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US-General Scott Miller, der ehemalige oberste US-Befehlshaber in Afghanistan, winkt nach seiner Rückkehr
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Pentagonsprecher John Kirby kündigte an, dass die USA Truppen nach Kabul, Hauptstadt von Afghanistan, entsenden.

Afghanistan

USA wollen Tausende pro Tag aus Kabul ausfliegen

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Das Pentagon entsendet 3.000 US-Soldatinnen und Soldaten nach Afghanistan. Schon am Sonntag soll ein Großteil in Kabul sein. Tausende Menschen sollen ausfliegen.

Update vom Freitag, 13.08.2021, 20.46 Uhr: Die rund 3.000 zusätzlichen Soldatinnen und Soldaten als Verstärkung für die US-Truppen in Afghanistan werden bis spätestens Sonntag (15.08.2021) größtenteils in Kabul sein. Das erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Freitag wie dpa berichtet. Ein Teil der drei Bataillone sei bereits auf dem Weg zum Flughafen Kabul, sagte er.

Die Soldatinnen und Soldaten sollen die geordnete Reduzierung des Personals der US-Botschaft unterstützen. Zudem sollen sie dabei helfen, frühere afghanische Mitarbeiter der US-Behörden und des Militärs, die sich vor den Taliban in Sicherheit bringen wollen, außer Landes zu bringen. Die USA sind nach Angaben des Pentagon dazu bereit, täglich tausende Menschen aus der afghanischen Hauptstadt auszufliegen.

USA entsenden 3000 Soldaten nach Afghanistan

Erstmeldung vom 12.08.2021: Washington D. C. – Die USA werden rund 3.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten zeitweise nach Afghanistan verlegen, um die Sicherheit am Hauptstadt-Flughafen in Kabul zu verstärken. Es gehe darum, den Abzug des US-Botschaftspersonals zu unterstützen, erklärte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag (12.08.2021). Diese könne auch die Sicherung von Konvois von und zum Flughafen umfassen, sagte er. Die Truppen könnten das Außenministerium auch bei der Evakuierung früherer afghanischer Mitarbeiter des US-Militärs unterstützen. Hintergrund: Der rasante Vormarsch der Taliban in der Umgebung um die afghanische Hauptstadt Kabul.

Die zeitweise Verstärkung sei angesichts des jüngsten Vormarsches der militant-islamistischen Taliban in Teilen Afghanistans eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Kirby. Die Verstärkung sei angesichts der sich rasch verschlechternden Sicherheitslage „angemessen“, sagte er. Die Truppen sollen in den nächsten 24 bis 48 Stunden in Kabul eintreffen. Zuletzt warnten die US-Geheimdienste, dass den Taliban schon bald die Hauptstadt Kabul in die Hände fallen könne.

USA entsenden Truppen nach Afghanistan: Evakuierung von Diplomaten

Das Militär der USA will das Land eigentlich bis Ende August verlassen. Dies sei auch weiter der Plan, betonte Kirby. Zurückbleiben sollen nach dem Abzug nur einige Hundert Soldaten - vor allem, um die US-Botschaft zu schützen. Zudem soll es eine recht kleine US-Präsenz am Flughafen geben. US-Präsident Joe Biden hatte den Abzug im Frühjahr angeordnet. Damals waren noch rund 2500 US-Soldaten im Land gewesen. Bis Anfang der Woche war der Abzug aber bereits zu mehr als 95 Prozent abgeschlossen, wie das US-Militär erklärt hatte. Nun soll das Botschaftspersonal in Kabul weiter bis auf ein Minimum reduziert werden. Wie viele Menschen die US-Botschaft genau verlassen , ist nicht bekannt. Es werde sich jedoch auf eine „diplomatische Kernpräsenz“ beschränken, wie Ned Price, ein Sprecher des Außenministeriums der USA, mitteilte.

Laut Price bliebe die US-Botschaft in Kabul zunächst an ihrem jetzigen Standort geöffnet. „Wir haben vor, unsere diplomatische Arbeit fortzusetzen“, so Price, der zudem betonte, dass es sich bei der Aktion weder um eine Evakuierung, noch um eine vollständigen Rückzug der US-Diplomaten aus Afghanistan handele. Vielmehr treffen die USA „umsichtige Vorsichtsmaßnahmen“, so Price. Zwar hätten die Taliban angekündigt, dass diplomatische Einrichtungen keine Ziele für Angriffe seien, darauf verlassen möchte man sich aufseiten der USA aber sicher nicht.

Neben den 3000 US-Soldat:innen, die den Weg nach Kabul antreten, wird das US-Militär auch etwa 1000 zusätzliche Soldaten auf einen Stützpunkt ins Emirat Katar verlegen, erklärte John Kirby. Aus dem US-Bundesstaat North Carolina soll zudem ein Kampfverband einer Luftlandedivision nach Kuwait verlegt werden, falls weitere Unterstützung nötig sein sollte. Die 3500 bis 4000 Soldatinnen und Soldaten des Verbandes der sogenannten 82nd Airborne aus Fort Bragg sollten „kommende Woche“ dort ankommen. Das Land bis Ende August zu verlassen, sei auch weiter der Plan, so Kirby.

USA: Pentagon schickt US-Truppen nach Afghanistan

Nach fast 20 Jahren in Afghanistan hatten die USA Anfang Mai 2021 ihren Truppenabzug eingeleitet. US-Präsident Joe Biden kündigte damals an, diesen bis September vollziehen zu wollen. Die Bundeswehr und die Soldaten anderer Nato-Länder haben Afghanistan bereits verlassen. Biden hatte seine Abzugspläne Anfang der Woche verteidigt und erklärt, diese nicht zu bedauern. Die Afghanen müssten nun „selbst kämpfen, um ihren Staat kämpfen“, sagte Biden. Ihre Streitkräfte seien den Taliban militärisch überlegen, auch in Bezug auf die Truppenstärke. „Aber sie müssen auch kämpfen wollen“.

Am Donnerstag war die drittgrößte Stadt Afghanistans, Herat, an die Taliban gefallen. Auch die zweitgrößte Stadt Kandahar ist schwer umkämpft. Deutschland, die USA, Großbritannien und andere Länder haben ihre Bürger zuletzt wegen der deutlich verschlechterten Sicherheitslage zur schnellstmöglichen Ausreise aus Afghanistan aufgerufen. Neben den USA hat auch Großbritannien Hunderte Streitkräfte nach Afghanistan geschickt, um bei der Rückführung von Briten zu helfen.

Die Internationale Gemeinschaft wird nach Angaben der US-Regierung keine neue afghanische Regierung anerkennen, falls diese die Macht mit Gewalt an sich gerissen haben sollte. Diese „Botschaft an die Taliban“ werde später auch in einer gemeinsamen Stellungnahme mit mehreren internationalen Partnern, darunter auch Deutschland, ausgedrückt werden, kündigte Außenministeriumssprecher Price an. Eine gewaltsame Machtübernahme durch die Taliban würde Afghanistan international isolieren, woraufhin auch Hilfszahlungen eingestellt würden, betonte Price. (dpa/yw)

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