Trump glaubt an Sieg

Umfragen zur US-Wahl 2020: Donald Trump liegt laut eigener Kampagne zurück

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In Michigan, Wisconsin und Pennsylvania hat Donald Trump einen deutlichen Rückstand zu verzeichnen. Journalistin Nicolle Wallace sieht Trumps letzte Möglichkeit auf einen Sieg vor Gericht. 

Update vom Mittwoch, 4.11.2020, 2.00 Uhr: Selbst die Umfragen der Trump-Kampagne zeigen, dass der US-Präsident in den wichtigen „Swing StatesWisconsin und Michigan deutlich zurückliegt und auch in Pennsylvania einen Rückstand zu verzeichnen hat. Nicolle Wallace vom Nachrichtensender „MSNBC News“ behauptet, dass Trumps nur noch die Möglichkeit bleibe, eine Art Scheinsieg zu erklären und die Ergebnisse gerichtlich anzufechten.

US-Wahl 2020: Donald Trump legt laut Umfragen in Swing States zu

+++ 22:34 Uhr: Das Rennen wird enger. Donald Trump, der in den letzten Wochen Umfragen zufolge in den wichtigen Swing States bei der US-Wahl größtenteils deutlich zurücklag, macht Boden gut. Laut „RealClearPolitics“ hat er seinen Herausforderer Joe Biden in North Carolina und Georgia überholt. In North Carolina mit seinen 15 Wahlleuten lag Trump noch am 28.10.2020 laut CNN durchschnittlich mit 49 zu 46 Prozent vorn, in der aktuellen Umfrage hat der Präsident ihm die Führung hauchdünn abgenommen und führt mit 47,8 zu 47,6 Prozent.

Donald Trump im Wahlkampfendspurt: Der Präsident führt in wichtigen Swing States vor Joe Biden.

Donald Trump führt in North Carolina, Georgia und Ohio, Joe Biden weiter in Florida und Pennsylvania

Ein ähnliches Bild bietet sich in Georgia, hier stehen 16 Wahlleute auf dem Spiel. Führte Joe Biden am 28.10.2020 noch mit durchschnittlich 49 zu 46 Prozent vorn, führt Donald Trump jetzt in allen der letzten fünf durchgeführten Umfragen - teilweise deutlich. Die aktuellste Umfrage sieht den Präsidenten mit 48,2 zu 47,2 einen Prozentpunkt in Führung. Ein weiterer Mutmacher für Trump: In Ohio, dem „Präsidentenmacher“ unter den Bundesstaaten, den seit 1964 immer der Sieger derjenige für sich gewinnen konnte, der anschließend auch als Präsident vereidigt wurde, liegt der Amtsinhaber der aktuellsten Umfrage nach mit 47,3 zu 46,3 vor seinem demokratischen Herausforderer.

In den wohl wichtigsten Swing States, Florida und Pennsylvania, liegt hingegen weiter Joe Biden vorn. Im Sonnenstaat Florida führt er der letzten Umfrage zufolge mit 47,9 zu 47,0 Prozent vor Donald Trump, in Pennsylvania liegt der demokratische Herausforderer mit 48,7 zu 47,5 Prozent vor dem Präsidenten.

Update vom Dienstag, 3.11.2020, 6.30 Uhr: Die US-Wahl nähert sich ihrem Höhepunkt, die ersten Wahllokale haben bereits geöffnet und in einer letzten Umfrage von Reuters/Ipsos vor dem Wahltag scheint der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden knapp in Führung zu liegen. Das Institut sieht bei der gesamten US-Wählerschaft 52 Prozent Unterstützung für Biden, während 44 Prozent der Befragten angaben, für den Amtsinhaber Donald Trump stimmen zu wollen.

Reuters/Ipsos hat auch potenzielle Wähler in sechs Staaten befragt, die bei der US-Wahl 2020 eine wichtige Rolle spielen dürften: Florida, Arizona, North Carolina, Michigan, Wisconsin und Pennsylvania. Laut diesen neuen Umfragewerten liegt Biden im wichtigen Swing State Florida vorne - 50 Prozent gaben an, für ihn stimmen zu wollen, während Trump nur von 46 Prozent der Befragten genannt wurde. Bei einer vorherigen Befragung lagen die Werte noch näher zusammen: 49 Prozent für Biden und 47 Prozent für Trump.

In Arizona und North Carolina liegen die Umfrageergebnisse für Trump und Biden so dicht zusammen, dass Reuters/Ipsos von einem „statistischen Unentschieden“ spricht. In den Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Pennsylvania sieht die Umfrage Biden vorne.

US-Wahl 2020: Donald Trump oder Joe Biden - Was die Umfragen sagen (Durchschnittswerte)

StaatDonald TrumpJoe Biden
Arizona (11 Stimmen im EC)46,1 %48,7 %
Florida (29)46,6 %49,1 %
Georgia (16)47,4 %48,5 %
Iowa (6)47,6 %46,3 %
Michigan (16)43,2 %51,2 %
Minnesota (10)42,7 %51,8 %
Nevada (6)44,4 %49,7 %
New Hampshire (4)42,8 %53,9 %
North Carolina (15)47,1 %48,9 %
Ohio (18)47,5 %46,8 %
Pennsylvania (20)45,6 %50,2%
Texas (38)48,6 %47,4 %
Wisconsin (10)43,7 %52,1 %
(Stand 02.11.2020, Quelle: FiveThirtyEight)

Umfragen zur US-Wahl 2020: Joe Biden liegt landesweit vorne

+++ 17:41 Uhr: Laut aktuellen Umfragen zur US-Wahl liegt Joe Biden landesweit mit zehn Prozent Vorsprung vor Donald Trump. Für Biden sprechen sich 52 Prozent der Befragten aus, für Trump lediglich 42. Das vermelden US-Nachrichtensender auf Grundlage eines Querschnitts aller aktuellen Umfragen der renommierten Umfrageinstitute in den USA.

Joe Biden führt in den Umfragen kurz vor der US-Wahl 2020 deutlich vor Donald Trump.

Knapper sieht es laut CNN in den wichtigsten Schlüsselstaaten aus. In Florida (29 Wahlleute) liegt Biden nur mit zwei Prozentpunkten (48 zu 46) vor Trump, in Pennsylvania (20) mit sechs Prozent (50 zu 44), in North Carolina (15) mit vier Prozent (50 zu 46). In Michigan mit seinen 16 Wahlleuten hingegen liegt Biden klar vorn: Nur 42 Prozent geben dort an, Donald Trump wählen zu wollen, Joe Biden kommt auf satte 51 Prozent.

Update vom Montag, 2.11.2020, 14.30 Uhr: Aktuellen Umfragen von „Reuters/Ipsos“ zufolge baut Joe Biden seinen Vorsprung in den „Rostgürtel“-Staaten kurz vor der US-Wahl aus. Demnach liege der demokratische Kandidat in Michigan und Wisconsin mit zehn Prozentpunkten vor Amtsinhaber Donald Trump. In Pennsylvania belaufe sich der Vorsprung von Joe Biden bei etwa sieben Prozentpunkten.

Auch die „New York Times/SienaCollege-Umfragen“ sehen Biden in den wichtigen „Schlachtfeldstaaten“ Wisconsin, Pennsylvania, Arizona und Florida vorne. Die Umfragewerte von Reuters/Ipsos (Stand 1.11.2020), nach denen Joe Biden in den wichtigen Swing States vorne liegt, im Überblick.

BundesstaatDonald Trump (Republikanische Partei)Joe Biden (Demokratische Partei)
Arizona46%48%
Florida47%49%
Michigan42%52%
North Carolina48%49%
Pennsylvania44%51%
Wisconsin43%53%

US-Wahl 2020: Donald Trump schöpft neue Hoffnung aus aktuellen Umfragen

+++ 18.39 Uhr: Schöpft US-Präsident Donald Trump vor der anstehenden US-Wahl 2020 neue Hoffnung? Laut einer Umfrage von „Des Moines Register/Selzer“ liegt Trump gegenüber Herausforderer Joe Biden in Iowa mit einem Vorsprung von 48 Prozent bis 41 Prozent vorne. Damit steuert die Umfrage in eine gänzlich andere Richtung als viele andere Umfragen. Sollte sie stimmen, wäre Trump in einer deutlich besseren Position bei der Wahl als zunächst gedacht. Heißt übersetzt: Das Rennen Trump gegen Biden würde viel enger werden.

Laut „CNN“ ist es tatsächlich möglich, dass Trump in Iowa mit derart großem Vorsprung gewinnt. Dabei geht „CNN“ auch auf die Historie der Selzer-Umfragen ein. Schon bei der US-Wahl 2016 hatte eine Selzer-Umfrage den Vorsprung Trumps in Iowa im Vorfeld mit sieben Punkten prognostiziert. Letztlich gewann Trump mit neun Punkten.

Update vom Sonntag, 1.11.2020, 16.25 Uhr: Zwar liegt Joe Biden in den Umfragen kurz vor der US-Wahl vor Donald Trump, den Amtsinhaber sollte man jedoch noch nicht abschreiben. Vor allem Pennsylvania (20 Wahlleute) ist hart umkämpft. Der Bundesstaat im Nordosten zeigt, dass eine leichte Tendenz momentan nichts heißt. Nachdem Trump am 20. Oktober noch vorne gelegen hatte, überholte ihn Joe Biden nach den Wahlkampfauftritten beider Kandidaten vergangene Woche. Mittlerweile gilt Pennsylvania wieder als unentschlossen. In Michigan und Wisconsin, mit insgesamt 26 Wahlleuten, hat Joe Biden momentan die Nase vorn. 2016 gingen die beiden Staaten im Norden der USA noch an Donald Trump. Rund 51 Prozent würden in den drei Bundesstaaten laut Umfragewerten für Biden stimmen, 44 bis 45 Prozent für Trump.

183 Wahlleute (270 zum Sieg benötigt) aus 14 Staaten gelten Joe Biden als sicher. Neun weitere Staaten mit 95 Wahlleuten tendieren leicht oder stark demokratisch. Elf Staaten mit 72 Wahlleuten hat Donald Trump sicher, neun mit 53 Wahlleuten tendieren republikanisch. In sieben Staaten lässt sich keine Tendenz feststellen. Das Rennen um 135 Wahlleute bleibt also offen.

US-Wahl: Donald Trump gegen Joe Biden auch in North Carolina ein enges Rennen

Update vom Freitag, 30.10.2020, 12.20 Uhr: Zu den umkämpften Staaten, die bei der US-Präsidentschaftswahl in den USA eine entscheidende Rolle spielen, gehört auch North Carolina. Der Bundesstaat an der Ostküste hat 15 Wahlleute zu vergeben. Bei der US-Wahl 2016 konnte sich Donald Trump dort mit gut drei Prozentpunkten Vorsprung durchsetzen. Umfragen sehen nun ein sehr knappes Rennen voraus, mit einem klitzekleinen Vorsprung für Joe Biden.

Joe Biden oder doch wieder Donald Trump? US-Amerikaner wählen ihren Präsidenten.

Auch eine gemeinsame Umfrage der „New York Times“ und des Siena College sieht Joe Biden knapp vorn, mit 48 zu 45 Prozent. Bemerkenswert ist auch hier, dass 64 Prozent der wahrscheinlichen Wählerinnen und Wähler angaben, ihre Stimmzettel bereits abgegeben zu haben.

Eine große Rolle spielt in North Carolina das Wiederaufflammen der Corona-Krise, von der Donald Trump weiter nichts wissen will. So wies Trump bei einer Kundgebung in North Carolina zuletzt die Bedrohung durch das Coronavirus als übertrieben zurück. Als Schuldige machte er auch damals die Medien aus: „Covid, Covid, Covid ist der einheitliche Gesang der langweiligen Fake-Medien. Die werden bis zum 4. November, wenn die Wahl (hoffentlich!) gelaufen ist, über nichts anderes sprechen. Danach wird darüber gesprochen, wie niedrig die Sterblichkeitsrate ist, wie viele leere Krankenhauszimmer es gibt und wie viele junge Leute getestet werden.“

US-Wahl 2020: Donald Trump hofft kurz vor der Wahl auf die Wende

Washington – Donald Trump gibt sich siegessicher. Nur wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl am Dienstag, den 3. November 2020 ist Trump von seinem Triumph fest überzeugt. „Die große rote Welle kommt“, hat er kürzlich erst wieder auf Twitter verkündet - und meinte damit einen erdrutschartigen Erfolg der Republikaner, die im Gegensatz zu den Demokraten (Blau) mit der Farbe Rot assoziiert werden.

Eine mutige Einschätzung angesichts der Tatsche, dass Donald Trump in sämtlichen Umfragen deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurückliegt. Doch vor allem die Erinnerung an die US-Wahl 2016, als Hillary Clinton allgemein als große Favoritin galt, macht Trump Hoffnung, auch dieses Mal wieder den Spieß noch umdrehen zu können.

Für ihn sind die öffentlich bekannten Erhebungen nichts als gefälschte Umfragen, die keinen Wert besitzen. Die Parteien erheben auch interne Daten, die nicht zugänglich sind - in der Regel aber entsprechend einseitig geprägt und wenig aussagekräftig sind.

US-Wahl 2020: Umfragen in den Swing States

Dass Donald Trump den Spieß noch umdreht, ist natürlich nicht auszuschließen, erscheint derzeit aber nicht sehr realistisch. Immerhin hat Joe Biden in den öffentlich bekannten Umfragen einen wesentlichen stabileren und größeren Vorsprung auf Trump als dies bei Hillary Clinton vor vier Jahren der Fall war.

Donald Trump ist siegessicher.

Wegen des komplexen Wahlsystems, in dem es vor allem auf die besonders umkämpften „Swing States“ oder „Battleground States“ ankommt, haben die Erhebungen normalerweise nur eine begrenzte Aussagekraft. Allerdings deuten auch die Umfragen* in voraussichtlich wahlentscheidenden Bundesstaaten auf einen Vorsprung von Joe Biden Bidens hin. In diesen Schlüsselstaaten schneidet Biden deutlich besser ab als Clinton bei der US-Wahl 2016.

Zudem ist genauso gut denkbar, dass das Pendel diesmal wieder in die andere Richtung schwenkt. Denn bei der Wahl 2012 zwischen Barack Obama und Mitt Romney lagen die Meinungsforschungsinstitute auch verkehrt – nur eben hatten sie damals die Stärke der Demokraten* unterschätzt.

US-Wahl 2020: Hohe Wahlbeteiligung spricht eher für Joe Biden als für Donald Trump

Doch noch ein anderer Faktor spricht wohl gegen Donald Trump. Wenige Tage vor der US-Wahl 2020 haben nämlich bereits mehr als 76 Millionen Menschen in den USA ihre Stimme abgegeben, wie aus Daten des U.S. Elections Project des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida hervorgeht. Das entspricht mehr als der Hälfte (55,5 Prozent) aller Stimmen, die bei der US-Wahl 2016* abgegeben wurden. Damals nahmen rund 137 Millionen Menschen an der Wahl teil. Und je höher die Wahlbeteiligung, desto genauer sind in der Regel die Umfragen.

Besonders auffallend ist die Wahlbeteiligung im Bundesstaat Texas, der seit 1980 fest in der Hand der Republikaner* ist. Dort sind schon jetzt mehr als acht Millionen Stimmen abgegeben worden, was 91 Prozent der Gesamtzahl aus dem Jahr 2016 entspricht. In den ebenfalls wichtigen US-Staaten Florida und North Carolina ist die Beteiligung ebenfalls hoch.

Allgemein ist zu vermuten, dass die frühen Wählerinnen und Wähler zu einem größeren Teil für Joe Biden stimmen. Nach den Daten des U.S. Elections Project scheinen bislang erheblich mehr registrierte Demokraten als Republikaner gewählt zu haben. Die Registrierung bei einer Partei sagt aber nicht unbedingt etwas über das Stimmverhalten aus. Aber auch in die aktuellen Umfragen fließen diese Stimmen bereits ein. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon

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