US-Wahl 2020

Barack Obama attackiert Donald Trump: US-Präsident hat es „komplett vermasselt“

  • Tim Vincent Dicke
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Barack Obama knöpft sich seinen Nachfolger Donald Trump vor. In zahlreichen Reden vor der US-Wahl 2020 attackiert er den US-Präsidenten.

  • Donald Trump kämpft vor der US-Wahl 2020 gegen viele Gegner: Gegen Joe Biden, gegen die Medien, gegen alles was progressiv ist.
  • Nun röstet auch noch Ex-Präsident Barack Obama Trump im Wahlkampf.
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USA – Für Donald Trump läuft es nicht gut, in den Umfragen liegt er deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Neue Infektions-Höchststände in der Corona-Krise heizen den Kampf um die US-Wahl 2020 weiter an. Und nun schaltet sich auch noch Ex-Amtsinhaber Barack Obama ein.

Obama über Donald Trump: Inkompetenz, Falschinformationen und Planlosigkeit

Mit drastischen Worten warf Barack Obama seinem Nachfolger Versagen bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in den USA vor. Donald Trump habe die Pandemie ignoriert und dann mit „Inkompetenz“, „Falschinformationen“ und Planlosigkeit alles noch schlimmer gemacht, so der Demokrat bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch (21.10.2020, Ortszeit) in Philadelphia im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania.

Der knallharte Vorwurf Obamas: Viele Menschen in den USA hätten nicht sterben müssen, wenn Donald Trump und seine Regierung auch nur „grundlegende“ Maßnahmen ergriffen hätten. Der Vergleich mit anderen Ländern wie Südkorea oder Kanada zeige, dass die Zahl der Corona-Toten deutlich geringer hätte ausfallen können.

Barack Obama spricht während einer Kundgebung in Philadelphia zu Biden-Harris-Anhängern. Der frühere US-Präsident attackiert Donald Trump scharf.

Obama vor der US-Wahl 2020: Donald Trump nutzt Präsidentenamt nur als „Reality Show“

Donald Trump habe „kein Interesse gezeigt“, den Menschen in den USA zu helfen und das Präsidentenamt wie ein Showman nur als „Reality Show“ genutzt, kritisierte Obama. Der Republikaner sei nicht fähig, „den Job ernst zu nehmen“, sagte der Ex-Präsident. „Und der Rest von uns muss mit den Konsequenzen leben.“ Obamas Fazit: „Wenn er die ganze Zeit seinen Job gemacht hätte, dann wäre es nie so schlimm geworden.“

In Florida ging Obamas Kritik an Donald Trump weiter. Das Weiße Haus habe den Kampf gegen die Pandemie „komplett vermasselt“, sagte der Ex-Präsident am Samstag (24.10.2020, Ortszeit) im „Sunshine State“. „Donald Trump wird uns nicht plötzlich alle beschützen. Er kann ja nicht einmal die grundlegenden Maßnahmen ergreifen, um sich selbst zu schützen.“

Trump hatte sich vor kurzem mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert und deshalb einige Tage im Krankenhaus verbringen müssen. Nach einer Behandlung mit verschiedenen Medikamente und einer intransparenten Informationspolitik stieg er sehr schnell wieder in den Wahlkampf ein.

US-Wahl 2020: Donald Trump wird von Obama in Florida geröstet

„Er liebt es, in der Öffentlichkeit den Harten zu geben und grob zu sprechen. Er denkt, mürrisch und gemein zu sein, sei stark. Aber wenn ‚60 Minutes‘ und Lesley Stahl zu hart für dich sind, bist du nicht so stark,“ so Obama.

Trump hatte zuvor ein TV-Interview mit Sender CBS vorzeitig abgebrochen. Der US-Präsident beschwerte sich anschließend über Twitter, das Interview mit der renommierten TV-Journalistin Lesley Stahl sei „fake“ und „parteiisch“. Eine Aufzeichnung des Interviews veröffentlichte Trump einfach selbst, diese landete auf seiner Facebookseite. Dazu schrieb der Präsident, er sei mit „Voreingenommenheit, Hass und Unhöflichkeit“ behandelt worden.

Obama griff Donald Trump auch in Bezug auf sein generelles skandalträchtiges Verhalten im Weißen Haus an. „Sie würden es nicht von einem Kollegen tolerieren. Sie würden es nicht von einem Schulleiter tolerieren. Sie würden es nicht von einem Trainer tolerieren. Sie würden es nicht von einem Familienmitglied tolerieren“, sagte Obama. „Warum akzeptieren wir es vom Präsidenten der Vereinigten Staaten?“

US-Wahl 2020: Donald Trump tobt wegen Obamas Aussagen auf Twitter

Der 74-jährige Amtsinhaber scheint mit den Äußerungen Obamas nicht allzu gut umgehen zu können. Auf Twitter tobte er: „Niemand taucht zu Obamas hasserfüllten Reden auf.“ Nicht einmal 50 Menschen würden bei den Veranstaltungen des ehemaligen US-Präsidenten teilnehmen, so Trump. Obama habe „keine Energie“, sei „aber immer noch besser als Joe“. (Tim Vincent Dicke mit afp)

Rubriklistenbild: © ALEX EDELMAN/AFP

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