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Minnesota: Corona-Testteam von bewaffneten Milizen bedroht

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In den USA steigen die Corona-Fallzahlen weiter an. In Minnesota wird Gesundheitspersonal mit Waffen bedroht.

  • US-Präsident Donald Trump widerspricht seinen eigenen Gesundheitsexperten ein weiteres Mal.
  • Aktueller Streitpunkt: Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffs in den USA
  • Indes steigen die Todeszahlen in Zusammenhang mit dem Coronavirus unaufhörlich weiter.

Update vom Samstag, 19.09.2020, 16.20 Uhr: Gesundheitsbeamte haben seit Montag (14.09.2020) Stichproben in Haushalten in 180 Gemeinden in Minnesota durchgeführt, um die Ausbreitung von Covid-19 nachvollziehen zu können. Die Haushalte wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Dabei wurde das Team von bewaffneten Bürgern und Bürgerinnen bedroht.

Diese schienen sich gegen die Kontrolle wehren zu wollen. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums von Minnesota, Julie Bartkey, sagte laut US-Medienberichten zufolge, die Gesundheitsbeamten hätten richtig reagiert, indem sie die Situation sofort verlassen haben und den Fall meldeten.

Minnesota verzeichnete am Freitag (18.09.2020) weitere 1.099 Fälle des Coronavirus und acht neue Todesfälle, womit die Gesamtzahl des Staates auf 87.807 bestätigte Fälle und 1.950 Todesfälle seit Beginn der Pandemie steigt.

Corona in den USA: Trump-Regierung plante, Masken an Bürger zu verschicken

Update von Freitag, 18.09.2020, 15.45 Uhr: In den USA sollten zu Beginn der Corona-Pandemie im Land Masken per Post an jeden Bürger geschickt werden. Insgesamt 650 Millionen Corona-Masken, fünf für jeden Amerikaner und jede Amerikanerin, hätten einer nicht veröffentlichten Pressemitteilung der US-Post (United States Postal Service) zufolge, verschickt werden können. Und das bereis im Zeitraum April. Doch die Trump-Regierung ging nicht darauf ein, wie die „Washington Post“ berichtet.

Corona in den USA: Masken wurden nicht an US-Bürger verschickt – Der Grund hat mit Bedenken zu tun

Der Entwurf sah außerdem vor, dass die ersten Masken an die am stärksten betroffenen Regionen in den USA versendet werden sollten. Doch bevor die Pressemitteilung veröffentlicht werden konnte, gab die Regierung von Donald Trump dem Vorhaben eine Absage. So waren im April keine Masken an US-Bürger geschickt worden. Es habe Bedenken gegeben, dass es „Angst schüren und zu einer Panik kommen könnte, wenn Masken an Haushalte verschickt werden“, sagte ein Regierungsmitarbeiter der „Washington Post“.

Im April sei von der Trump-Regierung geplant gewesen, Masken an US-Haushalte zu schicken, aber nichts passierte.

Donald Trump widerspricht Gesundheitsexperten - Corona-Todesfälle nähern sich der 200.000-Marke

Erstmeldung von Freitag, 18.09.2020, 10.13 Uhr: Washington - Wieder hat sich US-Präsident Donald Trump über die Aussagen von Gesundheitsexperten in den USA hinweggesetzt. Diesmal ging es um einen möglichen Corona-Impfstoff und dessen Verfügbarkeit in den USA. Der Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) hatte sich dabei ganz anders geäußert, als es der Agenda des US-Präsidenten entspricht. Das berichtete die „Washington Post“. Trump reagierte sofort.

Wieder einmal hat US-Präsident Donald Trump den Gesundheitsexperten widersprochen.

USA: Donald Trump widerspricht Experten – Dieser habe laut Trump „einen Fehler gemacht“

Bei einer Anhörung vor dem Senat hatte CDC-Direktor Robert Redfield entschlossen auf die Frage der Senatoren geantwortet. Ein Corona-Impfstoff werde zwar „im November oder Dezember verfügbar sein, aber nur in einem sehr begrenzten Angebot.“ Zuerst werde der Impfstoff gegen das Coronavirus außerdem an Risiko-Patienten vergeben. Das bedeutet im Klartext, so der CDC-Direktor weiter, dass eine Impfung für die breite Masse der Bürger in den USA erst circa ab Mitte 2021 verfügbar sein werde, da der Vorrat an verfügbaren Corona-Impfungen nur nach und nach Ansteigen würde.

Das ging US-Präsident Donald Trump gehörig gegen den Strich. Hatte er doch mit einer viel früheren Verfügbarkeit einer Impfung gegen das Coronavirus gerechnet. In einer Pressekonferenz im Weißen Haus widersprach er Gesundheitsexperten Redfield. „Ich denke er hat einen Fehler gemacht, als er das gesagt hat“, und fügt hinzu: „Wir sind bereit, sofort an einen großen Teil des Landes zu liefern.“

Donald Trump: US-Päsident rechnet mit baldiger Corona-Impfstoff-Verfügbarkeit in den USA

Der CDC-Direktor habe ihm das nie gesagt, wetterte Trump weiter. „Die Aussage ist falsch. Wir sind viel schneller bereit, als er das gesagt hat", unterstrich der US-Präsident bei der Pressekonferenz nochmals. Ab Mitte Oktober könne der Corona-Impfstoff verabreicht werden, kündigte Trump an.

Doch auch viele andere Gesundheitsexperten in den USA sagten bereits im Vorfeld, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus bereits so bald zur Verfügung stehe. Darunter auch Top-Wissenschaftler, die derzeit an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs arbeiten.

USA: Stetig steigende Corona-Infektionszahlen – Bald könnten es 200.000 Tote sein

Während Donald Trump seinen Gesundheitsexperten widerspricht, steigen die Infektionszahlen weiter. Bald könnten es mehr als 200.000 Menschen sein, die in den USA im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Auch die Infektionszahlen sind gerade in den USA in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. Das zeigt der detaillierte Verlauf den die Johns-Hopkins-Universität dokumentiert hat.

MonatCorona-Infektionszahlen USATodesfälle USA
31. März188.7445.249
30. Aprilrund 1.073.00065.832
31. Mairund 1.779.000107.507
30. Junirund 2.636.000127.723
31. Julirund 4.562.000154.034
31. Augustrund 6.031.000183.597
17. Septemberrund 6.674.000197.633

Angesichts der steigenden Zahlen nimmt auch die Kritik an der Trump-Regierung zu. Immer häufiger wird Donald Trump Versagen in der Corona-Pandemie vorgeworfen, Verantwortung wolle er häufig keine übernehmen. Inwieweit sich das auf seine Wiederwahl-Chancen auswirkt, bleibt abzuwarten. Am 3. November ist die US-Präsidentschaftswahl. (Von Sophia Lother)

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