1. Startseite
  2. Politik

In den USA ist Cannabis erstmals beliebter als Tabak

Erstellt:

Von: Johanna Soll

Kommentare

In den USA greifen erstmals mehr Menschen zum Joint als zur Zigarette
In den USA greifen erstmals mehr Menschen zum Joint als zur Zigarette © Friso Gentsch/dpa

Inzwischen greifen in den USA mehr Menschen zum Joint als zur Zigarette. Möglicherweise wird Cannabis bald in der Hälfte der Bundesstaaten legal sein.

Washington D.C. – In den USA hat der Konsum von Cannabis einen neuen Rekord erreicht und ist damit erstmals beliebter als Tabak. In einer aktuellen Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup gaben 16 Prozent der Befragten an, Marihuana zu rauchen und nur noch 11 Prozent griffen zur Zigarette. Der Konsum von Cannabis nimmt in den Vereinigten Staaten stetig zu, während der von Tabak immer weiter zurückgeht.

Die Legalisierung von Cannabis ist in den USA weiter fortgeschritten als in Deutschland. Zwar ist Kiffen nicht bundesweit erlaubt, aber bereits in 19 US-Bundesstaaten legal. Sechs weitere Bundesstaaten könnten nach den Midterm-Wahlen am 8. November hinzukommen, falls entsprechende Volksentscheide es auf die Stimmzettel schaffen.

Cannabis: Der Konsum und die Einstellung haben sich stark verändert

In diesem Fall könnten South Dakota, Arkansas, Maryland, Missouri, North Dakota und Oklahoma hinzukommen, sodass Cannabis dann in der Hälfte der 50 Bundesstaaten legal wäre. Die Substanz ist die am häufigsten verwendete Droge in den USA, die auf Bundesebene illegal ist.

Sowohl der Cannabiskonsum als auch die Einstellung zu der Droge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in den USA stark verändert. Noch 2021 gaben 16 Prozent an, Zigaretten zu rauchen, im Vergleich zu 12 Prozent, die Marihuana rauchten. Gallup fragt seit 2013 nach dem Cannabiskonsum und seit 1944 nach dem Konsum von Tabak. Die aktuelle Umfrage weist den höchsten Konsum von Marihuana und den niedrigsten von Tabak aus.

Unten jungen Menschen in den USA ist der Konsum von Cannabis verbreiteter als je zuvor

Mehr als zwei Drittel der Menschen in den USA sind der Meinung, dass Cannabis legal sein sollte – ein Wert, der sich seit 2021 nicht verändert hat. Fast die Hälfte der Erwachsenen gibt heute an, Cannabis probiert zu haben. Als Gallup 1969 zum ersten Mal danach fragte, waren es nur 4 Prozent. Trotz des gestiegenen Konsums sind die Befragten uneins darüber, ob Cannabis einen positiven (49 Prozent) oder einen negativen Effekt (50 Prozent) auf die Gesellschaft hat.

Im Jahr 1969 befürwortete lediglich 12 Prozent der US-Bevölkerung der Gallup-Umfrage zufolge die Legalisierung von Cannabis. Vor zehn Jahren sprach sich die Hälfte dafür aus. Der Trend zum Cannabiskonsum wird von jungen Menschen vorangetrieben. Die National Institutes of Health (Nationale Gesundheitsinstitute) berichteten, dass im Jahr 2021 mehr junge Erwachsene Cannabis konsumierten als in jedem Jahr zuvor. (Johanna Soll)

Auch interessant

Kommentare