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In Philadelphia dokumentiert Anfang März ein Mann seinen persönlichen Impferfolg, indem er mit seinem Smartphone ein Selfie aufnimmt.
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Die Nadel im Oberarm als Trophäe: In Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania dokumentiert Anfang März ein Mann seinen persönlichen Impferfolg mit einem Selfie.

Corona-Pandemie

USA: Weißes Haus will Impfquote mit „Armee von Influencern“ steigern

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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In den USA lassen sich auffällig wenige junge Menschen impfen. Im Auftrag der Regierung sollen jetzt Influencer Überzeugungsarbeit an der Basis leisten.

Washington – Ständige Aufmerksamkeit kennen sie zur Genüge. Gesehen zu werden, Reichweite zu erzielen, das ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Karriere in ihrer Branche überhaupt. Aber dass man sie sogar von der höchsten Regierungsebene aus in den Blick genommen wird, daran sind auch Influencer nicht gewöhnt. In den USA hat die Regierung jetzt einige von ihnen für eine Werbekampagne der besonderen Art eingespannt: Sie sollen gezielt Anreize setzen, um mehr Menschen zu motivieren, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auch auf lokaler Ebene gehen die Behörden neue Wege, um die Impfquote zu steigern.

Besteht das Tagesgeschäft vieler Internet-Unternehmer*innen in den sozialen Medien sonst darin, Produkte von Unternehmen gegen Geld zu bewerben, sollen einige von ihnen jetzt den Ruf der Impfung retten. Konkret heißt das nichts anders als: Unter ihren Anhänger:innen grundlegende Fakten zur Sicherheit und Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe verbreiten.

Zum Schutz vor dem Coronavirus: Influencer sollen Impfquote in den USA steigern

Denn auch in den USA hat sich eine kleine, aber laute Gegenöffentlichkeit gebildet, deren Mitglieder:innen bewusst Falschinformationen streuen und Angst schüren. Sie bedrohen den Erfolg der Impfkampagne. Erst ab einer bestimmten Impfquote gehen Expert:innen davon aus, dass die Bevölkerung eines Landes vor weiteren Infektionswellen geschützt ist.

Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) den Wert von 85 Prozent ausgegeben. Der Wert ist höher als jener, der zu Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren angenommen wurde, was besonders an der Verbreitung hochansteckender Virus-Varianten liegt. Das Infektionsgeschehen in Deutschland wird derzeit von der Delta-Variante dominiert, ebenso verhält es sich in den USA. Beide Länder haben zwar zwischenzeitlich vergleichsweise viele Menschen täglich impfen können, in die Nähe der 85er-Marke ist man bisher aber nicht gekommen – und das Impftempo hat stark abgenommen. Zumindest in den USA steigt es jetzt wieder, nachdem der Immunologe Anthony Fauci zuletzt wieder vor dem Virus warnte.

Besondere Ansprache für junge Menschen in den USA: Influencer werben für Impfung

Besonders eine Gruppe will die US-Regierung jetzt zum Impfen animieren: die Jüngeren. Unter den 18- bis 39-Jährigen seien bisher weniger als die Hälfte vollständig geimpft worden, in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen sind es nur 42 Prozent. Altersunabhängig betrachtet sind 50 Prozent der US-Amerikaner:innen geimpft.

Um jüngere Menschen besser zu erreichen, kooperiert die US-Regierung der New York Times zufolge bereits mit mehr als 50 Twitch-Streamer:innen, Youtuber:innen und TikTok-Stars. Über Agenturen würde man die Unternemer:innen kontaktieren, die dann über ihre Profile Werbung für die Impfung machen würden. Um Falschmeldungen zu korrigieren haben einzelne auch Gespräche mit Anthony Fauci geführt. Der Star-Immunologe ist obersten Gesundheitsberater von US-Präsident Joe Biden und wurde bereits während Donald Trumps Präsidentschaft zu einer wichtigen Stimme im Kampf gegen das Coronavirus.

„Armee von Influencern“ für den Impferfolg: US-Regierung kooperiert mit Social-Media-Stars

Auch auf Bundesstaatsebene laufen Projekte mit Influencern. Colorado schloss bereits im Februar einen 16,4 Mio. US-Dollar schweren Vertrag mit einer Influencer-Marketingagentur ab, weiß die New York Times zu berichten. Die Chefin der Agentur, Patricia Lepiani, verweist auf die Authentizität, die Influencern von ihren Fans zugeschrieben wird. Die Werbebotschafter:innen wiederum wüssten meist genau, welche Inszenierungsform ihre Follower:innen am besten anspricht. Schließlich verdienen viele von ihnen bereits ihren Lebensunterhalt mit werblichen Inhalten. (mp)

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