Die Zahl der Menschen in den USA, die sich bisher mit Corona infiziert haben, steigt weiter an.
+
Die Zahl der Menschen in den USA, die sich bisher mit Corona infiziert haben, steigt weiter an.

Covid-19

Corona in den USA: Schwelle von sieben Millionen Infektionen überschritten

  • Enno Eidens
    vonEnno Eidens
    schließen
  • Sebastian Richter
    schließen

Die Fallzahlen in den USA steigen weiterhin rasant an. Inzwischen haben sich mehr als sieben Millionen Menschen mit Covid-19 infiziert.

  • Stanford-Expert*innen machen Dr. Scott Atlas schwere Vorwürfe – der schickt seinen Anwalt ins Feld.
  • Die John Hopkins Universität gibt neue Corona-Fallzahlen bekannt.
  • Trump News: Alle Neuigkeiten zum US-Präsidenten.

Update vom Samstag, 26.09.2020, 15.36 Uhr: Noch immer sind die USA das Land, das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist. Laut einer neuen Zählung der John Hopkins Universität haben sich inzwischen insgesamt über sieben Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 200.000 Menschen sind bereits an dem Virus gestorben.

Corona in den USA: Taskforce-Neuling Atlas geht rechtlich gegen Kritiker vor

Update von 25. September 2020, 11:50 Uhr: Die öffentliche Debatte um das neue Mitglied der Coronavirus-Taskforce von US-Präsident Donald Trump hält weiter an. Neuzugang Dr. Scott Atlas wird seit längerem scharf kritisiert, nun wehrt sich der Neuroradiologe und schaltet dafür sogar seinen Anwalt ein.

Der soll dafür sorgen, dass eine Gruppe von Expert*innen der Standford Medical School ihre Kritik an Atlas zurückziehen. Doch die Gruppe aus Stanford steht zu ihren Worten und veröffentlicht ein zweites Schreiben, in dem Sie ihre Vorwürfe bekräftigen. Sie sind der Meinung, dass die Äußerungen von Dr. Scott Atlas ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen würden.

Professor:Scott Atlas
Geboren:5. Juli 1955 (Alter 65 Jahre)
Ausbildung:University of Illinois at Urbana-Champaign
Feld:Gesundheitsvorsorge

Coronavirus-Taskforce: Dr. Scott Atlas reagiert mit Anwalt auf öffentliche Kritik aus Stanford

Die Auseinandersetzung zwischen den Expert*innen der Standford Medical School und Dr. Scott Atlas wurde laut CNBC-Berichten Anfang September öffentlich. Im August hatte der US-Präsident Donald Trump den Radiologen und Gesundheitsökonomen Atlas in seine Coronavirus-Taskforce einberufen. Atlas hatte sich schon zuvor öffentlich zur Pandemie geäußert. Beim Sender Fox News hatte er sich unter anderem für eine schnelle Öffnung von Wirtschaft und Schulen ausgesprochen.

Scott Atlas behauptete, dass Kinder sich nicht mit dem Coronavirus anstecken könnten und es in Schulen deshalb keine Abstandsregeln oder Maskenpflicht bräuchte. Am 9. September veröffentlichten schließlich 78 Wissenschaftler*innen und Doktor*innen der Stanford Medical School einen öffentlichen Brief mit schwerer Kritik an ihrem ehemaligen Kollegen – Atlas war 14 Jahre lang Leiter der Neuroradiologie am Stanford University Medical Center. Nun geht Atlas rechtlich gegen die Vorwürfe seiner Kollegen vor.

Harte Kritik aus Stanford – Atlas soll „Unwahrheiten“ über das Coronavirus verbreitet haben

In dem Schreiben werfen die Stanford-Expert*innen ihrem ehemaligen Kollegen Scott Atlas vor, dass er „Unwahrheiten und falsche Darstellungen von Wissenschaft“ verbreiten würde. Seine Meinungen und Äußerungen würden etablierte wissenschaftliche Erkenntnisse falsch wiedergeben und somit eine effektive Gesundheitspolitik verhindern. In dem offenen Brief folgt eine Liste konkreter Kritikpunkte. Die Expert*innen diskutieren unter anderem die Effektivität von Gesichtsmasken, die Coronavirus-Übertragung durch Menschen ohne Symptome und die Ansteckungsgefahr bei Kindern.

Zudem sprechen sie sich gegen das Konzept der Herdenimmunität aus, für das Scott Atlas geworben hatte. Sie warnen davor, eine großflächige Immunität ohne Impfstoffe herstellen zu wollen. Dies wurde die Fallzahl steigern und mehr „Leiden und Tode“ verursachen. Scott Atlas soll hatte auf Fox News ein für Model der Durchseuchung, wie es in Schweden praktiziert wurde, gesprochen.

Stanford-Gremium reagiert auf rechtliche Drohungen von Dr. Atlas Scotts Anwalt

Nun gibt es neue Entwicklungen in der Auseinandersetzungen zwischen Scott Atlas und der Stanford-Gruppe. Am Donnerstag, 24. September veröffentliche Professor Michael Fischbach eine Serie von Beiträgen auf Twitter. Darunter auch ein Schreiben des Rechtsanwalts Marc Kasowitz. Dieser gibt an, die rechtlichen Interessen von Dr. Scott Atlas zu vertreten. In dem Schreiben fordert er die Stanford-Expert*innen dazu auf, ihre vermeintlich „falschen“ Anschuldigungen öffentlich zu widerrufen. Zudem soll die Gruppe bei jedem Medienhaus anrufen, das über ihren offenen Brief berichtet hat und dort eine Richtigstellung beantragen. Der Brief endet mit der Drohung, dieses Anliegen vor Gericht zu bringen, sollte den Forderungen nicht nachgekommen werden.

Michael Fischbach veröffentlichte nun als Reaktion auf die Drohungen ein kurzes Statement von den Verfasser*innen des ursprünglichen Briefs. Die stehen weiterhin zu ihren Aussagen. Inzwischen haben sich rund dreißig weitere Menschen angeschlossen – 105 Doktor*innen, Wissenschaftler*innen, Expert*innen der öffentlichen Gesundheit und Fakultätsmitglieder der Stanford University beteuern, dass sie weiterhin hinter ihrer Kritik an Dr. Atlas Scott stehen. Laut den Expert*innen verbreite Atlas Fehlinformationen über wissenschaftliche Erkenntnisse, die ein Risiko für wichtige Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit darstellen.

Wir stehen zusammen und bekräftigen klar und deutlich, dass sich die Gesundheitspolitik von etablierten wissenschaftlichen Prinzipien leiten lassen muss und nicht von Meinungen, insbesondere solchen, die dem Einzelnen und der Gesundheit unserer Nation schaden könnten.

Expert*innen der Stanford Medical School, aus dem Englischen übersetzt

Streit im Corona-Team der USA: Ein neues Gesicht sorgt für Aufregung

Ursprüngliche Meldung vom 22. September 2020, 13:55 Uhr: USA – Mehr als 200.000 Tote, fast sieben Millionen Infizierte: Die USA sind eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Und die Kurve der gesamten Fälle zeigt weiter nach oben. US-Präsident Donald Trump spielte die Pandemie in den Vereinigten Staaten zunächst runter und missachtete Empfehlungen der Gesundheitsbehörden. Seine Aussage, Corona sei „just a flu“ machte weltweit Schlagzeilen. Die Realität hat die USA inzwischen eingeholt: Ein Fünftel der Todesfälle weltweit ereigneten sich in den Vereinigten Staaten. Die Hoffnungen, der Sommer würde die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen, blieben unerfüllt, das Virus grassiert auch in den heißen Tagen weiter.

Eine eingesetzte Taskforce des Weißen Hauses zum Corona-Virus war zwischenzeitlich in den Medien omnipräsent. Sie informierten beinahe täglich zu neuen Entwicklungen in den USA, koordinierten das Handeln der Behörden, mobilisierten Kräfte in der Regierung und mussten häufig genug lapidare Äußerungen Donald Trumps richtigstellen. Die Gruppe ist hoch besetzt: Anthony Fauci und Deborah Birx brachten es zu einiger Prominenz in der Bevölkerung.

Corona-Taskforce in den USA im Streit: Deborah Birx ist mit dem Neuzugang unzufrieden

Die Ärztin Deborah Birx hat jetzt nach einem Bericht von CNN infrage gestellt, ob sie weiterhin bei der Taskforce arbeiten wird. Die 64-Jährige sei unzufrieden mit ihrer aus ihrer Sicht geschwundenen Rolle als Koordinatorin der Corona-Virus Taskforce. Sie wisse nicht, wie lange sie noch in dieser Position dienen könne. Über die Entwicklung der Taskforce sei sie „verzweifelt“ und die Reaktion der Nation mit der Situation soll sie als alptraumhaft beschrieben haben.

Dr. Scott Atlas ist der neue Mann in Donald Trumps Corona-Taskforce

Ihren sinkenden Einfluss führt sie vor allem auf den neusten Zugang zur Taskforce zurück: Mediziner Scott Atlas, der im August von Trump berufen wurde. Der Neuroradiologe soll einen ungesunden Einfluss auf das Denken des US-Präsidenten in Fragen um das Corona-Virus haben und Trumps unwissenschaftliche Behauptungen bekräftigen: Zum Beispiel mit irreführenden Informationen zu der Wirksamkeit von Gesichtsmasken. Masken tragen und Abstand halten wird von Trump und seinen Anhängern sowieso schon länger nicht sehr ernst genommen. Innerhalb der Taskforce kämpft Atlas vor allem für eine Wiederöffnung der Wirtschaft und der Schulen.

Scott Atlas ist neu in der Corona-Taskforce in den USA

Scott Atlas dagegen sagte bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend, er und Deborah Birx hätten kein schlechtes Verhältnis zueinander. Auch die Regierung möchte nichts von Streitigkeiten innerhalb der Taskforce wissen. „Alle medizinischen Experten des Weißen Hauses arbeiten rund um die Uhr zusammen, um die Priorität Nr. eins des Präsidenten umzusetzen: die Gesundheit und Sicherheit des Amerikanischen Volkes zu schützen und dieses Virus aus China zu besiegen“, sagte Judd Deere, der Sprecher des Weißen Hauses. (Von Sebastian Richter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare