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Senatorin Susan Collins ruft die Polizei – wegen Kreide-Nachricht zum Abtreibungsgesetz

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Von: Johanna Soll

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Susan Collins, republikanische US-Senatorin aus Maine
Susan Collins, die republikanische US-Senatorin aus Maine, rief wegen einer Kreide-Botschaft auf den Gehweg die Polizei. © Stefani Reynolds/Imago

Die konservative US-Politikerin Susan Collins stört sich an einem harmlosen Kreide-Spruch, mit der Aufforderung, für das Abtreibungsgesetz zu stimmen.

Bangor – In Maine, im Nordosten der USA ging in der Stadt Bangor ein Notruf bei der örtlichen Polizei ein. Bei der Anruferin handelte es sich um die republikanische Senatorin Susan Collins. Laut dem Polizeibericht rief sie am Wochenende an, weil „eine oder mehrere unbekannte Personen vor ihrem Haus mit Kreide eine Botschaft für das Recht auf Abtreibung auf den Gehweg geschrieben hatten“.

Die Nachricht lautete: „Susie, please… Mainers want WHPA —> vote yes, clean up your mess.” („Susie, bitte … Mainer wollen WHPA —> stimmen Sie mit Ja, räumen Sie Ihr Chaos auf.“) WHPA bezieht sich auf das Gesetz zum Schutz der Gesundheit von Frauen, das das Grundsatzurteil des Supreme Courts zum Abtreibungsrecht Roe v. Wade von 1973 als Bundesgesetz festschreiben würde. Dadurch würde das Recht auf Schwangerschaftsabbruch staatlich geschützt.

Susan Collins: Laut der Polizei in Maine war „die Nachricht nicht offen bedrohlich“

Susan Collins hatte bereits angekündigt, nicht für das Gesetz zu stimmen. Es hat das Repräsentantenhaus bereits im Jahr 2021 passiert und soll im Senat diese Woche zur Abstimmung gelangen. Zusammen mit der ebenfalls als vergleichsweise moderat geltenden republikanischen Senatorin Lisa Murkowski aus dem US-Bundesstaat Alaska hat Collins vor, ein abgeschwächtes Abtreibungsgesetz vorzuschlagen.

Einem Sprecher der örtlichen Polizei zufolge, habe die Stadt auf Geheiß der Polizei die Kreide-Botschaft entfernt. „Die Nachricht war nicht offen bedrohlich“, sagte der Polizeisprecher. In einer Erklärung gegenüber The Hill teilte das Büro von Susan Collins mit, die Senatorin habe zuvor Drohanrufe und Briefe von Anwohner:innen erhalten. Daraufhin habe ihr die Polizei des Kapitols in Washington D.C. geraten, die örtliche Polizei über Vorfälle rund um ihren Wohnsitz zu informieren.

Susan Collins: „Verunstaltung öffentlichen Eigentums vor unserem Haus“

Nachdem das Kreide-Graffito entfernt worden war, hieß es in einer Erklärung von Susan Collins: „Wir sind den Polizeibeamten von Bangor und dem Mitarbeiter der Stadtverwaltung dankbar, die auf die Verunstaltung öffentlichen Eigentums vor unserem Haus reagiert haben.“

Susan Collins war in die Kritik geraten, nachdem der Urteilsentwurf des Supreme Courts von der US-Nachrichtenwebsite Politico geleakt worden war. Darin begründet der rechte Richter Samuel Alito, der die Mehrheit der neun Verfassungsrichter hinter sich weiß, die Aufhebung des Rechts auf Abtreibung, Roe v. Wade. Collins sagte, dies sei „völlig unvereinbar“ mit dem, was die rechten Richter Brett Kavanaugh und Neil Gorsuch ihr in früheren Unterhaltungen gesagt hätten.

Die beiden Verfassungsrichter Neil Gorsuch (54) und Brett Kavanaugh (57) waren zusammen mit der Richterin Amy Coney Barrett (50) während der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ernannt worden. Derzeit sind von den neun Richter:innen sechs rechts-konservativ und drei, Stephen Breyer, Sonia Sotomayor und Elena Kagan, eher liberal eingestellt. Da die Verfassungsrichter:innen auf Lebenszeit ernannt werden, ist die rechte Mehrheit des Obersten Gerichtshofs der USA auf viele Jahre zementiert. (Johanna Soll)

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