Joe Biden widmen

Auf seiner Wahlkampftour, während des Parteitages der Demokraten, wird Donald Trump insgesamt vier Bundesstaaten besuchen. Bei allen handelt es sich um für die Wahl besonders wichtige Swing States. Sie sind bei der US-Wahl regelmäßig besonders hart umkämpft, weil sie sich, Wählerumfragen zufolge, nicht genau einer Partei zuordnen lassen. In Ankündigungen hat Donald Trump bereits verlautbaren lassen, dass er sich in seinen Reden vor allem den „Versäumnissen" von Herausforderer Joe Biden widmen wird.

Die Republikaner wollen ihren Parteitag eine Woche nach den Demokraten abhalten. Auch Trumps Republikaner mussten ihre ursprünglichen Pläne verschieben. Über ein genaues Alternativprogramm ist noch nichts bekannt. (Von Sophia Lother)

Es ist offiziell: Im November wird Joe Biden bei den Präsidentschaftswahlen in den USA für die Demokraten antreten. In seiner Abschlussrede verspricht Biden den „Sieg des Lichts über die Dunkelheit“.

Rubriklistenbild: © dpa

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