Will auch FBI-Chef Wray köpfen

„Anthony Fauci enthaupten“ - Twitter sperrt Ex-Vertrauten von Donald Trump

  • vonMirko Schmid
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Twitter greift nach außerordentlicher Geschmacklosigkeit durch: Der Account von Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, ist und bleibt gesperrt.

  • Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, fordert den Präsidenten im Anschluss an die US-Wahl zum Mord auf.
  • Bannon möchte den führenden Virologen der USA, Anthony Fauci, und FBI-Chef Christopher Wray enthaupten.
  • Alle Informationen zur US-Wahl und der Wahl des nächsten Präsidenten finden Sie in den News zur Wahl 2020.

USA - Twitter hat ein Konto des ehemaligen Chefstrategen des Weißen Hauses und engen Vertrauten von Donald Trump, Steve Bannon, endgültig gesperrt, nachdem er am Donnerstagmorgen (05.11.2020) vorgeschlagen hatte, Dr. Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher Wray zu enthaupten. Seine Kommentare gab er in einem Video ab, das er neben Twitter auf seinen Facebook-, YouTube- und Twitter-Konten veröffentlichte.

Steve Bannon im Weißen Haus: Der ehemalige Chefstratege und enge Vertraute von Donald Trump fordert den Präsidenten zu Enthauptungen auf.

Steve Bannon will Anthony Fauci und Christopher Wray enthaupten und deren Köpfe am Weißen Haus ausstellen

Der ehemalige Chef des rechtsaußen-Internetmagazins „Breitbart“ und Chefstratege im Weißen Haus steht weiter hinter Donald Trump - den er entgegen aller Wahrscheinlichkeit zum Sieger der US-Wahl erklärte. Darüber hinaus verstieg sich Steve Bannon in der geschmacklosen Forderung, den führenden Virologen der US-Regierung Dr. Anthony Fauci und den Chef der Bundespolizei FBI Christopher Wray zu enthaupten. Wörtlich sagte Bannon im Rahmen seiner Livesendung „War Room: Pandemic“: „Ich würde die Köpfe aufspießen. Ganz recht. Ich würde sie als Warnung an alle Bürokraten an zwei Ecken des Weißen Hauses aufstellen. Entweder sind sie mit an Bord, oder sie sind weg vom Fenster.“

Auf Facebook war Bannons Video rund zehn Stunden abrufbar, bevor die Internetplattform den Inhalt seiner Richtlinien bezüglich Gewalt und Anstiftung zu Gewalt sperrte. Zuvor wurde der Clip rund 200.000 Mal aufgerufen. Auch YouTube hat das Video inzwischen entfernt, Twitter ging noch einen Schritt weiter und hat Steve Bannons „War Room“-Podcast aufgrund dessen Gewaltverherrlichung dauerhaft gesperrt.

Vor Steve Bannons Gewaltphantasien forderte schon der Sohn von Donald Trump, Donald Trump Jr., seinen Vater zum „totalen Krieg“ auf

Mit seiner martialischen Rhetorik ist der wegen Betrug mit Spendengeldern angeklagte Steve Bannon im engen Kreis um Donald Trump nicht allein. Vor Bannons ungeheuerlichen Ausführungen war Donald Trump Jr., der älteste Sohn des amtierenden Präsidenten, schon damit aufgefallen, dass er seinen Vater dazu aufgefordert hatte, aufgrund des Ausgangs der US-Wahl in einen „totalen Krieg“ zu ziehen. Worte, die allgemeinhin mit Joseph Goebbels, dem Propagandaminister von Adolf Hitler, assoziiert werden. Sein Vater solle „dieses Chaos beseitigen“, um die USA „nicht mehr wie eine Bananenrepublik aussehen“ zu lassen.

Die Verantwortlichen der Internetplattform verfolgen Bestrebungen, die US-Wahl und die drohende Niederlage von Donald Trump zum Anlass für Umsturzideen zu nehmen, derzeit sehr genau. So wurde die Gruppe „Stop the Steal“, in der sich Hunderttausende versammelt hatten, die Legitimität der US-Wahlen in Frage stellten und Proteste koordinierten, kurzerhand gesperrt und von der Plattform entfernt. Laut einem Bericht des Institute for Strategic Dialogue (ISD), einer in London ansässigen Denkfabrik zur Überwachung von extremistischen Entwicklungen, sei in der Gruppe zu Aufruhr und Bürgerkrieg aufgerufen worden, sollte Donald Trump die US-Wahl tatsächlich gegen Joe Biden verlieren. (Mirko Schmid)

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