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Donald Trumps dunkles Geld: Selbst er hat den Überblick verloren

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Von: Nadja Austel

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Die Finanzaufsicht fächert Trumps „beispielloses“ Geldnetzwerk auf – kein anderer ehemaliger Präsident der USA nutzte ähnlich komplexe Strukturen für seine Ziele.

Washington D.C. – Donald Trump geht Politik bekanntermaßen an, wie der Geschäftsmann, der er ist. Der ehemalige Präsident der USA wirbt Investoren an, und verwaltet deren Unterstützung in einem geschickten Netzwerk aus Organisationen, die untereinander in mannigfaltigen, fast undurchdringbaren Beziehungen stehen. „Make America Great Again, Again!“ (MAGAA) lautet der Name des bereits zwölften PACs („Political Action Committee“) und bildet die mehr oder weniger originelle Nachfolge der „Make America Great Again“-Gruppe (MAGA). Deren Anhänger waren kürzlich über Entscheidungen ihres Idols zwar nicht erfreut. Insgesamt reißt die Unterstützung für Donald Trump und seine politischen Ambitionen jedoch nicht ab.

Eine Untersuchung der Finanzbehörden der USA hat nun Licht auf die undurchsichtigen Beziehungen zwischen einem Dutzend dieser Gruppen geworfen. Wie The Daily Beast berichtet, könnten die möglicherweise doch zu ähnlich klingenden Namen der Organisationen die Beamten zu Nachfragen bewogen haben. Sie hätten sich kürzlich dafür interessiert, warum einige Zahlungen der Trump-nahen PACs nicht ordnungsgemäß gemeldet worden waren.

USA – Donald Trump macht es den Behörden schwer

Die Finanzberichte über Trumps Geschäfte zeigen laut The Daily Beast ein eindeutiges Muster. Über 500 Unternehmen, von denen fast 400 seinen Namen oder seine Initialen verwenden, seien bei einer ersten Offenlegung ans Licht gekommen. Das Durcheinander sei in einer „lähmenden“ Struktur von „russischen Nestpuppen“ angelegt – Unternehmen in Unternehmen in Unternehmen. Häufig werde ein Unternehmen von mehreren Trump-Firmen gleichzeitig gehalten, von denen jede an noch mehr Trump-Firmen beteiligt ist.

Zufall sieht anders aus. Die Struktur verschafft Trumps Organisationen eine enorme finanzielle Flexibilität und macht es gleichzeitig schwierig, die Milliarden von Dollar zu verfolgen, die Trump, seine Familie und seine Buchhalter innerhalb der Organisation bewegen. Der gesamte auf Trump ausgerichtete Apparat zählt ein Dutzend separater politischer Ausschüsse und zwielichtiger Geldorganisationen, die sich namentlich nur minimal voneinander unterscheiden:

USA: Trumps zahlreiche Organisationen verwalten Einnahmen in Millionenhöhe

Brendan Fischer, stellvertretender Geschäftsführer des journalistischen Finanzaufsichtprojekts „Documented“, sagte gegenüber The Daily Beast, das Ausmaß von Trumps Netzwerk sei „beispiellos“, auch für einen früheren Präsidenten der USA. Üblicherweise würden diese sich auf den Aufbau einer Wohltätigkeitsorganisation konzentrieren oder sich um das Archiv ihrer Präsidentschaft kümmern. Trump hingegen bleibe im politischen Spiel und sammle weiter „schwindelerregende“ Mengen an Geld, so Fischer.

Geldlabyrinth mit Dollarschein Symbolbild zum Thema Komplexität Geldsystem
Zufall sieht anders aus. Eine komplexe Organisationsstruktur verschafft Trump macht es schwierig, das Geld zu verfolgen. (Symbolbild) © IMAGO/IlluPics

Das von Trump unterstützte PAC „America First Action“ habe zwischen 2017 und 2020 fast 200 Millionen Dollar eingenommen, berichtet The Daily Beast weiter. Die gemeinnützige Schwesterorganisation „America First Work“ verzeichne für 2020 Einnahmen in Höhe von 51,3 Millionen Dollar. Das PAC „Trump Make America Great Again“ sammelte 884 Millionen Dollar in 2020, und „Trump Victory“ steuerte weitere 336,3 Millionen Dollar bei.

USA – Niemand soll Donald Trumps Geld folgen können

Während Trump und die Republikaner sich auf den USA-Präsidentschaftswahlkampf 2024 vorbereiten, scheint das ausgeklügelte Finanzlabyrinth jedoch auch intern Probleme verursacht zu haben: Laut einem am Mittwoch (11. Mai) eingereichten Bericht habe sogar die Trump-Kampagne zugegeben, dass sie nicht immer in der Lage sei, ihr eigenes Geld nachzuverfolgen.

Brett Kappel, Spezialist für Wahlkampffinanzen und gemeinnütziges Recht, sah jedoch einen größeren Zusammenhang. „Die zentrale Lektion von Watergate lautet ‚Folge dem Geld‘“, so Kappel gegenüber The Daily Beast. „Und diese verworrene Struktur (…) scheint darauf ausgelegt zu sein, diese Aufgabe so schwierig wie möglich zu machen.“ (na)

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