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George W. Bush gesteht versehentlich: Irakkrieg war „ungerechtfertigt“ und „brutal“

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Von: Nadja Austel

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Sein Alter macht der ehemalige Präsident der USA, George W. Bush, für seinen Versprecher in Dallas verantwortlich. Ein spätes Geständnis in Humor verpackt?

Dallas – Dem ehemaligen US-Präsidenten, George W. Bush, ist am Mittwoch (18. Mai) ein Fauxpas unterlaufen, als er die „Invasion im Irak“ als „brutal“ verurteilte, bevor er sich korrigierte: Die Invasion in der Ukraine meine er. Der 43. Präsident der USA hatte bei einer Veranstaltung im Präsidentschaftszentrum in Dallas gesprochen.

Es ging in seiner Rede um Wahlen, Wahlmanipulationen und die politische Führung in Russland. Die russischen Wahlen seien „manipuliert“ worden und es fehle an „Kontrolle und Ausgewogenheit“ im Land. Das klingt seltsam bekannt, wenn auch aus ganz anderen Zusammenhängen, hat doch erst kürzlich Bushs Kollege unter Ex-Präsidenten, Donald Trump, von Wahlbetrug in Pennsylvania gesprochen.

Bush sprach weiter von der „Entscheidung eines Mannes, eine völlig ungerechtfertigte und brutale Invasion des Irak zu starten“, er stockte kurz und fügte hinzu: „Ich meine in der Ukraine.“ Daraufhin lachte er und sagte leise: „Irak auch (…) Wie auch immer, ich bin 75.“ Damit entschuldigte er den Ausrutscher auf humorvolle Weise, während die Menge in Gelächter ausbrach.

USA: Ex-Präsident George W. Bush verurteilt eigenen Krieg

Ob Humor an dieser Stelle als angebracht bewertet werden sollte, ist allerdings höchst fraglich. Denn unter der Präsidentschaft von George W. Bush im März 2003 marschierte eine von den USA angeführte Koalition in den Irak ein, um die autoritäre Regierung von Saddam Hussein zu stürzen. Man hätte befürchtet, dass dieser sich biologische und nukleare Waffen beschaffen könnte, begründete man den Angriffskrieg damals – ohne jedoch Beweise für diese Sorgen zu liefern.

George W. Bush
George W. Bush war Präsident der Vereinigten Staaten von 2001 bis 2009 (Archivbild). © Gene J. Puskar/AP/dpa

Der Krieg führte zu weiteren Konflikten in der Region. Die US-Regierung wurde denn auch für den brutalen Präventivkrieg gegen den Irak kritisiert, der Zehntausende von irakischen Bürgern und über 4000 Soldaten aus den USA das Leben kostete. Eine Studie von Iraq Body Count bezifferte die Zahl der zivilen Opfer der Invasion zwischen 2003 und 2013 auf insgesamt 122.438 Tote.

Für seinen Versprecher musste Bush heftige Kritik einstecken. „George W. Bush ist ein Kriegsverbrecher“, schrieb etwa Senatorin Nina Turner. Der Kolumnist Wajahat Ali schrieb auf Twitter: „Es hat 20 Jahre gedauert, bis George W. Bush endlich gestanden hat.“ Ob Freud‘scher Versprecher oder Senilität, unglücklich war der Fauxpas allemal. (na)

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