US-Wahl

Familie Trump auf dem Parteitag: Faktencheck deckt zahlreiche Unwahrheiten auf

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Donald Trump Jr. hält Loch Ness für einen Sumpf, seine Freundin Kimberly Guilfoyle erklärt sich selbst zur Immigrantin. Alles zum Start des Parteitags der Republikaner.

  • US-Wahl 2020: Donald Trump ist offiziell Präsidentschaftskandidat der Republikaner
  • Die Republikaner halten ihren Parteitag in Charlotte/North Carolina ab
  • Die Wahl des US-Präsidenten als erneuter Kandidat galt bereits als ausgemachte Sache

+++ 07.10 Uhr: Der Sender CNN schreibt in seinem Faktencheck, der erste Tag des Parteitags der Republikaner habe mehr falsche und irreführende Aussagen enthalten als alle vier Tage des Treffens der Demokraten. So sei etwa die Aussage einer Rednerin falsch, die sagte, die Demokraten wollten Vororte „abschaffen“. Auch seien die Aussagen mehrerer Redner überholt, die Trump für die niedrigste Arbeitslosenquote seit 50 Jahren gepriesen hatten. Das sei nur bis zur Pandemie richtig gewesen, die Millionen Amerikaner den Job gekostet hat. 

Donald Trump Jr. bezeichnet Joe Biden als „Monster von Loch Ness“

+++ 05:53 Uhr: Der Sohn von US-Präsident Donald Trump hält den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für den Wunschkandidaten der chinesischen kommunistischen Partei. „Sie wissen, dass er uns wirtschaftlich und auf der Weltbühne schwächen wird“, sagte Donald Trump Jr. am Montagabend (Ortszeit) beim Parteitag der Republikaner.

Donald Trump Jr. Sohn des amtierenden US-Präsidenten, während seiner Rede im Rahmen des Parteitags der Republikaner.

Donald Trump Jr. macht China für das Coronavirus verantwortlich

Donad Trump Jr. ging den den demokratischen Herausforderer bei den US-Wahlen 2020 hart an. Biden sei so schwach, dass die Geheimdienste davon ausgingen, dass die kommunistische Partei Chinas ihn bevorzuge. Der Sohn des amtierenden US-Präsidenten verspottete den Herausforderer seines Vaters als „Beijing Biden“, auf deutsch: „Peking-Biden“.

Donald Trump Jr. warf Biden linksradikale Politik vor, die die wirtschaftliche Erholung in der Corona-Krise stoppen würde. Biden spreche bereits von einem erneuten Shutdown: „Es ist Wahnsinn“. Biden hatte am Wochenende in einem Interview des Senders ABC gesagt, er wäre für einen erneuten „Shutdown“, wenn Wissenschaftler das empfehlen würden. Donald Trump Jr. machte die kommunistische Partei Chinas für das Coronavirus verantwortlich.

Joe Biden ist im Grunde das Loch-Ness-Monster des Sumpfes. Seit einem halben Jahrhundert lauert er da drin. Ab und zu steckt er seinen Kopf hoch, um für das Präsidentenamt zu kandidieren, dann verschwindet er und tut nicht viel dazwischen.

Donald Trump Jr.

Mit Blick auf das Versprechen seines Vaters, den „Sumpf“ in der US-Hauptstadt Washington auszutrocknen, sagte Donald Trump Jr.: „Joe Biden ist im Grunde das Loch-Ness-Monster des Sumpfes. Seit einem halben Jahrhundert lauert er da drin. Ab und zu steckt er seinen Kopf hoch, um für das Präsidentenamt zu kandidieren, dann verschwindet er und tut nicht viel dazwischen.“ Die Wahl zwischen Joe Biden und seinem Vater fasste Donald Jr. auf einige Schlagwörter zusammen. Es sei eine Wahl zwischen „Kirche, Arbeit und Schule gegen Aufstände, Plünderungen und Vandalismus".

Neben Trump Jr. trat auch seine Lebensgefährtin Kimberly Guilfoyle auf dem Parteitag der Republikaner auf. Auch sie attackierte die Demokraten scharf und und prohpezeite bei einem Wahlsieg Bidens „das Ende des amerikanischen Traums“. Sie erklärte sich in ihrer Rede zur Tochter von Immigranten - obwohl ihre Eltern aus Puerto Rico stammen, was wiederum ein Teil der Vereinigten Staaten von Amerika ist.

Tim Scott: Joe Biden will die „Kulturrevolution“

Update 25.08.2020, 05.10 Uhr: Der republikanische Senator Tim Scott hat dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden vorgeworfen, aus den Vereinigten Staaten eine „sozialistische Utopie“ machen zu wollen. Er und seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, wollten eine „Kulturrevolution“, warnte Scott am Montagabend (Ortszeit) auf dem Parteitag der Republikaner.

Der Kurs der Demokraten werde zu „Schmerz und Leid“ führen, insbesondere für hart arbeitende Amerikaner, sagte Scott. Eine Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump im November hingegen stelle die Fortsetzung des amerikanischen Traums sicher, sagte er.

Donald Trump offizieller Kandidat der Republikaner

Update vom Montag, 24.08.2020, 19.00 Uhr: Donald Trump wurde beim Parteitag der Republikaner offiziell als Kandidat für die Präsidentschaftswahl im November nominiert. Er erhielt bei der Veranstaltung in Charlotte (North Carolina) die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen, sodass er am 3. November gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden antreten wird. Nach seiner formellen Nominierung als Kandidat ist Trump überraschend persönlich beim Parteitag aufgetreten. Mit Blick auf die Wahl am 3. November sagte der 74-Montag vor den Delegierten in der Halle in Charlotte (North Carolina): „Das ist die wichtigste Wahl in der Geschichte unseres Landes.“ Der Auftritt war zuvor nicht angekündigt worden.

Bereits vor der Abstimmung galt Trumps Wahl zum Präsidentschaftskandidat als ausgemachte Sache: „Lasst uns am 3. November gewinnen. Lasst uns Donald Trump wiederwählen.“, sagte die Vorsitzende der Republikaner, Ronna McDaniel zum Auftakt des Parteitags, worauf das Publikum „Four more years!“ („vier weitere Jahre!“) entgegnete.

Der Parteitag nominierte zudem Trumps Vizepräsident Mike Pence als Stellvertreter auch für eine zweite Amtszeit. Pence warb auf dem Parteitag nachdrücklich für Trump: „Ich bin aus einem Grund hier, nur aus einem Grund: Nicht nur die republikanische Partei, sondern Amerika braucht Präsident Donald Trump vier weitere Jahre im Weißen Haus.“ Er fügte hinzu: „Joe Biden und die demokratische Partei sind von der radikalen Linken übernommen worden.“

Donald Trump trat überraschend schon am Montag auf dem Parteitag der Republikaner auf.

Kurz vor Beginn des Parteitags veröffentlichte das Wahlkampfteam Donald Trumps Ziele für dessen zweite Amtszeit. So sollen unter anderem zehn Millionen neue Jobs innerhalb von zehn Monaten geschaffen sowie, wie könnte es anders sein, Steuern gesenkt werden. Außerdem wolle der Präsident in seiner kommenden Amtszeit die Abhängigkeit von China beenden, Preise für Medikamente senken und das Vorgehen gegen illegale Migration verschärfen. Die Außenpolitik soll auch zukünftig gemäß dem Leitmotiv „America First“ vorgehen. In Bezug auf die Corona-Pandemie kündigte Trump an, noch bis zum Ende dieses Jahres einen Impfstoff auf den Markt zu bringen, sodass sich das öffentliche Leben 2021 wieder normalisieren könne.

Folgende Politiker und Politikerinnen werden am Montag beim Parteitag der Republikaner in Charlotte Reden halten - die Liste liest sich fast so ähnlich wie beim Parteitag 2016:

  • Senator: Tim Scott
  • Parlamentarischen Geschäftsführers der Republikaner: Steve Scalise
  • Vertreter des Bundesstaats Florida im US-Repräsentantenhaus: Matt Gaetz
  • Vertreter des 4. Kongressdistrikt des Bundesstaates Ohio: Jim Jordan 
  • Ehemalige US-Botschafterin: Nikki Haley
  • Vorsitzende der Republikaner: Ronna McDaniel
  • Vertreter des Bundestaats Georgia: Vernon Jones
  • Amy Johnson Ford
  • Kimberly Guilfoyle
  • Natalie Harp
  • Charlie Kirk
  • Kim Klacik
  • Mark and Patricia McCloskey
  • Sean Parnell
  • Andrew Pollack
  • Donald Trump, Jr.
  • Tanya Weinreis

Parteitag der Republikaner: Die Wahl des US-Präsidenten gilt als Formsache

Erstmeldung vom Montag, 24.08.2020, 14.03 Uhr: Charlotte - Jetzt ist die Regierungspartei an der Reihe: Nach den oppositionellen Demokraten halten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump von Montag (24.08.2020) an ihren Nominierungsparteitag ab.  Zweieinhalb Monate vor der Wahl in den USA wollen sie Donald Trump bei dieser Veranstaltung offiziell zu ihrem Kandidaten küren. Wegen der Corona-Pandemie wurde die viertägige Veranstaltung in Charlotte im Bundesstaat North Carolina zusammengestrichen. Anders als bei den Demokraten werden aber durchaus Parteidelegierte in Charlotte zusammenkommen. Auch der Präsident persönlich hat sein Erscheinen angekündigt.

Parteitag der Republikaner: Ein langes Hin und Her

Trump hielt trotz der Corona-Pandemie zunächst an einer Großveranstaltung mit zahlreichen Teilnehmern in Charlotte fest und wollte dort auch seine Nominierungsrede halten. Weil North Carolinas Gouverneur Roy Cooper aber auf die Einhaltung strikter Corona-Auflagen pochte, verlegte Trump den Nominierungsteil des Parteitags kurzerhand nach Jacksonville im Bundesstaat Florida.

In Vorbereitung auf die Eröffnung des Parteitages der Republikaner installieren Arbeiter einen Zaun um den Veranstaltungsort herum.

Angesichts der dann dort rasant steigenden Infektionszahlen wurden die Pläne aber Ende Juli wieder gestrichen. Die Republikaner entschieden sich letztlich für einen abgespeckte Variante des Parteitags in Charlotte.

Donald Trump soll offizieller Kandidat werden

Schon am Montag sollen Donald Trump und sein Vize Mike Pence offiziell erneut zum Kandidatenduo gewählt werden. Trump reist dazu nach Charlotte. Wie die Demokraten hatten auch die Republikaner Vorwahlen abgehalten, es gab aber keine ernsthafte Konkurrenz für Trump. Und wie beim demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden ist die Abstimmung der Delegierten bei den Republikanern reine Formsache.

Donald Trump macht das Weiße Haus zur Wahlkampfkulisse

Trump wird seine Nominierungsrede am Donnerstag im Weißen Haus halten - ein Traditionsbruch, der auch in den eigenen Reihen für Kritik gesorgt hat. Für gewöhnlich sind Wahlkampfauftritte am Amtssitz des Präsidenten tabu.

Der Rechtspopulist argumentiert, das Weiße Haus sei „vom Standpunkt der Sicherheit her das Einfachste“, zugleich die „preisgünstigste“ Variante - und biete einen „schönen Rahmen“. Kritiker werfen ihm vor, das Weiße Haus parteipolitisch als Machtsymbol zu missbrauchen. Nach Trumps Rede ist ein Feuerwerk an der National Mall geplant, dem riesigen Grünstreifen in Washingtons Innenstadt zwischen Kongress und Lincoln-Memorial.

Trump und seine Parteifreunde dürften scharfe Attacken auf Biden und die Demokraten fahren. Rund 70 Tage vor der Wahl liegt der Republikaner in Umfragen hinter seinem Herausforderer. Nominierungsparteitage sind traditionell ein wichtiger Moment, um die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren und unentschlossene Wähler für sich gewinnen.

Melania Trump spricht im Rosengarten

First Lady Melania Trump wird am Dienstag vom Rosengarten des Weißen Hauses aus eine Rede halten. Vizepräsident Pence folgt dann am Mittwoch. Der Trump-Stellvertreter soll insbesondere die religiöse Rechte mobilisieren.

Auf der Rednerliste stehen außerdem prominente Republikaner wie Außenminister Mike Pompeo, der frühere New Yorker Bürgermeister und heutige Trump-Anwalt Rudy Giuliani sowie der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Auch Trumps Kinder, Ivanka, Donald Jr., Eric und Tiffany werden auf dem Parteitag reden. Und wie bereits die Demokraten will auch die Regierungspartei Bürger zu Wort kommen lassen.

Unter anderem wurde das Ehepaar Patricia und Mark McCloskey eingeladen, das im Juni international für Schlagzeilen gesorgt hatte. Die beiden hatten Waffen auf Demonstranten gerichtet, die auf dem Weg zu Protesten gegen Polizeigewalt auf einer Privatstraße vor ihrer Villa vorbeiliefen. Videoaufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt. Die Justiz hat Ermittlungen gegen die McCloskeys eingeleitet. In rechten Kreisen werden sie als Helden gefeiert.

Kellyanne Conway tritt ab

Nicht mehr im „Team Trump“ ist Kellyanne Conway. Die hochrangige US-Präsidentenberaterin hat ihren Rücktritt angekündigt. Die 53-Jährige begründete dies am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter damit, dass sie sich mehr um ihre Kinder kümmern wolle. In ihrem Leben werde es künftig „weniger Drama, mehr Mama“ geben, schrieb die vierfache Mutter.

Conway gehört zu den wenigen Mitarbeitern im engeren Zirkel um Donald Trump im Weißen Haus, die während dessen gesamter bisheriger Präsidentschaft im Amt war - zahlreiche andere wurden gefeuert oder warfen das Handtuch. (skr mit afp)

Lesen Sie hier alle neuen Informationen zum zweiten Parteitag der Republikaner, an dem Melania Trump als Hauptrednerin auftritt.

Rubriklistenbild: © CHIP SOMODEVILLA

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