1. Startseite
  2. Politik

USA: Jeder Dritte glaubt an rassistische „Ersatztheorie“

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

US-Amerikaner:innen auf einer rechten Kundgebung in Phoenix, Arizona. (Symbolfoto)
US-Amerikaner:innen auf einer rechten Kundgebung in Phoenix, Arizona. (Symbolfoto) © Christopher Brown/Imago Images

Rund ein Drittel der US-Bevölkerung glaubt an die rassistische „Ersatztheorie“. Dabei fallen auch parteipolitische Unterschiede auf.

Buffalo – Nur wenige Tage vor dem rassistisch motivierten Amoklauf in Buffalo veröffentlichte die Associated Press (AP) eine Studie, die zeigt, dass ein Drittel der US-Amerikaner:innen an die von dem mutmaßlichen Attentäter angeführte „Ersatztheorie“ glaubt. Der Schusswaffenangriff, der sich am 14. Mai ereignet hatte, wurde Ermittlungen der Polizei zufolge von einem 18-jährigen Weißen verübt. Die Tat forderte zehn Menschenleben und soll auf eben jener rassistischen Theorie beruhen.

Für die Studie wurden die Teilnehmer:innen befragt, ob sie folgender Aussage zustimmen oder nicht: „Es gibt eine Gruppe von Menschen in diesem Land, die versucht, gebürtige US-Amerikaner:innen durch Einwanderer zu ersetzen, die mit ihren politischen Ansichten übereinstimmen“ – die Ergebnisse sind ernüchternd.

Teil der Bevölkerung der USA glaubt an negativen Einfluss von Einwander:innen

Wie es im Bericht der Associated Press heißt, stimmt etwa jeder dritte Erwachsene (32 Prozent) der These zu, dass eine Gruppe von Menschen versuche, gebürtige US-Amerikaner:innen durch Einwander:innen zu „ersetzen“, um Wahlerfolge zu erzielen. Darüber hinaus äußerte sich ein Anteil von 29 Prozent der Befragten besorgt darüber, dass die Zunahme der Einwanderung dazu führe, dass die gebürtigen US-Amerikaner:innen an wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Einfluss verlieren würden.

Thesen, die die Kernargumentation der Ersatztheorie aufgreifen – eine jahrzehntealte Idee, nach der es in den USA eine Gruppe mächtiger Leute gibt, die versuchen, die Kultur und das Wahlverhalten der Einheimischen dauerhaft zu verändern, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Um das zu erreichen, würde die Gruppe eine große Anzahl an Einwander:innen ins Land holen, so die Theorie.

USA: Republikaner:innen besonders anfällig für Verschwörungsmythen

In den Studiendaten lassen sich deutliche parteipolitische Unterschiede erkennen. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Anhänger:innen der Republikanischen Partei wird als „hochgradig konspirativ denkend“ eingestuft – bei den Anhänger:innen der Demokratischen Partei und den Unabhängigen erhält „nur“ ein Viertel diese Einstufung.

Knapp 6 von 10 (59 Prozent) weißen, hochgradig konspirativ denkenden Personen identifizieren sich als Republikaner:innen, mehr als die Hälfte (51 Prozent) stimmte bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 für Donald Trump. Weiße, „niedrig konspirativ denkende“ Personen wählten hingegen ebenso wahrscheinlich Trump wie auch Joe Biden (jeweils 34 Prozent). Mit 24 Prozent befürchtet fast ein Viertel der Republikaner:innen eine Diskriminierung weißer US-Amerikaner:innen an der Wahlurne – verglichen mit 17 Prozent der Demokrat:innen und 14 Prozent der Unabhängigen. Unter den Republikaner:innen ist die Überzeugung von einem Wahlbetrug besonders groß. (nak)

Auch interessant

Kommentare