Die Proud Boys veranstalten eine Kundgebung in Portland, Oregon.
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Die Proud Boys sind für den Fall der Fälle einsatzbereit. Schwerbewaffnete rechte Milizen stellen in den USA eine große Gefahr dar.

Terrorgefahr in den USA

US-Wahl 2020: FBI hält Bericht zu weißer Terrorgefahr zurück

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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In den USA lässt ein FBI-Bericht über inländischen Terror und die Gefahr durch weiße Rassisten auf sich warten. Eine Rolle könnten die Trump-Regierung und die kommende US-Wahl spielen.

  • Das FBI hätte breits im Juni einen Bericht zu Terror im Inland und die Rolle weißer Rassisten veröffentlichen sollen.
  • Doch das ist nicht passiert und wird vor der US-Wahl 2020 wahrscheinlich auch nicht passieren.
  • Einige vermuten, dass die US-Regierung und Donald Trump eine Rolle spielen.

Washington - Obwohl es dazu verpflichtet wäre, gibt das FBI einen Bericht über inländischen Terrorismus in den USA nicht heraus. Er soll insbesondere die Gefahr rassistisch motivierten Terrors beleuchten. Eigentlich wurde der Bericht bereits im Juni erwartet. Immer noch ist unklar, ob die Veröffentlichung vor der US-Wahl 2020 stattfinden wird.

Terroristische Anschläge von rassistisch motivierten und oftmals weißen Tätern haben in den USA stark zugenommen. Wie das Zentrum für Strategie und internationale Studien (CSIS) bereits im Juni offenlegte, ginge die größte Bedrohung im Inland höchstwahrscheinlich von weißen Rassisten aus. Zu ähnlichen Ergebnissen könnte auch der FBI-Bericht gekommen sein, der zur gleichen Zeit veröffentlicht werden sollte.

USA: Bericht über inländischen Terror gerade durch Rassisten vom FBI zurückgehalten

Doch wieso das Ganze? Wie das Portal „The Daily Beast“ offenlegt, werden Stimmen immer lauter, der Öffentlichkeit werde etwas mit Absicht verschwiegen. Die Bevölkerung in den USA solle schlicht vor der US-Wahl nichts von dem Ausmaß der Terrorgefahr mitbekommen. Dies könnte daran liegen, mutmaßt das Portal, dass der Direktor des FBI, Christopher Wray, ohnehin bereits den Unmut von US-Präsidenten Donald Trump und seiner Regierung auf sich gezogen hat und weitere Auseinandersetzungen mit der Regierung verhindern will. Er hatte in einer Anhörung vor dem Komitee für Sicherheit im Inland bereits ausgesagt, dass die Gefahr weißer Rassisten den größten Anteil beim Terrorismus im Inland ausmache.

Angaben zur Person
NameChristopher Asher Wray
Geburtsdatum17. Dezember 1966
GeburtsortNew York City
StellungSeit 2. August 2017 FBI-Direktor
Vorgänger im FBIJames Comey
Quelle: Wikipedia

Ähnliche Vermutungen äußerte auch der Demokrat Bennie Thompson, der einen Sitz im Komitee des Ministeriums für Innere Sicherheit hat, gegenüber dem Portal: „Der Bericht wird von der Regierung sehr wahrscheinlich nicht als etwas Positives angesehen. Ich kann mir vorstellen, dass der Bericht deshalb noch vor dem dritten November veröffentlicht wird.“ FBI-Direktor Wray könnte nach Ansicht des Demokraten Thompson schlicht Angst davor haben, gefeuert zu werden.

USA: Donald Trump twittert statt gegen Terror von rechts lieber gegen die „radikale Linke“

Dass ein Bericht, der die Terrorgefahr durch weiße Rassisten beleuchtet, Donald Trump nicht unbedingt passen würde, wird jedem klar, der seinen Tweets folgt. Darin erklärte er unter anderem die Antifa zu einer terroristischen Organisation. Und kürzlich wetterte er, wenn Joe Biden bei der US-Wahl gewänne, dann würde die „radikale Linke das Land zerstören“ und „Terroristen werden beschützt“. Trumps Feindbild sind nicht die weißen Rassisten, sondern die radikale Linke, deren Terror es zu bekämpfen gelte.

USA: Kein Bericht zu rassistischem Terror vor US-Wahl? – Experten schlagen Alarm

Eine andere Facette ist, dass nach Untersuchungen des CSIS gerade unter weißen Rassisten viele Trump-Unterstützer zu finden seien. Natürlich will die US-Regierung unter Donald Trump diese Wähler nicht vergraulen, indem sie zulässt, dass das FBI sie als gefährliche Terroristen einstuft.

Das FBI gibt einen Bericht über Terrorismus im Inland nicht heraus, spielt Donald Trump hierbei eine Rolle?

Doch hier geht es nicht nur um Stimmen, sondern auch um eine ernste Gefahr, schlagen Fachleute Alarm. So unterstrich das CSIS, das das Ergebnis der US-Wahl 2020 zu Terror in den USA führen könnte. Es gebe rechte Extremisten, die sich bereits als „Trump-Krieger“ oder „Kämpfer für Trump“ bezeichneten. Sie könnten zu Waffen greifen oder anderweitig Gewalt einsetzen, wenn Donald Trump die Wahl verlieren würde. Womöglich, weil sie davon ausgingen, die Demokraten und Joe Biden hätten bei der Wahl betrogen.

Auch Trump nutzt dieses Erklärungsmuster bereits jetzt schon. Wenn er beispielsweise den Demokraten Wahlbetrug bei der Briefwahl vorwirft oder behauptet, er könne die Wahl nur bei „massiven Wahlbetrug“ verlieren. Informationen zu dieser möglichen Gefahr bekommt die Öffentlichkeit in den USA nicht. So wie es scheint zumindest nicht vom FBI vor der US-Wahl. (Sophia Lother)

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